Gebäudemodernisierung, DIN

Gebäudemodernisierung: DIN SPEC 91606 schafft einheitliche Ökobilanz-Regeln

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 19:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bundestag beschließt Grüngasquote und neue Regeln für die Ökobilanz von Immobilien. Baugenehmigungen steigen trotz höherer Kosten.

Neue DIN SPEC 91606: Ökobilanz für Gebäude wird standardisiert
Ein modernes Gebäude mit Solarmodulen und grünen Elementen, das Energieeffizienz und Nachhaltigkeit in der Bauwirtschaft symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mit der DIN SPEC 91606 liegt seit Juli 2026 erstmals eine nationale Leitlinie für die Ökobilanzierung von Gebäuden vor. Parallel dazu hat der Bundestag das Gebäudemodernisierungsgesetz verabschiedet.

Einheitliche Regeln für die Ökobilanz

Die neue DIN SPEC 91606 definiert einheitliche Grundlagen für die Bewertung der Umweltwirkungen von Gebäuden. Sie erfasst Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus – von der Errichtung bis zum Rückbau. Das soll Bauprojekte transparenter und vergleichbarer machen. Die Norm orientiert sich an europäischen Standards und unterstützt die Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD).

Grüngasquote kommt

Das Gebäudemodernisierungsgesetz verankert eine Grüngasquote für klimaneutrale Gase wie Biomethan und Wasserstoff. Die konkrete Ausgestaltung soll bis Dezember 2026 erfolgen. In Branchenkreisen wird die Quote begrüßt: Sie schaffe verlässliche Nachfrage nach regenerativen Gasen und ebne den Weg für eine technologieoffene Modernisierung.

Kritik gibt es an der komplexen Kostenverteilung im Mietverhältnis. Die Verteilung der Mehrkosten zwischen Vermietern und Mietern biete noch Klärungsbedarf, heißt es.

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Bauzahlen steigen trotz Kosten

Die Bautätigkeit zeigt sich in einigen Bereichen robust. In den ersten fünf Monaten 2026 genehmigten die Behörden 104.700 Wohnungen – ein Plus von 15,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders der Geschosswohnungsbau legte mit 56.100 Einheiten um 18,9 Prozent zu. Im Mai lag das Plus bei den Baugenehmigungen sogar bei 24,7 Prozent.

Gleichzeitig steigen die Kosten: Der Baupreisindex kletterte im Mai um 5,0 Prozent. Vertreter der Bauindustrie warnen, dass Kürzungen bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) den Wohnungsbau schwächen könnten.

Für Eigentümer gewinnen Beratungsangebote an Bedeutung. Mitte Juli eröffnete in Freiburg ein neues Zentrum, das auf energetische Sanierung und Solarlösungen spezialisiert ist.

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Förderung: Das müssen Eigentümer beachten

Für Fördermittel bleibt die korrekte Dokumentation entscheidend. Bei der BEG sind Materialkosten für Eigenleistungen förderfähig. Für Maßnahmen an der Gebäudehülle oder Anlagentechnik gibt es Zuschüsse von bis zu 20 Prozent. Die förderfähigen Kosten sind pro Wohneinheit und Jahr gedeckelt – ohne Sanierungsfahrplan bei 30.000 Euro, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) bei 60.000 Euro.

Beim Heizungstausch über die KfW sind unter bestimmten Bedingungen Zuschüsse von bis zu 70 Prozent möglich. Wichtig: Materialrechnungen müssen in deutscher Sprache verfasst sein und nur förderfähige Posten enthalten. Der Materialkauf darf erst nach der Antragstellung erfolgen. Fachleute beziffern den Zeitraum für eine umfassende Sanierungsbegleitung auf drei bis zwölf Monate.

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