GebĂ€udeversicherer warnen vor Finanzkrise durch Policen-RĂŒckzug
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 08:21 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSVersicherer ziehen sich stufenweise zurĂŒck
- Die anonyme Gruppe veröffentlichte ein Memo mit dem Titel âEin Warnrufâ.
- Die beteiligten FĂŒhrungskrĂ€fte arbeiten laut Inside Track in GroĂbritannien, der Schweiz und der EU.
- Als mögliche Folge nennt das Memo eine neue weltweite Finanzkrise durch massenhaft unversicherte Immobilien.
Insider aus der Versicherungsbranche warnen, dass GebĂ€udepolicen vielerorts bald praktisch unbezahlbar werden könnten. Zugleich sehen sie die Gefahr, dass fĂŒr zahlreiche Immobilien kĂŒnftig kein ausreichender Versicherungsschutz mehr verfĂŒgbar ist.
Memo von anonymen BranchenfĂŒhrungen
Eine Gruppe hochrangiger FĂŒhrungskrĂ€fte aus einigen der weltweit gröĂten Versicherer, RĂŒckversicherer und Versicherungsmakler hat dazu ein Memo veröffentlicht. Das Dokument trĂ€gt den Titel âEin Warnrufâ und wurde von der gemeinnĂŒtzigen britischen Organisation Inside Track zusammengetragen.
Inside Track ermöglicht FĂŒhrungskrĂ€ften, sich anonym ĂŒber ihre GeschĂ€ftsfelder zu Ă€uĂern. Nach Angaben der Organisation gehören der nun auftretenden Gruppe Manager an, die in GroĂbritannien, der Schweiz und der EuropĂ€ischen Union tĂ€tig sind.
Drei Schritte bis zum RĂŒckzug
Die Autoren warnen, Regierungen und Kunden könnten sich kĂŒnftig nicht mehr darauf verlassen, dass Versicherer SchĂ€den vollstĂ€ndig ĂŒbernehmen. Als bereits erkennbare Strategie beschreiben sie zunĂ€chst steigende PrĂ€mien, die den Schutz fĂŒr viele Kunden unbezahlbar machen könnten.
In einem zweiten Schritt wĂŒrden Leistungen angepasst oder eingeschrĂ€nkt. Als Beispiel nennt das Memo den Ausschluss von WaldbrandschĂ€den aus GebĂ€udeversicherungen.
Risiko fĂŒr Hypotheken und Immobilien
Als dritten Schritt beschreiben die Insider den vollstĂ€ndigen RĂŒckzug aus bestimmten Branchen, Regionen und Gemeinden. Verlören Immobilien dadurch massenhaft ihren Versicherungsschutz, könnte dies nach ihrer EinschĂ€tzung in eine neue Finanzkrise mĂŒnden.
Zur BegrĂŒndung verweisen die Autoren auf die globale Finanzkrise von 2008. Die Destabilisierung des Hypothekenmarktes habe damals maĂgeblich zur Krise beigetragen. âWir befĂŒrchten, dass eine starke Zunahme unversicherter, besonders gefĂ€hrdeter Immobilien eine Ă€hnliche Entwicklung auslösen könnteâ, schreiben die Insider.
Die Warnung verweist auf ein strukturelles Problem des Versicherungsmarktes: Steigende SchĂ€den durch Naturgefahren erhöhen den Druck auf PrĂ€mien, Selbstbehalte und DeckungsumfĂ€nge. Besonders betroffen sind Regionen mit hoher GefĂ€hrdung durch Ăberschwemmungen, WaldbrĂ€nde, StĂŒrme oder andere Extremwetterereignisse.
FĂŒr EigentĂŒmer bedeutet ein RĂŒckzug der Versicherer nicht nur ein höheres persönliches Schadensrisiko. GebĂ€udeversicherungen spielen auch bei Finanzierung und Beleihung eine zentrale Rolle. Wenn Banken fĂŒr Immobilienkredite einen ausreichenden Versicherungsschutz verlangen, können unbezahlbare oder nicht verfĂŒgbare Policen den Kauf, Verkauf und die Refinanzierung von Immobilien erschweren.
Risiken fĂŒr ImmobilienmĂ€rkte
Die im Memo beschriebene Abfolge aus höheren Preisen, LeistungsausschlĂŒssen und regionalem RĂŒckzug wĂŒrde Risiken vom Versicherungssektor auf Haushalte, Unternehmen und Staaten verlagern. Ăffentliche Hilfen könnten nach GroĂschĂ€den zwar kurzfristig stabilisieren, wĂŒrden aber zugleich die Belastung der öffentlichen Haushalte erhöhen.
Der Vergleich mit der Finanzkrise von 2008 zielt auf die Verbindung zwischen Immobilienwerten, Hypotheken und FinanzstabilitĂ€t. Eine direkte Wiederholung ist damit nicht belegt; die Warnung macht jedoch deutlich, dass fehlender Versicherungsschutz ĂŒber einzelne SchadensfĂ€lle hinaus auf KreditmĂ€rkte und regionale Wirtschaften ausstrahlen kann.
Politischer Handlungsdruck
Im Mittelpunkt stehen deshalb PrĂ€vention, Bauvorgaben, eine bessere Risikoverteilung und die Frage, welchen Anteil Staaten oder gemeinsame Fonds ĂŒbernehmen sollen. FĂŒr Versicherte bleibt entscheidend, wie sich PrĂ€mien, AusschlĂŒsse und KĂŒndigungsregeln in besonders gefĂ€hrdeten Gebieten entwickeln.
