Gefahrtarif 2027: BG ETEM senkt Beiträge um 18 Prozent ab Januar
27.06.2026 - 07:41:21 | boerse-global.de
Das hat das Hessische Landessozialgericht entschieden. Im konkreten Fall war eine Frau in ihrer Mittagspause auf dem Weg zu einem Imbiss gestürzt und hatte sich den Oberarm gebrochen.
Die Richter knüpften die Anerkennung an klare Bedingungen: Der Arbeitsort muss vertraglich als Betrieb gelten. Und der Weg muss in einem unmittelbaren betrieblichen Zusammenhang stehen. Das Urteil zwingt Arbeitgeber, ihre Gefährdungsbeurteilungen für Homeoffice-Plätze zu erweitern – über die reine Schreibtisch-Ergonomie hinaus.
Schwerer Unfall auf Baustelle zeigt Risiken
Wie dringend die Sicherheitskonzepte in der Praxis sind, zeigte ein Vorfall im oberbayerischen Raubling am Freitag. Auf einer Baustelle stürzte eine rund 600 Kilogramm schwere Stahltreppe auf zwei Arbeiter im Alter von 34 und 38 Jahren. Beide erlitten schwere Verletzungen, Rettungshubschrauber brachten sie in Kliniken. Die Unfallursache ist noch unklar.
Auch technische Anlagen rücken in den Fokus. In Griechenland läuft am 30. Juni die Frist für die Registrierung von Aufzügen ab. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 5.000 Euro und die Versiegelung der Anlagen. Der regulatorische Druck auf die Betriebssicherheit steigt.
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Neue Gefahrtarife und Cybersicherheit
Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) hat am Freitag einen neuen Gefahrtarif beschlossen. Ab dem 1. Januar 2027 gilt die neue Systematik, die die Beitragsberechnung bis Ende 2032 bestimmt. Die Elektroinstallation wird in die Gefahrklasse 9,07 eingestuft, die Fotografie in Klasse 3,40. Unternehmen können ab dem dritten Mitgliedsjahr mit einem Beitragsnachlass von 18 Prozent rechnen.
Die IT-Sicherheit wird zum Pflichtteil der Gefährdungsbeurteilung. Seit Januar ist die Cybersicherheit durch die aktualisierte TRBS 1115 Teil 1 verpflichtend. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entdeckt täglich rund 119 neue Software-Schwachstellen. Der Bitkom beziffert den Gesamtschaden durch Cyberangriffe auf rund 289,2 Milliarden Euro.
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Präventionsangebote für kleine Unternehmen
Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) bietet am 1. Juli ein kostenfreies Grundlagenseminar in Saarbrücken an. Es richtet sich an Unternehmer mit bis zu 50 Mitarbeitern und behandelt die betriebliche Prävention.
Die psychische Gesundheit stand am 23. Juni im Fokus des 11. Präventionsforums in Berlin. Psychische Erkrankungen waren 2024 die dritthäufigste Ursache für Fehlzeiten. Die Ergebnisse sollen in eine nationale Strategie einfließen, um die psychische Belastbarkeit in der Arbeitswelt zu stärken.
