Gleissanierung 10. Juli: Bahn braucht 2.300 FachkrÀfte sofort
30.06.2026 - 09:55:27 | boerse-global.de
Am 29. Juni startete in Holleben eine spezialisierte Weiterbildung, die den wachsenden Bedarf an FachkrĂ€ften fĂŒr Gleisbaustellen decken soll.
Qualifizierung nach Vorschrift
Die Schulung konzentriert sich auf die Einhaltung der Regeln nach BOStrab und VDV-Schrift 610. Die eintĂ€gige Intensivphase in Sachsen-Anhalt endete mit einer schriftlichen PrĂŒfung. Die Kosten liegen bei rund 795 Euro.
Teilnehmer mĂŒssen mindestens 18 Jahre alt sein, körperlich und geistig tauglich sowie ausreichende Deutschkenntnisse mitbringen.
Neben diesen Kurzzeitschulungen setzt die Branche auf langfristige Qualifizierung. Die DB Fahrwegdienste GmbH bietet in Duisburg eine zwölfmonatige Umschulung zur Fachkraft fĂŒr Baustellensicherung an â Start ist der 1. November 2026. ErgĂ€nzend gibt es siebentĂ€gige Kurse fĂŒr spezialisierte Funktionen wie Schaltantragsteller.
GroĂprojekte treiben Nachfrage
Der Bedarf an Sicherungspersonal zeigt sich in den aktuellen Arbeitsmarktdaten. Allein im Raum Augsburg waren ĂŒber 2.100 Stellen im Ausbildungsbereich ausgeschrieben. Unternehmen wie die TĂV SĂD AG oder die ZUGKRAFT Bahnservice suchen hĂ€nderingend Personal.
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Grund dafĂŒr sind bevorstehende GroĂprojekte. Am 10. Juli 2026 beginnt die Korridorsanierung zwischen Troisdorf und Wiesbaden. Auf 160 Kilometern Strecke arbeiten ĂŒber 2.300 BeschĂ€ftigte mit 340 Baumaschinen an Gleisen und Oberleitungen. Die MaĂnahme lĂ€uft bis zum 12. Dezember 2026.
Auch die Inbetriebnahme des neuen elektronischen Stellwerks (ESTW) in Gerwisch im vierten Quartal 2026 erfordert intensive Absicherung der Bauphasen â diese dauern bis Ende September an.
Alte Stellwerke, steigender Druck
Die Dringlichkeit der Ausbildung unterstreicht der Zustand des Schienennetzes. Die Landesregierung in Sachsen-Anhalt kritisierte Ende Juni den Sanierungsbedarf bei Gleisen und BrĂŒcken. Die Bahn kĂŒndigte verstĂ€rkte Wartungsarbeiten und Investitionen an.
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Technische AusfĂ€lle zeigen die FragilitĂ€t des Systems. In Wuppertal-Vohwinkel legten wiederholte Stellwerkdefekte den Verkehr zwischen DĂŒsseldorf und Wuppertal lahm. Viele Stellwerke in der Region sind in schlechtem Zustand, eine vollstĂ€ndige Erneuerung ist teilweise erst fĂŒr die 2030er Jahre geplant.
Die Folge: Bestehende Anlagen mĂŒssen hĂ€ufiger repariert werden. Das wiederum erhöht den Bedarf an Sicherungsposten fĂŒr kurzfristige BaustelleneinsĂ€tze.
