Giftige, Raupen

Giftige Raupen: Städte sperren Parks, Kosten explodieren

14.06.2026 - 09:33:45 | boerse-global.de

Rekordbefall giftiger Raupen zwingt deutsche Kommunen zu Parksperrungen und teuren Bekämpfungsmaßnahmen.

Giftige Raupenplage: Städte sperren Parks und fordern Millionen
Giftige - Ein Ast einer Eiche ist dicht mit Eichenprozessionsspinner-Raupen und ihren Nestern bedeckt, im Hintergrund ist ein Stadtpark mit Absperrband zu sehen. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Zahlreiche Städte und Gemeinden melden Rekordbefall, sperren Parks und Sportanlagen – und kämpfen mit explodierenden Kosten.

Befall erstreckt sich über das gesamte Stadtgebiet

In Bremen wurden knapp 900 befallene Bäume registriert – deutlich mehr als im Vorjahr. Laut der Pressestelle des Senats gibt es keine lokalen Hotspots mehr. Der Befall erstreckt sich mittlerweile über das gesamte Stadtgebiet.

Anzeige: Die Kosten für die Raupenbekämpfung explodieren – in Berlin rechnen Bezirke mit über 500.000 Euro pro Bezirk. Dieser Report liefert einen Kostenvergleich aller Methoden und eine Checkliste zur Priorisierung von Nestern an sensiblen Standorten. Jetzt kostenlosen Report anfordern

Auch Franken ist schwer betroffen: Städte wie Nürnberg, Würzburg, Coburg und Schwabach melden einen massiven Befall. In Nürnberg sind die zuständigen Stellen bereits überlastet. Betroffene müssen mit Wartezeiten von etwa zwei Wochen für Bekämpfungsmaßnahmen rechnen.

Berliner Bezirke fordern Millionen-Hilfe vom Senat

Die finanzielle Dimension wird besonders in Berlin deutlich. Die Bezirke schätzen die Kosten für die Bekämpfung auf über 500.000 Euro pro Bezirk. Sie fordern Unterstützung vom Senat.

In Dessau-Roßlau wurden für den Einsatz von Bioziden, Drohnen und Hubschraubern zur Behandlung von rund 6.000 Eichen Kosten von etwa 200.000 Euro veranschlagt. Der Berliner Senat will am kommenden Dienstag mit den Bezirken über eine zentrale Koordination und finanzielle Hilfen beraten.

Vorsorge und Bekämpfung: Von Öl bis Hubschrauber

Die Kommunen setzen auf unterschiedliche Strategien. In Düsseldorf wurden bereits im Mai rund 750 Eichen vorsorglich mit einer biologischen Ölsuspension behandelt. Bislang verzeichnet die Stadt keine bestätigten Fälle.

In Braunschweig wurden dagegen bereits 200 Nester im Absaugverfahren entfernt. Dort waren 28 Befälle bestätigt worden. In der Prignitz und in Ludwigslust-Parchim kam die Bekämpfung per Hubschrauber zum Einsatz – allein in der Prignitz wurde eine Fläche von 610 Hektar behandelt.

Kleinere Gemeinden wie Welver in Nordrhein-Westfalen setzen auf den örtlichen Bauhof und spezialisierte Fachfirmen. Sie saugen Nester an sensiblen Standorten wie Kitas, Schulen und Spielplätzen priorisiert ab.

Gesundheitsgefahr: Sechs Sportanlagen in Berlin gesperrt

Die Brennhaare der Raupen können Juckreiz, Hautausschläge und Atembeschwerden auslösen. Die Behörden müssen drastische Maßnahmen ergreifen. In Berlin wurden bereits sechs Sportanlagen gesperrt und öffentliche Veranstaltungen verschoben.

Auch im Schweizer Kanton Schaffhausen wurden Wanderwegabschnitte wegen EPS-Funden in mehreren Gemeinden geschlossen.

Naturschutzgebiete: Warnschilder statt Bekämpfung

Besondere Herausforderungen ergeben sich in Naturschutzgebieten wie dem Drömling an der Grenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Dort wurde ein ungewöhnlich starkes Auftreten der Raupen zwischen Helmstedt und Wolfsburg festgestellt.

Anzeige: Gesundheitsgefahr durch Brennhaare: In Berlin wurden bereits sechs Sportanlagen gesperrt. Kommunale Entscheider brauchen jetzt einen klaren Fahrplan für Prävention und Koordination mit Behörden. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Risiken minimieren und Haftungsfallen vermeiden. Präventions-Leitfaden jetzt sichern

Da eine aktive Bekämpfung in Naturschutzgebieten oft nicht möglich ist, beschränken sich die Forstämter auf Warnschilder. Sie empfehlen dringend, befestigte Wege nicht zu verlassen.

Experten warnen: Die giftigen Haare der Raupen können bis zu zwei Jahre lang in der Umwelt aktiv bleiben. Das aktuelle Raupenstadium und die damit verbundene akute Gefahr werden voraussichtlich bis Ende August anhalten. Die Belastung kann bis zur Verpuppung Ende Juni weiter zunehmen.

Bürger werden aufgefordert, Sichtungen mit genauen Standortangaben an die zuständigen Gesundheits- oder Umweltämter zu melden. Die Entfernung sollten ausschließlich Fachfirmen übernehmen.

de | wirtschaft | 69537580 |