Gehaltsbudgets: 49 Prozent der Arbeitgeber zahlen mehr als geplant
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 00:01 Uhr | Redaktion boerse-global.deUm qualifizierte Fachkräfte für das eigene Unternehmen zu gewinnen, weichen viele Arbeitgeber in Deutschland von ihren ursprünglichen Gehaltsplanungen ab. Laut der Gehaltsübersicht 2027 von Robert Half, über die in Berichten vom 8. Oktober 2026 informiert wurde, zahlen 49 % der Personalverantwortlichen Gehälter, die über der zuvor festgelegten Bandbreite liegen.
Zwar agieren Unternehmen bei Neueinstellungen und allgemeinen Gehaltsanpassungen zurückhaltender, Beschäftigte mit seltenen Qualifikationen und hoher Verantwortung verfügen jedoch weiterhin über eine starke Verhandlungsposition.
Spezialisierte Fähigkeiten und GenAI-Kompetenzen treiben Gehälter
Als Hauptgrund für die überdurchschnittliche Vergütung führen 58 % der befragten Personalverantwortlichen spezialisierte Fähigkeiten an. Zudem sind 39 % der Unternehmen bereit, für Kenntnisse im Bereich generativer künstlicher Intelligenz (GenAI) mehr Gehalt zu bezahlen. Mit Blick auf die kommenden Entwicklungen gehen 44 % der Entscheider von steigenden Vergütungsbudgets aus.
Die Bereitschaft, Budgets für Spitzenkräfte zu überschreiten, variiert nach Branchen:
- Im Bereich Banking und Financial Services bieten 57 % der Verantwortlichen Gehälter oberhalb der Bandbreite.
- In Administration, HR und Office Support sind es 50 %.
- Im Sektor IT und Technologie liegt der Anteil bei 46 %.
- Im Finanz- und Rechnungswesen zahlen 43 % der Arbeitgeber mehr als geplant.
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Auch der finanzielle Aufschlag für GenAI-Fähigkeiten unterscheidet sich je nach Tätigkeitsfeld. Im Bankensektor zeigen sich 45 % bereit, für entsprechende Kenntnisse mehr zu bezahlen, gefolgt vom Finanz- und Rechnungswesen mit 43 %. In den Bereichen Administration, HR und Office Support sind es 38 %, während im Technologie- und IT-Sektor 36 % der Arbeitgeber ein höheres Gehalt für diese Expertise veranschlagen.
Zusatzleistungen und Boni als Verhandlungsmasse
Neben der reinen Grundvergütung spielen Zusatzleistungen eine wachsende Rolle bei der Personalgewinnung. Demnach nennen 28 % der wechselwilligen Beschäftigten bessere Nebenleistungen als Hauptgrund für ihre Jobsuche.
Sofern das Grundgehalt vergleichbar ausfällt, geben 52 % der Befragten an, dass Work-Life-Balance und Flexibilität ausschlaggebend sind. Für 50 % sind finanzielle Anreize entscheidend, während 42 % auf Angebote für Gesundheit und Wohlbefinden sowie 41 % auf die betriebliche Altersvorsorge achten.
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Die Arbeitgeberseite reagiert zunehmend auf diese Erwartungen: 62 % der Unternehmen verhandeln über Zusatzleistungen, bei Modellen zur Arbeitsflexibilität sind es 70 %.
Darüber hinaus verhandeln 52 % der Betriebe über Boni und sonstige finanzielle Anreize, und 40 % der Unternehmen rechnen mit höheren Bonuszahlungen als im Vorjahr. Dies deckt sich mit den Prioritäten der Angestellten: 69 % der Fachkräfte bewerten einen vertraglich vereinbarten Bonus als die wichtigste Zusatzleistung überhaupt.
