ROUNDUP, US-PrÀsidentensohn

US-PrÀsidentensohn Hunter Biden auch wegen Steuerdelikten angeklagt

08.12.2023 - 06:00:03

Gegen den Sohn von US-PrÀsident Joe Biden ist wegen mehrerer Steuerdelikte eine weitere Anklage erhoben worden.

Hunter Biden wird zur Last gelegt, Bundessteuern fĂŒr mehrere Jahre nicht ordnungsgemĂ€ĂŸ gezahlt zu haben, wie das US-Justizministerium am Donnerstagabend (Ortszeit) mitteilte. Im September war der 53-JĂ€hrige bereits wegen eines Verstoßes gegen waffenrechtliche Vorgaben angeklagt worden. Der juristische Paukenschlag fĂ€llt mitten in den Wahlkampf seines Vaters, der im kommenden Jahr fĂŒr eine zweite Amtszeit als PrĂ€sident antreten will.

Die Anklageschrift wurde am Donnerstag an einem Gericht im Bundesstaat Kalifornien eingereicht, wo Hunter Biden lebt. Darin wird ihm vorgeworfen, er habe vorsĂ€tzlich seine Steuern fĂŒr 2016, 2017, 2018 und 2019 nicht rechtzeitig bezahlt hat, obwohl er Zugang zu den nötigen Mitteln dafĂŒr gehabt habe. Er habe Millionen fĂŒr einen extravaganten Lebensstil ausgegeben, anstatt seine Steuerrechnungen zu begleichen, hieß es. Das Justizministerium nannte eine Summe von mindestens 1,4 Millionen US-Dollar (1,3 Millionen Euro), die Hunter Biden zurĂŒckgehalten habe.

Im Falle einer Verurteilung drohe dem PrĂ€sidentensohn eine Höchststrafe von 17 Jahren GefĂ€ngnis, hieß es weiter. Die tatsĂ€chlichen Strafen fĂŒr Bundesdelikte lĂ€gen in der Regel aber unter den Höchststrafen.

Der andere Fall

Im September war bereits im Bundesstaat Delaware Anklage gegen Hunter Biden erhoben worden wegen eines Verstoßes gegen waffenrechtliche Vorgaben. In dem Fall wird ihm zur Last gelegt, bei einem Waffenkauf vor mehreren Jahren falsche Angaben gemacht und wissentlich seine DrogenabhĂ€ngigkeit verschwiegen zu haben.

Hunter Biden ist bereits seit lĂ€ngerem im Visier der US-Justiz. Jahrelang liefen Ermittlungen gegen ihn, unter anderem wegen möglicher Steuervergehen. Im Juni hatte die Staatsanwaltschaft in Delaware schließlich formale VorwĂŒrfe gegen den PrĂ€sidentensohn veröffentlicht wegen der VerstĂ¶ĂŸe gegen das Waffen- und das Steuerrecht. Damals verkĂŒndete die Staatsanwaltschaft zunĂ€chst, man habe sich mit Hunter Biden auf eine Vereinbarung verstĂ€ndigt, um einen Prozess in beiden FĂ€llen zu umgehen. Dieser Deal fiel bei einer Anhörung vor Gericht Ende Juli jedoch durch.

Mitte August hatte US-Justizminister Merrick Garland dann einen Sonderermittler in dem Fall ernannt: Der bereits zuvor ermittelnde Staatsanwalt David Weiss bekam damit zusÀtzliche Befugnisse und trieb die Nachforschungen gegen Hunter Biden weiter voran.

@ dpa.de