GefÀlschte Waren: EU beschlagnahmt 196 Millionen Artikel
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 12:42 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBeschlagnahmungen erreichen Milliardenwert
- EU-Behörden stellten 2025 mehr als 196 Millionen gefÀlschte Waren sicher.
- Der geschÀtzte Einzelhandelswert lag bei gut 6,3 Milliarden Euro.
- Deutschland belegte bei AuĂengrenzbeschlagnahmungen mit knapp 22 Prozent Platz zwei.
EU-Behörden sichern 196 Millionen FÀlschungen
In der EuropÀischen Union sind 2025 mehr als 196 Millionen gefÀlschte Waren beschlagnahmt worden. Der geschÀtzte Einzelhandelswert der sichergestellten Artikel stieg auf gut 6,3 Milliarden Euro.
Beschlagnahmungen steigen um 67 Prozent
Nach Angaben des EU-Amtes fĂŒr geistiges Eigentum EUIPO nahm die Zahl der Beschlagnahmungen im Vergleich zu 2024 um gut 67 Prozent zu. Im bisherigen Rekordjahr 2024 hatte der geschĂ€tzte Wert der Waren noch bei knapp 3,9 Milliarden Euro gelegen.
Die Zahlen umfassen Sicherstellungen im EU-Binnenmarkt und an den AuĂengrenzen. Sie zeigen, wo Behörden gefĂ€lschte Produkte entdeckt haben, erlauben aber keinen direkten RĂŒckschluss auf das tatsĂ€chliche AusmaĂ des Verkaufs in den einzelnen Mitgliedstaaten.
Deutschland liegt an den AuĂengrenzen auf Platz zwei
Deutschland spielte bei Beschlagnahmungen an den EU-AuĂengrenzen eine wichtige Rolle. Auf die Bundesrepublik entfielen knapp 22 Prozent des geschĂ€tzten Wertes der dort sichergestellten Waren.
Damit lag Deutschland in dieser Kategorie hinter Spanien auf Platz zwei. Auf Spanien entfiel gut die HĂ€lfte des Wertes der an den EU-AuĂengrenzen beschlagnahmten Waren.
China und TĂŒrkei hĂ€ufigste HerkunftslĂ€nder
Zu den besonders hÀufig beschlagnahmten Produktgruppen gehörten CDs und DVDs, Software, Spielzeug sowie Etiketten, AnhÀnger und Aufkleber. Auch Zigaretten und Kleidung standen weit oben auf der Liste.
Als HerkunftslĂ€nder wurden am hĂ€ufigsten China mit ĂŒber 40 Prozent und die TĂŒrkei mit gut 18 Prozent erfasst. Hohe Beschlagnahmungszahlen können sowohl auf mehr AktivitĂ€ten von FĂ€lschergruppen als auch auf intensivere und erfolgreichere Kontrollen hindeuten.
EUIPO fordert moderne Kontrollen
Das EUIPO verweist auf unterschiedliche Transportwege und begrenzte KontrollkapazitĂ€ten. Der wachsende Onlinehandel erschwert die Arbeit der Behörden zusĂ€tzlich, weil FĂ€lschungen hĂ€ufig ĂŒber Express- und Postdienste verschickt werden.
Der Bericht fordert vorausschauende MaĂnahmen, eine engere Zusammenarbeit und einen besseren Informationsaustausch. Auch moderne Technologien und Werkzeuge sollen helfen, geistiges Eigentum zu schĂŒtzen und die wirtschaftliche StĂ€rke Europas zu sichern.
Die Rekordzahlen des EUIPO machen sichtbar, dass Produktpiraterie lÀngst nicht mehr auf einzelne Warengruppen oder klassische LadengeschÀfte begrenzt ist. Beschlagnahmte Spielwaren, DatentrÀger, Kleidung, Zigaretten und Kennzeichnungsmaterialien weisen auf ein breit aufgestelltes GeschÀft hin, das verschiedene Vertriebswege nutzt.
Der starke Anstieg des Sicherstellungswerts lĂ€sst sich nicht allein als Zunahme des tatsĂ€chlichen Angebots gefĂ€lschter Waren lesen. Mehr Kontrollen, bessere Risikoanalysen und gröĂere Sicherstellungen können die Statistik ebenso beeinflussen. FĂŒr Verbraucher bedeuten FĂ€lschungen zugleich mögliche Sicherheitsrisiken, etwa bei Spielzeug, Elektronik oder Produkten mit unklarer Zusammensetzung.
Onlinehandel erschwert Kontrollen
Eine zentrale Herausforderung liegt im kleinteiligen Versand ĂŒber Post- und Expressdienste. Viele einzelne Sendungen verteilen das Risiko und erschweren es den Behörden, Warenströme frĂŒhzeitig zu erkennen. China und die TĂŒrkei erscheinen im Bericht als hĂ€ufig erfasste HerkunftslĂ€nder; die Angaben beschreiben jedoch Beschlagnahmungen und nicht automatisch den Ursprung jeder einzelnen Produktionskette.
FĂŒr Deutschland ist die hohe Beteiligung am Wert der Sicherstellungen an den EU-AuĂengrenzen besonders relevant. Der Befund unterstreicht die Bedeutung deutscher HĂ€fen, FlughĂ€fen und anderer Kontrollstellen im europĂ€ischen Warenverkehr. KĂŒnftig dĂŒrften der Austausch von Daten, automatisierte Risikoanalysen und die Zusammenarbeit mit Plattformen darĂŒber entscheiden, wie wirksam Behörden gegen den Handel vorgehen können.
