Gewerkschaft IGBCE startet Kampagne für Industriestrompreis von 5 Cent
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) hat am 12. August 2026 den Start der Kampagne „Wirtschaftswunde“ bekannt gegeben. Verbunden mit einer großangelegten Petition zielt die Initiative darauf ab, den politischen Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen, um tiefgreifende Reformen für den Industriestandort Deutschland zu erwirken. Die Gewerkschaft warnt vor einer schleichenden Schwächung der industriellen Basis und fordert sofortige Gegenmaßnahmen.
Konkrete Forderungen zur Entlastung der Industrie
Im Zentrum der Kampagne stehen spezifische wirtschaftspolitische Instrumente, die nach Ansicht der IGBCE die internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern sollen. Eine Kernforderung betrifft die Energiekosten: Die Gewerkschaft setzt sich für die Einführung eines Industriestrompreises von 5 Cent/kWh ein. Dies solle Unternehmen Planungssicherheit bei den Transformationsprozessen bieten und die Abwanderung energieintensiver Produktionen verhindern.
Zusätzlich fordert die Organisation eine Deckelung des CO2-Preises, um die finanzielle Belastung für heimische Betriebe in einem kalkulierbaren Rahmen zu halten. Die Kampagne thematisiert zudem den Handelsschutz. Die IGBCE spricht sich in ihrer Petition für einen verstärkten Schutz vor unfairer Konkurrenz aus dem Ausland aus. Damit einhergehend fordert die Gewerkschaft verbindliche Standortgarantien, um Arbeitsplätze und Wertschöpfungsketten dauerhaft in Deutschland zu halten.
Mitgliederbefragung zeigt tiefes Misstrauen in die Politik
Wer sich in Zeiten des industriellen Wandels für den Erhalt von Arbeitsplätzen einsetzt, muss seine Mitbestimmungsrechte genau kennen. Dieser kostenlose Ratgeber unterstützt Arbeitnehmervertreter dabei, faire Lösungen bei betrieblichen Veränderungen zu verhandeln. Kostenlosen Ratgeber für gerechte Sozialpläne herunterladen
Die Dringlichkeit der Kampagne wird durch eine aktuelle interne Umfrage der Gewerkschaft unterstrichen. An der Erhebung nahmen insgesamt 3655 Mitglieder teil. Die Ergebnisse zeichnen ein deutliches Bild der Stimmungslage in den Betrieben: Rund 90 Prozent der befragten Arbeitnehmer gaben an, in der aktuellen Politik kein Verständnis für die Belange der Industrie zu erkennen.
Dieses Ergebnis wertet die IGBCE als Beleg für eine wachsende Entfremdung zwischen der industriellen Basis und den politischen Entscheidungsträgern. Die Kampagne „Wirtschaftswunde“ soll diese Lücke schließen und die Sorgen der Beschäftigten direkt in die politische Debatte einbringen.
Unterstützung durch den DGB und geplante Aktionstage
Die Initiative der IGBCE findet breite Unterstützung innerhalb der gewerkschaftlichen Strukturen. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat sich positioniert und für den 26. September 2026 einen bundesweiten Aktionstag angekündigt. Die Proteste und Informationsveranstaltungen sollen zeitgleich in 15 Städten stattfinden.
Um die Interessen der Belegschaft auch bei schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wirksam zu vertreten, ist eine fundierte Vorbereitung der Arbeitnehmervertreter entscheidend. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie Mitbestimmungsrechte beim Interessenausgleich aktiv zu Gunsten der Kollegen nutzen können. Gratis PDF-Report zur Standortsicherung anfordern
Ziel dieses konzertierten Vorgehens ist es, die industriepolitischen Forderungen kurz vor wichtigen politischen Weichenstellungen noch einmal deutlich sichtbar zu machen. Die Organisatoren erwarten eine hohe Beteiligung, da die Themen Energiesicherheit, Handelsschutz und Standorterhalt über die Branchen der IGBCE hinaus die gesamte deutsche Industrie betreffen. Durch die Bündelung der Kräfte in der Petition und auf der Straße soll die Notwendigkeit einer aktiven Industriepolitik untermauert werden.
