Sanierung, HĂ€user

Studie: Zu wenig Investitionen in energetische Sanierung

15.08.2023 - 14:17:06

GedĂ€mmte Fassaden, neue DĂ€cher, dichte Fenster: Energetisch sanierte HĂ€user sind ein wichtiger Baustein fĂŒr das Erreichen der Klimaziele. Bisher lĂ€uft das nicht gut, wie eine neue Studie zeigt.

Trotz schlechter Klimabilanz des deutschen GebĂ€udebestands fließt nach einer aktuellen Untersuchung zu wenig Geld in energetische Sanierungen.

So steckten EigentĂŒmerinnen und EigentĂŒmer nach einer gemeinsamen Studie des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW) und des Baudienstleisters Heinze im vergangenen Jahr zwar rund 67 Milliarden Euro in energetische Sanierungen, rund 40 Prozent mehr als 2011. Wenn man den Effekt der ĂŒber diesen Zeitraum gestiegenen Preise herausrechnet, liegen die Ausgaben allerdings heute niedriger, wie aus dem Papier hervorgeht, das der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Geringer als 2011

In jedem der vergangenen elf Jahre waren die Investitionen in energetische Sanierungen den Autoren zufolge geringer als 2011, zuletzt um 13 Prozent. «Das Niveau der energetischen Sanierungen reicht nicht aus, um das Potenzial der Energieeinsparungen im GebĂ€udesektor auszuschöpfen», erklĂ€rte der DIW-Ökonom Martin Gornig in einer Mitteilung.

Den Studienautoren zufolge flossen in die DĂ€mmung von DĂ€chern, Kellern und AußenwĂ€nden aller GebĂ€udetypen, also etwa auch von Gewerbeimmobilien, im vergangenen Jahr gut 20 Milliarden Euro. In die Erneuerung von Fenstern und AußentĂŒren sei Ă€hnlich viel investiert worden, in neue Heizungen und Klimatechnik beinahe 25 Milliarden Euro. Inflationsbereinigt hĂ€tten die Investitionen in allen drei Bereichen aber zwischen 10 und 20 Prozent unter denen von 2011 gelegen.

Eine Chance

«Es fehlte in der Bauwirtschaft in den vergangenen Jahren schlicht an KapazitĂ€ten - und der Neubau war fĂŒr die Unternehmen im Zweifel lukrativer», erklĂ€rt Co-Autorin Katrin Klarhöfer von Heinze. Darin könne aber auch eine Chance liegen: Da wegen der hohen Baupreise und der Wirtschaftsflaute weniger neu gebaut werde, blieben mehr KapazitĂ€ten fĂŒr energetische Sanierungen. Auch die deutlich gestiegenen Preise fĂŒr Energie erhöhten die Anreize fĂŒr EigentĂŒmer, wie sich bereits im vergangenen Jahr gezeigt hat.

Um die angestrebten Treibhausgas-Einsparungen im GebĂ€udebereich zu schaffen, mĂŒsse sich die Sanierungsrate innerhalb kurzer Zeit vervielfachen, betonten die Autoren. «Es muss dringend verhindert werden, dass staatliche Fördermittel, wie sie beispielsweise demnĂ€chst im Klima- und Transformationsfonds bereitgestellt werden, schlicht in steigenden Preisen verpuffen», warnte Gornig. «DafĂŒr brauchen wir einen koordinierten Ausbau der Produktions- und InstallationskapazitĂ€ten.»

@ dpa.de