GeldwĂ€sche-Ermittlungen: Belgien prĂŒft Wise wegen 500 Mio. Euro
02.06.2026 - 10:01:22 | boerse-global.deIm Zentrum stehen GeldwĂ€schevorwĂŒrfe im Zusammenhang mit Transaktionen von rund 500 Millionen Euro.
Systematische VerstöĂe gegen GeldwĂ€schegesetze?
Die BrĂŒsseler Staatsanwaltschaft bestĂ€tigte, dass die Ermittlungen gegen die europĂ€ische Tochter Wise Europe SA in der Schlussphase sind. Die Behörden prĂŒfen, ob die Plattform von kriminellen Gruppen genutzt wurde, um Erlöse aus Drogenhandel, Korruption und Betrug zu waschen.
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Auslöser der Untersuchung war, dass der Name des Fintech-Unternehmens in Hunderten von Rechtshilfeersuchen aus mehr als 30 europĂ€ischen LĂ€ndern auftauchte. Die Ermittler konzentrieren sich auf mögliche VerstöĂe gegen Anti-GeldwĂ€sche-Vorschriften â insbesondere auf MĂ€ngel bei der Kundenidentifizierung und TransaktionsĂŒberwachung.
Milliarden-Marktwert unter Druck
Die Nachricht schlug am Montag an der Börse ein. Die Wise-Aktie stĂŒrzte in London um bis zu 19 Prozent ab, erholte sich jedoch teilweise und schloss rund 8 Prozent im Minus. Das Unternehmen mit ĂŒber 19 Millionen Kunden weltweit und tĂ€glich rund 4,7 Millionen Transaktionen verlor deutlich an Marktwert.
Wise betonte in einer Stellungnahme die volle Kooperation mit den Behörden. Das Unternehmen bezeichnete Informationsanfragen der Strafverfolgung als Routine im FinanzgeschĂ€ft. Man habe bislang keine konkreten VorwĂŒrfe oder Ergebnisse erhalten â die Behauptungen seien spekulativ. Rund ein Drittel der weltweiten Belegschaft sei im Kampf gegen FinanzkriminalitĂ€t tĂ€tig.
Vorgeschichte: Wise bereits mehrfach im Visier
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Der aktuelle Fall reiht sich in eine Serie von regulatorischen Problemen ein:
- Juli 2025: Die US-Tochter von Wise zahlte einen Vergleich in Höhe von rund 3,9 Millionen Euro an Aufsichtsbehörden aus sechs Bundesstaaten. Grund: MĂ€ngel bei der Ăberwachung verdĂ€chtiger AktivitĂ€ten und Probleme mit der DatenintegritĂ€t.
- Ende 2024: Die britische Finanzaufsicht FCA belegte Wise-MitgrĂŒnder und CEO Kristo KÀÀrmann mit einer Geldstrafe von umgerechnet rund 410.000 Euro. Der Vorwurf: KÀÀrmann hatte der Behörde eigene Steuerprobleme verschwiegen â fĂŒr die FCA ein relevantes Kriterium bei der Beurteilung seiner Eignung als Finanzvorstand.
- 2022 bis 2024: Die belgische Nationalbank ordnete einen formellen Sanierungsplan an. Grund waren fehlende Adressnachweise fĂŒr Hunderttausende Kundenkonten.
Die Ermittlungen werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, vor denen schnell wachsende Fintech-Unternehmen stehen: Zwischen Expansion und Compliance â ein Spagat, der fĂŒr Wise zunehmend zum Risiko wird.
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