GESAMT-ROUNDUP: Krawalle bei Protesten in Europa - neue Blockaden geplant
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 15:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Proteste etwa in Frankreich, der Schweiz, Ăsterreich, Albanien und Portugal wurden von Ausschreitungen begleitet.
In Frankreich demonstrierten laut dem Innenministerium 320.000 Menschen, davon allein 70.000 in der Hauptstadt Paris. Am vergangenen Samstag hatte die Zahl demnach noch bei 410.000 gelegen. Organisatoren sprachen von rund einer halben Million Teilnehmenden. Die DemonstrationszĂŒge in den StĂ€dten verliefen zunĂ€chst friedlich. Zum Ende des Tages kam es jedoch zu ZusammenstöĂen mit SicherheitskrĂ€ften.
Knapp 780 Festnahmen in Frankreich
In StĂ€dten wie Paris oder Marseille brannten GegenstĂ€nde auf den StraĂen, Bilder aus Lyon oder Nantes zeigten dichte TrĂ€nengaswolken. 515 BrĂ€nde seien bekĂ€mpft und 36 GeschĂ€fte beschĂ€digt worden, hieĂ es. Es habe drei PlĂŒnderungen gegeben. Die Behörden meldeten einschlieĂlich der Halloween-Nacht 779 Festnahmen. In Paris wurde laut dem Innenminister ein Gendarm von Flammen erfasst, nachdem ein Molotowcocktail auf eine Absperrung geworfen worden war.
FĂŒr die nĂ€chste Woche kĂŒndigten französische SchĂŒler- und Studierendenorganisationen, Gewerkschaften sowie die Gelbwesten-Bewegung an mehreren Tagen neue Aktionen an - etwa am Donnerstag, wo zum landesweiten Generalstreik aufgerufen ist.
Vermummte Demonstranten in der Schweiz
Auch in der Schweiz gab es gewalttĂ€tige Proteste. In ZĂŒrich versammelten sich nach Polizeiangaben mehrere Hundert zum Teil vermummte Demonstranten. Die Situation sei eskaliert, nachdem von den Demonstranten Container in Brand gesetzt und auch ein Auto angezĂŒndet worden sei, hieĂ es. "Die EinsatzkrĂ€fte wurden immer wieder massiv mit Pyrotechnik, Flaschen und Steinen angegriffen. Die Polizei setzte ihrerseits Wasserwerfer, Reizgas und Gummischrot gegen die Randalierer ein", teilten die Behörden mit. SpĂ€ter habe sich die Situation beruhigt.
Auch in Basel kam es zu Ausschreitungen. Dort waren laut Polizei rund 150 Menschen auf die StraĂe gegangen. Sie hĂ€tten Barrikaden angezĂŒndet.
Einzelne Festnahmen in Wien
In Wien waren vorsorglich mehrere Hundert Polizeibeamte aufgeboten worden, um Ausschreitungen bei Versammlungen zu verhindern. Nach den Demonstrationen kam es jedoch zu vereinzelten ZwischenfĂ€llen. Die Beamten seien meist wegen missbrĂ€uchlicher Verwendung von Pyrotechnik eingeschritten, teilten die Behörden mit. FĂŒnf Personen seien wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt oder wegen des Verdachts der SachbeschĂ€digung vorlĂ€ufig festgenommen worden. Einer der TatverdĂ€chtigen soll versucht haben, ein abgestelltes Polizeifahrzeug mit einer brennbaren FlĂŒssigkeit zu beschĂ€digen.
Krawalle auch in Portugal und Albanien
Auch in Portugal kam es erneut zu ZusammenstöĂen. In Lissabon und Porto wurden insgesamt 13 Demonstranten festgenommen. Zahlreiche Menschen wurden verletzt, darunter 13 Polizisten. Die Polizei bestĂ€tigte Medienberichte, wonach ein Zivilbeamter wĂ€hrend der Proteste in Porto seine Dienstwaffe gezogen habe. StaatsprĂ€sident AntĂłnio JosĂ© Seguro forderte AufklĂ€rung.
Zu Ausschreitungen kam es auch in der albanischen Hauptstadt Tirana. Teilnehmer einer Kundgebung von Studenten und SchĂŒlern zĂŒndeten laut albanischen Medien vor dem Bildungsministerium MĂŒllcontainer an und bewarfen die Polizei mit Molotowcocktails und Steinen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und TrĂ€nengas ein. Nach Angaben der Behörden wurden sechs Menschen festgenommen. Der Samstag war der 19. aufeinanderfolgende Tag von Jugendprotesten in Tirana mit Forderungen nach mehr staatlichen Ressourcen fĂŒr Schulen und UniversitĂ€ten, besseren Bildungs- und Berufschancen und dem RĂŒcktritt von MinisterprĂ€sident Edi Rama.
