Glyphosat-Streit: Supreme Court entscheidet 7:2 zugunsten Bayer
28.06.2026 - 06:14:39 | boerse-global.de
Das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) wirft der Nationalen Kontaktstelle (NKS) fĂŒr die OECD-LeitsĂ€tze vor, den Leverkusener Agrarkonzern Bayer vor rechtlichen Konsequenzen zu schĂŒtzen. Im Fokus: Bayers GeschĂ€fte in SĂŒdamerika.
Verfahren zu Pestizidfolgen eingestellt
Sechs Organisationen aus Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Deutschland hatten 2024 Beschwerde eingereicht. Sie machten negative Folgen von Pestiziden und Gentechnik im Sojaanbau fĂŒr Umwelt und Bevölkerung geltend.
Nach zwei Jahren PrĂŒfung stellte die im Bundeswirtschaftsministerium angesiedelte NKS das Verfahren ein. Die Behörde bot eine Mediation an â die Beteiligten lehnten ab. Das ECCHR wirft der NKS vor, die Interessen des Konzerns ĂŒber die Sorgfaltspflichten gegenĂŒber Betroffenen zu stellen.
WĂ€hrend das Verfahren in Deutschland endet, treibt Bayer seine ExpansionsplĂ€ne voran. FĂŒr 2028 plant das Unternehmen die MarkteinfĂŒhrung des neuen Herbizidwirkstoffs Icafolin-Methyl in Brasilien.
US-Supreme-Court stÀrkt Bayer bei Glyphosat
Der Supreme Court hat Bayer bei Glyphosat gestĂ€rkt â doch rund 67.000 Verfahren sind noch anhĂ€ngig. Unser Report analysiert die Entscheidung, zeigt verbleibende Risiken und nennt Strategien fĂŒr Anleger. Analyse-Report jetzt kostenlos anfordern
Parallel dazu erzielte Bayer einen Erfolg vor dem höchsten US-Gericht. Der Supreme Court entschied am 27. Juni 2026 mit 7:2 Stimmen: Bundesrecht schlieĂt staatliche Klagen wegen fehlender Warnhinweise auf dem Herbizid Roundup aus. Das blockiert zahlreiche Verfahren zur Kennzeichnungspflicht.
Der Rechtsstreit um glyphosathaltige Produkte ist aber nicht beendet. Klagen wegen Produktfehlern oder FahrlĂ€ssigkeit bleiben weiterhin zulĂ€ssig. Rund 67.000 Verfahren sind noch anhĂ€ngig. Zentrale Referenz fĂŒr die KlĂ€ger: die Einstufung von Glyphosat als âwahrscheinlich krebserregendâ durch die Internationale Agentur fĂŒr Krebsforschung (IARC) von 2015.
Monsanto-Ăbernahme: Langwierige Folgen
WĂ€hrend der Supreme Court einen Teil der Glyphosat-Klagen blockiert, bleiben Produkthaftungs- und FahrlĂ€ssigkeitsklagen zulĂ€ssig. Wie Anleger das Milliardenrisiko einschĂ€tzen und ihr Portfolio schĂŒtzen können, erfahren Sie in diesem Report. Risiko-Check fĂŒr Bayer-AktionĂ€re
Seit der 63-Milliarden-Dollar-Ăbernahme von Monsanto 2018 belasten juristische Auseinandersetzungen den Konzern. 2020 stellte Bayer rund 10 Milliarden Dollar fĂŒr einen Vergleich bereit. Ein endgĂŒltiger Abschluss aller Verfahren steht aber weiter aus â besonders in den USA prĂŒfen Gerichte fortlaufend neue AnsprĂŒche.
WĂ€hrend in den USA vergangene Produkte im Fokus stehen, richten sich die Beschwerden des ECCHR gegen aktuelle und kĂŒnftige Praktiken in SchwellenlĂ€ndern. Die Kritiker fordern strengere Kontrollen durch deutsche Behörden â damit internationale Standards fĂŒr Wirtschaft und Menschenrechte auch in SĂŒdamerika gelten.
