GDL, Mitgliedern

GDL sichert Mitgliedern ab 2027 Extra-Leistungen bei der Bahn

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 03:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

GDL sichert Mitgliedern ab 2027 Extra-Leistungen, Swiss verkĂŒrzt Arbeitszeit und Amazon erhöht Löhne. Verdi fordert TarifvertrĂ€ge.

GDL, Swiss & Amazon: Neue TarifabschlĂŒsse und Lohnentwicklungen
Ein Dokument zu einem Tarifvertrag mit Stift auf einem Schreibtisch, im Hintergrund stilisierte Symbole fĂŒr Bahn und Luftfahrt. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Gewerkschaften setzen in der aktuellen Tarifperiode auf Mitgliedervorteile und ArbeitszeitverkĂŒrzung. Die GDL sichert ihren Mitgliedern bei der Deutschen Bahn ab 2027 Extra-Leistungen. Die Swiss einigte sich mit dem Bodenpersonal auf einen neuen Vertrag. Und in den norddeutschen SeehĂ€fen starteten die Verhandlungen.

GDL: Nur Mitglieder profitieren ab 2027

Im Tarifabschluss 2025/2026 hat die GDL eine Teilabbedingung des Tarifeinheitsgesetzes mit der DB durchgesetzt. Ab 2027 erhalten GDL-Mitglieder in sogenannten blauen Betrieben spezielle Tabellenentgelte und weitere tarifliche Leistungen. Ein Jahr spÀter kommen verbesserte Regelungen zu Arbeitszeit, Urlaub und Zulagen.

Die HĂŒrde: BeschĂ€ftigte mĂŒssen bis zum 15. August 2026 ihre GDL-Mitgliedschaft nachweisen. Die Anzeige der Tarifbindung beim Arbeitgeber ist bis zum 30. September fĂ€llig. Laut Gewerkschaft kann ein StreckenlokfĂŒhrer durch die erste Stufe ĂŒber 4.600 Euro mehr im Jahr verdienen.

Swiss: 40-Stunden-Woche und mehr Geld

Die Fluggesellschaft Swiss und das Bodenpersonal haben sich auf einen neuen Gesamtarbeitsvertrag geeinigt. Ab Januar 2027 gilt er fĂŒr fĂŒnf Jahre. Der Kernpunkt: Die wöchentliche Arbeitszeit sinkt von 42 auf 40 Stunden.

Die finanziellen Verbesserungen im Überblick:

  • Löhne steigen ab 2027 garantiert um mindestens 0,5 Prozent
  • Die Tabellenwerte werden um 200 Schweizer Franken angehoben
  • Samstagsarbeit gibt es kĂŒnftig 7,50 Franken extra pro Stunde
  • Ab 2028 steigen die Zulagen fĂŒr Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit um 20 Prozent

Der Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) sieht darin einen wichtigen Schritt fĂŒr bessere Bezahlung von Schichtarbeit.

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Amazon erhöht Löhne – Verdi kritisiert

Im Logistiksektor gibt es Bewegung. Amazon hebt die Löhne fĂŒr seine Logistik-Mitarbeiter in Deutschland ab September an. Der Einstiegslohn steigt auf 16,66 Euro pro Stunde – ein Plus von 4,1 Prozent. Nach zwei Jahren Betriebszugehörigkeit sind es 18,87 Euro.

Verdi reagierte verhalten. Die Gewerkschaft fordert rechtsverbindliche TarifvertrÀge, keine einseitigen Lohnzusagen des Arbeitgebers.

SeehÀfen: Verhandlungen gestartet

Am 21. Juli begannen in Hamburg die Tarifverhandlungen fĂŒr rund 11.000 BeschĂ€ftigte in den norddeutschen SeehĂ€fen. Die Arbeitnehmer fordern 8,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten – mindestens jedoch 2,50 Euro mehr pro Stunde.

Die Arbeitgeberseite (ZDS) zeigte sich zu Beginn gesprÀchsbereit. Im Vorjahr hatte man sich bereits nach zwei Verhandlungstagen geeinigt.

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LohnlĂŒcke: MĂ€nner verhandeln anders

Eine Studie des RFBerlin vom 20. Juli zeigt: MĂ€nner nutzen externe Stellenangebote hĂ€ufiger als Verhandlungsgrundlage fĂŒr Gehaltserhöhungen. In vergleichbaren Positionen verdienen sie rund acht Prozent mehr. Die HĂ€lfte dieses Unterschieds geht auf individuelle Nachverhandlungen zurĂŒck.

Die EU-Lohntransparenzrichtlinie, die bis Juni 2026 umgesetzt sein muss, reicht laut Experten allein nicht aus, um diese Differenzen zu beseitigen.

Die IG BAU forderte am 20. Juli in mehreren Regionen eine ÜberprĂŒfung der Entgeltstrukturen. Ziel: Intransparenzen und LĂŒcken zum Mindestlohn schließen. Auch die IG BCE verlangte fĂŒr die Chemie- und Pharmabranche Lohnsteigerungen oberhalb der Inflation. Die Arbeitgeber lehnten das ab.

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