Israel erklĂ€rt Hamas-MilitĂ€rchef Mohammed Deif fĂŒr tot
01.08.2024 - 11:43:00(Neu: Verteidigungsminister im 5. Absatz)
GAZA (dpa-AFX) - Israel hat den MilitĂ€rchef der islamistischen Terrororganisation Hamas, Mohammed Deif, fĂŒr tot erklĂ€rt. Deif sei Mitte Juli bei einem massiven Luftangriff im Gazastreifen getötet worden, teilte die israelische Armee mit. Er gilt als einer der zentralen Drahtzieher des Terrorangriffs auf Israel vom 7. Oktober und war Chef der Kassam-Brigaden und Stellvertreter des Gaza-Chefs der Hamas, Jihia al-Sinwar.
Die Mitteilung der Armee erfolgt einen Tag nach der Tötung des Auslandschefs der Hamas, Ismail Hanija, in Teheran. Der Iran und die Hamas beschuldigen Israel, dafĂŒr verantwortlich zu sein. Israel hat sich nicht zu dem Vorwurf geĂ€uĂert und lediglich erklĂ€rt, jeder, der das Land angreife, werde einen hohen Preis zahlen.
Die Armee teilte mit, auf der Basis von Geheimdienstinformationen könne der Tod Deifs bestĂ€tigt werden. Kampfjets hĂ€tten vor gut zwei Wochen einen "prĂ€zisen, gezielten Schlag gegen eine Anlage ausgefĂŒhrt, in der sich Mohammed Deif und der Kommandeur der Chan-Junis-Brigade der Hamas, Rafa Salama, aufhielten", hieĂ es in der Mitteilung.
Ein Kriegsziel
Israel hatte sich zu einem Ziel seines Krieges im Gazastreifen gesetzt, den Hamas-Chef Sinwar und seinen Stellvertreter Deif gefangenzunehmen oder zu töten. Im MĂ€rz bestĂ€tigte die Armee die Tötung des dritthöchsten Hamas-FĂŒhrers im Gazastreifen, Marwan Issa, bei einem Luftangriff.
"Dies ist ein wichtiger Meilenstein im Prozess der Zerschlagung der Hamas als militĂ€rische und regierende AutoritĂ€t im Gazastreifen und bei der Erreichung der Ziele dieses Krieges", schrieb Verteidigungsminister Joav Galant auf der Online-Plattform X zu Deifs Tod. Israel werde die Terroristen der Hamas verfolgen, bekrĂ€ftigte er. "Wir werden nicht ruhen, bis dieser Auftrag erfĂŒllt ist."
Deif und Sinwar gelten als maĂgebliche Drahtzieher des Massakers in Israel vom 7. Oktober vergangenen Jahres. Damals wurden rund 1200 Israelis getötet und rund 250 Menschen nach Gaza verschleppt. Der TerrorĂŒberfall war Auslöser des Krieges.
Viele Tote bei Angriff auf Deif
Das israelische MilitĂ€r hatte im Juli ein abgezĂ€untes Objekt in der humanitĂ€ren Zone zwischen Chan Junis und Al-Mawasi bombardiert, das nach israelischer Darstellung als Basis fĂŒr Hamas-Terroristen diente. Bei dem Angriff kamen nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde 90 Menschen ums Leben, weitere 300 wurden verletzt.
Unter den Toten war nach israelischen Angaben auch Kommandeur Salama. Die Armee habe ĂŒber Ă€uĂerst zuverlĂ€ssige nachrichtendienstliche Informationen verfĂŒgt, dass sich Deif und Salama zum Zeitpunkt des Angriffs in der Basis aufhielten, sagte ein hochrangiger MilitĂ€rvertreter danach in einem Online-Briefing fĂŒr Journalisten.
Zahlreiche Tötungsversuche ĂŒberlebt
Im Mai hatte der ChefanklĂ€ger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), Karim Khan, mehrere Haftbefehle beantragt. Neben Israels MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Joav Galant auch gegen mehrere Hamas-AnfĂŒhrer - darunter Sinwar und Deif. Khan verfolgt Verbrechen wĂ€hrend des Gaza-Kriegs.
Deif hatte zahlreiche Tötungsversuche Israels ĂŒber die Jahre ĂŒberlebt. Bis vor gut einem halben Jahr ging man im Land davon aus, dass Deif dabei mehrere GliedmaĂen verloren und eine Vielzahl körperlicher Behinderungen hat. Bis schlieĂlich Aufnahmen auftauchten, die Deif mit beiden Armen und beiden Beinen zeigten.
Bei einem Luftangriff auf ein Haus im Gazastreifen gegen Ende des Gaza-Kriegs 2014 waren seine Ehefrau und sein kleiner Sohn ums Leben gekommen. Deif konnte entkommen.

