GebÀude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH sanierte Fachwerk-Juwel Krummelsches Haus
18.07.2024 - 11:57:17Das "Krummelsche Haus" in der citynahen Breite StraĂe 72 ist weltbekannt. Als dreigeschossiges barockes Fachwerkhaus von KornhĂ€ndler Henricus Krummel im Jahre 1674 errichtet, gehört es mit seinen geschnitzten ĂŒppigen Holzfassaden zu den Touristenattraktionen der Stadt. Als Zeugnis vergangener Baukultur muss es aber trotzdem heutigen Bau- und Sicherheitsnormen entsprechen. Die Herausforderung fĂŒr den EigentĂŒmer, die GebĂ€ude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH, GWW, war nun gewaltig. Das Denkmal-Juwel in den Breite StraĂe 72 und das angrenzende Fachwerkoriginal in der Breite StraĂe 70, beides Wohn- und GeschĂ€ftshĂ€user, entsprechen in ihren Dachgeschossen nicht den heutigen Brandschutzanforderungen. Die Dachfenster sind viel zu klein, um sich im Havariefall daraus retten zu können oder die Feuerwehr dadurch ins GebĂ€ude vordringen kann. Schon mehrere Jahre beschĂ€ftigte die GWW und die untere Denkmalschutzbehörde dieses Thema.
Den Knoten durchschlagen konnte der Wernigeröder GroĂvermieter dann mit der Beauftragung des renommierten ArchitektenbĂŒros Qbatur Planungsgenossenschaft eG aus Quedlinburg. Das ArchitektenbĂŒro ist spezialisiert auf Denkmalbauten und wie man ihnen eine zeitgemĂ€Ăe Zukunft bescheren kann.
"DenkmĂ€ler, die nicht mehr den heutigen Sicherheits-und Brandschutzbestimmungen genĂŒgen, verlieren ihre Nutzungserlaubnis. Und ohne Nutzung sind sie letztlich dem Verfall preisgegeben. Deshalb ist es wichtig, Kompromisse mit den Denkmalschutzbehörden zu finden. Darin haben wir reichlich Erfahrung", erlĂ€utert Architekt Rudolph Koehler von der Qbatur Planungsgenossenschaft eG aus Quedlinburg, die aktuelle Problemlage. Nach 10 Jahren der allgemeinen Lösungssuche ist es Qbatur nun nach 1,5 Jahren gelungen, eine Baulösung fĂŒr das Krummelsche Haus und das NebengebĂ€ude Breite StraĂe 70 zu finden, mit der alle Seiten leben können.
Eigentlich ging es nur darum, in beiden Denkmal-Dachgeschossen ein breiteres Rettungsfenster einbauen zu können, so Rudolph Koehler weiter. Aber wie umsetzen, wenn die Position der FachwerkstÀnder es nicht ermöglicht und die Fassade nicht wirklich verÀndert werden darf? Die Lösung lag dann im Detail.
Die HolzstĂ€nder des Fachwerks im Dachgeschoss beider HĂ€user wurden nun leicht versetzt, damit in der Breiten StraĂe 70 ein Rettungsfenster und im Krummelschen Haus zwei breitere rettungstaugliche Fenster im Dach eingebaut werden konnten. Alles so schonend wie möglich und fĂŒr den Laien kaum erkennbar. Aber fĂŒr den Fachmann kompromissfĂ€hig. "Baubeginn war im Sommer 2023. Jetzt ist das Projekt abgeschlossen, inklusive der Fassadensanierung des Hauses Nr. 70. Durch die Lage in der FuĂgĂ€ngerzone und deren speziellen BedĂŒrfnissen mussten wir die Bauplanung etwas verlĂ€ngern, aber alles hat nach Plan geklappt." Und alle Beteiligten seien sehr zufrieden mit der Lösung, hebt Rudolph Koehler hervor.
Das bestĂ€tigt auch Familie Zielke, seit 30 Jahren Betreiberin der Wernigeröder Schlossbahn, die ihren Shop im Denkmal-Bau Breite StraĂe 70 hat. "Klar", so sagen sie, "lassen BaugerĂŒste vorm Schaufenster immer ein paar Passanten drauĂen, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen." Die Zusammenarbeit mit der GWW im Bauprozess sei optimal gelaufen. Sie freuen sich darĂŒber, wie schön die renovierte Fassade nun ist. "Der Touristen-Magnet Krummelsches Haus war damals der Grund, warum wir unseren Schlossbahn-Shop direkt daneben aufgemacht haben. Und das haben wir bis heute nicht bereut", so die Zielkes. Wernigerode sei eine Touristenstadt, aber jeder mĂŒsse dafĂŒr auch etwas tun, damit die Stadt Anziehungspunkt bleibe, so ihre Meinung.
Auf die nötige Wirtschaftlichkeit der BaumaĂnahmen unter Denkmalschutzaspekten verweist GWW-Vermietungsleiterin Kristin Grunewald. "Erst das wirtschaftliche Betreiben von Denkmal-Wohnbauten gibt ihnen eine gesicherte Zukunft und Werterhaltung", hebt die GWW-Prokuristin hervor.
"Dank der Renovierungsarbeiten und brandschutztechnischen ErtĂŒchtigung können wir in der Breite StraĂe 70 bald auch zwei neue Wohnungen in unseren Bestand aufnehmen und zur Vermietung anbieten. Der Innenausbau erfolgt gegenwĂ€rtig. Es entstehen hier 2-Raum-Wohnungen mit jeweils 54,74 mÂČ und 48,3 mÂČ in der vierten Etage", freut sich Kristin Grunewald.
"Ein Viertel unserer 3.000 GWW-Wohnungen hat eine Geschichte, die vom Mittelalter bis in die 50er-Jahre des 19. Jahrhunderts zurĂŒckgeht. Neben unseren Plattenbauten haben wir immer auch diese historischen Bauten im Visier. Auch sie werden von uns fit fĂŒr die Zukunft gemacht und modernen WohnansprĂŒchen angepasst. Das ist aufgrund der heutigen energetischen und sicherheitstechnischen Vorgaben nicht immer leicht", erlĂ€utert GWW-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Christian Zeigermann. "Trotzdem stellen wir uns den Herausforderungen fĂŒr moderne WohnqualitĂ€t aller unserer Mieterinnen und Mieter und sorgen damit auch dafĂŒr, dass Wernigerode weiter eine attraktive lebendige Fachwerk-Metropole fĂŒr die Millionen von Touristen bleibt, die uns pro Jahr besuchen."
GWW in KĂŒrze
Die GebÀude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH, Tochter der Stadt Wernigerode, verwaltet in der Harzmetropole fast 3.000 Wohneinheiten mit einer GesamtwohnflÀche von 176.000 Quadratmetern. Die Wohnungen befinden sich unter anderem in den Wohngebieten Altstadt, Burgbreite, Stadtfeld, Harzblick und im Ortsteil Benzingerode.
Etwa 7.500 der ca. 34.000 Wernigeröder wohnen bei der GWW. Die GWW verwaltet zudem 28 Gewerbeeinheiten, darunter ein CafĂ©, das Wernigeröder Kino Volkslichtspiele, der FĂŒrstliche Marstall, das Krummelsche Haus und ein Kreativloft mit Co-Working-ArbeitsplĂ€tzen. Zugleich ist sie Bauherr der neuen August-Hermann-Francke-Grundschule in Wernigerode.
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Michael von Raison, Tel.: 030/88943028, Mobil: 0151/52572024
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