Porsche, Baden-WĂŒrttemberg

Porsche-Mitarbeiter bekommen keine PrĂ€mie fĂŒr 2025

23.04.2026 - 18:16:06 | dpa.de

Gewinneinbruch, AbsatzrĂŒckgang, Sparprogramm: Bei Porsche lief es schon einmal besser. Das bekommt nun auch die Belegschaft in Deutschland zu spĂŒren. Nach Jahren hoher PrĂ€mien gehen sie leer aus.

  • Seit Jahresbeginn Porsche-Chef: Michael Leiters. (Archivbild) - Foto: Marijan Murat/dpa
    Seit Jahresbeginn Porsche-Chef: Michael Leiters. (Archivbild) - Foto: Marijan Murat/dpa
  • Die Porsche-Mitarbeiter erhalten fĂŒr 2025 erstmals seit Jahren keine Sonderzahlung. (Archivbild) - Foto: Marijan Murat/dpa
    Die Porsche-Mitarbeiter erhalten fĂŒr 2025 erstmals seit Jahren keine Sonderzahlung. (Archivbild) - Foto: Marijan Murat/dpa
Seit Jahresbeginn Porsche-Chef: Michael Leiters. (Archivbild) - Foto: Marijan Murat/dpa Die Porsche-Mitarbeiter erhalten fĂŒr 2025 erstmals seit Jahren keine Sonderzahlung. (Archivbild) - Foto: Marijan Murat/dpa

Die Krise bei Porsche hat nun auch Folgen fĂŒr die Mitarbeiter des Sport- und GelĂ€ndewagenbauers: Erstmals seit Jahren erhalten sie keine PrĂ€mie. «Aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens wird es fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2025 keine freiwillige Sonderzahlung geben», teilte ein Sprecher des MDax-Konzerns auf Anfrage in Stuttgart mit. Die Belegschaft sei darĂŒber bereits informiert worden. 

FĂŒr 2023 hatten sich UnternehmensfĂŒhrung und Betriebsrat noch auf eine PrĂ€mie von bis zu 9.690 Euro geeinigt. Ein Jahr spĂ€ter lag sie bei bis zu 5.250 Euro. In der Vergangenheit erhielten die Sonderzahlung alle BeschĂ€ftigten an deutschen Standorten, die fest bei der Porsche AG und Tochtergesellschaften angestellt sind. Dazu gehören auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Porsche-Werks in Leipzig. Das sind derzeit mehr als 27.000 Menschen. 

Jahrelang gab es ĂŒppige Sonderzahlungen bei Porsche

Porsche galt jahrelang als der Autohersteller, der mit die höchsten Boni an seine Mitarbeiter ausbezahlt. Das System bei den Zuffenhausenern gibt es seit 1997. Ob die freiwillige Sonderzahlung im Zeitraum danach bereits einmal gestrichen wurde, war zunÀchst nicht bekannt. Sicher ist: Seit mindestens 2007 hat das Unternehmen in jedem GeschÀftsjahr eine MitarbeiterprÀmie ausbezahlt.

Die Krise in der Autobranche hat 2025 alle deutschen Hersteller getroffen. Mal mehr, mal weniger stark. Aber: Alle anderen zahlen - wenn auch teils deutlich gesunkene - Boni aus. Bei Mercedes-Benz erhalten die anspruchsberechtigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter frĂŒheren Angaben zufolge voraussichtlich bis zu 3.139 Euro. TarifbeschĂ€ftigten bei Volkswagen bekommen - entgegen einer frĂŒheren Absage - nun doch eine PrĂ€mie von 1.250 Euro. Und auch Audi und BMW beteiligen Berichten zufolge ihre BeschĂ€ftigten.

Kurswechsel kostete Milliarden

Der Autobauer hatte Mitte MĂ€rz einen enormen Gewinneinbruch gemeldet. Der KonzernĂŒberschuss sackte im Vergleich zum Vorjahr um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro ab. 2024 waren es noch fast 3,6 Milliarden. Der Umsatz sank um fast ein Zehntel auf rund 36,3 Milliarden Euro. 

Ursachen dafĂŒr gab es viele: Die GeschĂ€fte in China stockten, die US-Zollpolitik kostete viel Geld und die Elektro-Modelle von Porsche fanden deutlich weniger Anklang als erwartet. Ex-Vorstandschef Oliver Blume hat deshalb vor seinem Abgang noch die Strategie umgekrempelt - mehr Verbrenner im Angebot sollen wieder Schub geben. Allein dafĂŒr fielen Kosten von rund 2,4 Milliarden Euro an. Die Schwaben mĂŒssen daher die Kosten deutlich senken und Stellen abbauen. Ein weiteres Sparprogramm wird aktuell verhandelt. 

Porsche-Management ebenfalls ohne Jahresbonus

Die mauen Jahreszahlen haben auch Folgen fĂŒr die Porsche-FĂŒhrung: Einen Jahresbonus gab es fĂŒr die Vorstandsmitglieder nicht. Außerdem werde die GrundvergĂŒtung des Managements – wie bereits im Vorjahr – nicht erhöht, teilte der Sprecher weiter mit. Die AktionĂ€re können aber voraussichtlich mit einer Dividende rechnen. Auch wenn sich diese nach dem Willen des Vorstands mehr als halbieren soll - von 2,31 Euro je Vorzugsaktie auf 1,01 Euro.

Das Management um den neuen Chef Michael Leiters rechnet 2026 weiterhin mit einem «sehr herausfordernden Marktbedingungen». Von Januar bis MĂ€rz waren die Verkaufszahlen erneut gesunken. Das Unternehmen peilt bislang einen Umsatz von rund 35 bis 36 Milliarden Euro an. Die Konzernumsatzrendite - in dem Fall das VerhĂ€ltnis zwischen operativem Gewinn und Umsatz - soll zwischen 5,5 und 7,5 Prozent liegen. 2025 waren es 1,1 Prozent. Leiters hat zu Jahresbeginn die Nachfolge von Blume angetreten, der sich seitdem auf die FĂŒhrung des VW-Konzerns konzentriert.

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