Berichte ĂŒber Tote bei Angriffen im Gazastreifen
25.10.2024 - 14:52:12(Neu: Armeeangaben zu Einsatz in einer Klinik und weitere Details ergÀnzt)
GAZA/TEL AVIV (dpa-AFX) - Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen hat es palĂ€stinensischen Berichten zufolge erneut viele Tote gegeben. Am Morgen seien in der Stadt Chan Junis im SĂŒden des Gebiets mindestens 28 Menschen getötet worden, darunter vor allem Kinder und Frauen, berichtete die palĂ€stinensische Nachrichtenagentur Wafa. Ziel des Luftangriffs sei ein Wohnhaus gewesen. Dutzende Menschen seien dabei zudem verletzt worden.
Die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde im Gazastreifen meldete 38 Tote bei israelischen Angriffen auf HĂ€user in der Stadt seit der Nacht. Die Angaben lieĂen sich zunĂ€chst allesamt nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen. Israels Armee teilte auf Anfrage mit, die Berichte zu prĂŒfen.
Die Nachrichtenagentur Wafa berichtete zudem von mindestens 20 Todesopfern und Dutzenden Verletzten in Beit Lahia im Norden des KĂŒstenstreifens. Israels Luftwaffe habe dort zwei GebĂ€ude angegriffen, hieĂ es. Israels MilitĂ€r sagte auch hierzu auf Anfrage, dem Bericht nachzugehen.
Einsatz in einer Klinik im Norden des Gazastreifens
Israelische Soldaten hĂ€tten am Morgen darĂŒber hinaus das nahe gelegene Kamal-Adwan-Krankenhaus gestĂŒrmt, berichtete die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde. Es habe Festnahmen gegeben. Israelische EinsatzkrĂ€fte beschossen die Klinik laut Wafa zudem. Dabei seien Fenster zerstört worden. Patienten sollen angewiesen worden sein, in den Hof zu gehen, hieĂ es in dem Bericht weiter. Soldaten sollen auch den Zugang zu lebenswichtigen HilfsgĂŒtern blockieren.
Auch diese Angaben lieĂen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen. Israels MilitĂ€r bestĂ€tigte am Nachmittag, dass israelische EinsatzkrĂ€fte in der Gegend im Einsatz sind. Grund dafĂŒr seien "nachrichtendienstliche Informationen ĂŒber die PrĂ€senz von Terroristen und terroristischer Infrastruktur in dem Gebiet".
Die Armee habe in den vergangenen Wochen die Verlegung von Patienten aus dem Gebiet ermöglicht. Es gebe in der Klinik aber weiterhin einen Notbetrieb. Dem Krankenhaus seien unter anderem Treibstoff und Blutkonserven geliefert worden, teilte die fĂŒr PalĂ€stinenserangelegenheiten zustĂ€ndige israelische MilitĂ€rbehörde Cogat mit. Auch diese Angaben konnten zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig verifiziert werden.
Einsatz im FlĂŒchtlingsviertel Dschabalija dauert an
Die israelische Armee ist derweil eigenen Angaben nach weiter im nahegelegenen FlĂŒchtlingsviertel Dschabalija im Einsatz. Die Truppen hĂ€tten "im Laufe des vergangenen Tages Dutzende Terroristen ausgeschaltet, terroristische Infrastruktur zerschlagen und zahlreiche Waffen sichergestellt", hieĂ es in einer ErklĂ€rung des MilitĂ€rs.
Der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz im Gazastreifen hatte am Donnerstag von vielen Toten und Verletzten in der Gegend berichtet. Demnach soll die israelische Armee dort mehrere HĂ€user bombardiert haben. Israels Armee erklĂ€rte erneut, der Vorfall sei dem MilitĂ€r einer ersten Untersuchung zufolge nicht bekannt. Er werde weiter geprĂŒft. Die Opferzahlen, die von Quellen genannt wĂŒrden, die der Terrororganisation Hamas nahestĂŒnden, seien falsch und entsprĂ€chen nicht den Informationen des MilitĂ€rs. PalĂ€stinensische Berichte sprachen von 150 Opfern, der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz von 200; genauere Angaben, wie viele darunter Todesopfer sind und wie viele verletzt, gibt es derzeit nicht. Der Zugang zu dem vom MilitĂ€r abgeriegelten Gebiet ist extrem eingeschrĂ€nkt.
Die Lage in dem umkĂ€mpften FlĂŒchtlingsviertel im Norden des Gazastreifens ist Augenzeugen zufolge katastrophal. Armeeangaben zufolge sind rund 45.000 Zivilisten aus der Gegend geflohen.

