Generation Z: Erwerbsquote auf Rekord von 76,8 Prozent gestiegen
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 12:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Einer aktuellen Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge erreicht die Erwerbsbeteiligung junger Erwachsener in Deutschland einen historischen Höchststand. Entgegen verbreiteter Annahmen über eine mangelnde Arbeitsmoral der sogenannten Generation Z zeigen die Daten einen kontinuierlichen Anstieg der Erwerbstätigkeit über das letzte Jahrzehnt. Diese Entwicklung fällt in eine Zeit, in der die politische Debatte über eine Ausweitung der Arbeitszeiten sowie gesetzliche Reformen an Intensität gewinnt.
Signifikanter Anstieg der Erwerbsquote seit 2015
Die Erwerbsquote der 20- bis 24-Jährigen ist im Zeitraum von 2015 bis 2025 um 7,1 Prozentpunkte gestiegen. Mit einem Wert von 76,8 Prozent markiert dies den höchsten Stand seit Jahrzehnten. Auch in der jüngeren Vergangenheit setzte sich dieser Trend fort: Seit 2023 verzeichnete das IAB einen weiteren Anstieg um 0,9 Prozentpunkte in dieser Altersgruppe.
Die Autoren der Studie, Timon Hellwagner und Enzo Weber, widersprechen auf Basis dieser Ergebnisse dem gängigen Klischee einer arbeitsunwilligen Generation. Der Forscher Enzo Weber betonte in diesem Zusammenhang, dass die Daten die Unterstellung einer generellen Arbeitsunwilligkeit nicht stützten. Besonders deutlich zeigt sich die Veränderung bei den Studierenden im Alter von 20 bis 24 Jahren. In dieser Teilgruppe kletterte die Erwerbsquote zwischen 2015 und 2023 um 19 Prozentpunkte auf nunmehr 56 Prozent.
Flankiert werden diese Erkenntnisse durch die Jugendstudie „Jugend in Deutschland 2026“. Die Befragung von 2.000 Personen im Alter zwischen 14 und 29 Jahren attestiert der jungen Generation eine hohe Leistungsbereitschaft.
Politische Forderungen nach Mehrarbeit
Trotz der empirisch belegten hohen Erwerbsbeteiligung fordern Vertreter aus Politik und Wirtschaft eine Ausweitung des Arbeitsvolumens in Deutschland. Bundeskanzler Merz erklärte, er erwarte bereits im Herbst einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Arbeitszeitreform. Der Bundeskanzler fordert von der Bevölkerung generell mehr Arbeit ein, um die wirtschaftliche Stabilität zu sichern.
Wer sich mit der politischen Debatte um Mehrarbeit und neue Gesetzentwürfe befasst, sollte auch die aktuellen Pflichten zur Dokumentation kennen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie die gesetzlich vorgeschriebene Zeiterfassung rechtssicher in Ihrem Betrieb umsetzen. In 10 Minuten zur gesetzeskonformen Arbeitszeiterfassung
Unterstützung erhält dieser Kurs von CSU-Chef Markus Söder, der sich konkret für eine Stunde Mehrarbeit pro Woche ausspricht. Auch Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger drängt auf Veränderungen und fordert eine grundlegende Reform des Arbeitszeitgesetzes, um flexiblere und längere Einsatzzeiten zu ermöglichen.
Kontroversen um die 40-Stunden-Woche und den Acht-Stunden-Tag
In der Wirtschaft werden Rufe nach einer Rückkehr zu traditionellen Arbeitszeitmodellen laut. Der Unternehmer Martin Herrenknecht plädiert dafür, die 40-Stunden-Woche wieder als Standard in Deutschland zu etablieren. Als Vorbild führt er die Schweiz an, wo die durchschnittliche Wochenarbeitszeit bei 42 Stunden liege, was im Jahresvergleich einer Mehrleistung von 250 Stunden entspreche.
Die Diskussion um die 40-Stunden-Woche und flexiblere Einsatzzeiten verdeutlicht, wie wichtig eine präzise Dokumentation der geleisteten Stunden ist. Sichern Sie sich die kostenlose Checkliste und alle wichtigen Informationen zum aktuellen EU-Recht rund um Pausen und Überstunden. Kostenlose Checkliste zur Arbeitszeiterfassung jetzt herunterladen
Gewerkschaftsvertreter äußern deutliche Kritik an diesen Bestrebungen. Der DGB warnt vor einem gezielten Angriff auf den gesetzlichen Acht-Stunden-Tag. Nach Einschätzung der Arbeitnehmervertreter drohen ohne den Schutz durch Tarifbindungen Arbeitstage von bis zu 13 Stunden. Die Debatte verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen den Rekordwerten bei der Erwerbsquote junger Menschen und dem wachsenden wirtschaftlichen Druck zur weiteren Flexibilisierung und Ausweitung der Arbeitszeit.
