Gehaltsschere wÀchst: 4,6 Millionen Arbeitnehmer unter 2.750 Euro
18.06.2026 - 22:12:39 | boerse-global.de
900 Euro. Das zeigt der Stepstone Gehaltsreport 2026. Die Unterschiede zwischen Branchen und Regionen sind enorm.
Mediziner und IT-Experten an der Spitze
Wer in Deutschland viel verdienen will, sollte in die Medizin oder IT gehen. Ărzte knacken regelmĂ€Ăig die 100.000-Euro-Marke. IT-Consultants kommen im Schnitt auf 106.750 Euro. Auch KI-Entwickler starten mit rund 92.000 Euro.
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Im Bankwesen liegt das Gehaltsniveau bei etwa 70.250 Euro. FĂŒhrungskrĂ€fte verdienen bundesweit rund 21 Prozent mehr als BeschĂ€ftigte ohne Personalverantwortung. Rund 69 Prozent der Unternehmen honorieren Expertenwissen besonders, wie eine Erhebung von Robert Half zeigt.
Hamburg vorn, Mecklenburg-Vorpommern Schlusslicht
Das Nord-SĂŒd- und West-Ost-GefĂ€lle bleibt bestehen. Hamburg fĂŒhrt mit einem Medianentgelt von 4.527 Euro die Liste an. Mecklenburg-Vorpommern bildet mit 3.294 Euro das Schlusslicht. Dort verdient jeder dritte VollzeitbeschĂ€ftigte weniger als 2.750 Euro brutto im Monat. Bundesweit betrifft das rund 4,6 Millionen Menschen â etwa jeden f?nft Arbeitnehmer.
Sachsen-Anhalt legte beim verfĂŒgbaren Pro-Kopf-Einkommen 2024 um 4,6 Prozent auf 26.297 Euro zu. Das ist stĂ€rker als der Bundesdurchschnitt (plus 3,7 Prozent auf 30.069 Euro). Dennoch erreicht das Land mit 87,5 Prozent des Bundeswerts das niedrigste Niveau. Spitzenreiter bleibt Bayern mit 31.525 Euro pro Kopf (2023).
Industrie verliert an Bedeutung
Die Industrie steckt im Wandel. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung und des IW Köln belegt: Mit 6,6 Millionen BeschÀftigten erreichte der Sektor ein Zehnjahrestief. Der Anteil an der GesamtbeschÀftigung sank von 22 Prozent (2014) auf aktuell 19 Prozent.
Der Lohnvorsprung der Industrie bei EinstiegsgehÀltern schrumpfte von 20,4 Prozent auf nur noch 10,4 Prozent (2024). Hauptursache: zögerliche Neubesetzungen von Stellen.
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Gleichzeitig steht der Arbeitsmarkt vor einem massiven Umbruch. Bis 2036 scheiden rund 20 Millionen Babyboomer aus dem Erwerbsleben aus. Das reduziert die Erwerbsbevölkerung laut IW-Prognosen um 4,3 Millionen Menschen. Besonders betroffen: das Saarland, Sachsen und Bayern.
Wenig Transparenz bei GehÀltern
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie sollte mehr Klarheit schaffen. Die Umsetzungsfrist endete am 7. Juni 2026. Doch die Wirkung ist ĂŒberschaubar: Im ersten Quartal 2026 enthielten nur 23 Prozent der Stellenanzeigen konkrete Gehaltsangaben. Die höchste Transparenz bietet die Logistikbranche. Schlusslicht sind Marketing und PR mit 14 Prozent.
Renten steigen zum Juli
FĂŒr Rentner gibt es gute Nachrichten: Zum 1. Juli 2026 steigen die BezĂŒge um 4,24 Prozent. FĂŒr eine Standardrente nach 45 Beitragsjahren bedeutet das ein Plus von 77,85 Euro. Die durchschnittliche Rente nach AbzĂŒgen liegt dann bei 1.289 Euro.
Die Bundesregierung hat die Haltelinie fĂŒr das Rentenniveau von 48 Prozent bis 2031 verlĂ€ngert. Ohne diese Absicherung hĂ€tte die Erhöhung nur bei 4,05 Prozent gelegen.
