Gormannstraße, Torstraße

Gormannstraße und Torstraße: Drei Berliner Mietshäuser verfallen seit Jahrzehnten

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 17:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Drei Berliner Wohnhäuser weisen schwere Bauschäden auf; Bewohner zahlen trotz des Sanierungsbedarfs ungewöhnlich niedrige Kaltmieten.
Verfallende Fassade eines Berliner Mietshauses mit bröckelndem Mauerwerk und sichtbaren Bauschäden an einem grauen Tag. Illustration mit AI erstellt.

Im Juli 2026 sind an einem Gebäudekomplex in Berlin Teile der Fassade auf ein parkendes Fahrzeug gestürzt. Infolge dieses Vorfalls an den Gebäuden in der Gormannstraße 17 und 17a sowie der Torstraße 89 sperrte die Polizei den betroffenen Straßenbereich für mehrere Wochen komplett ab.

Wie der Tagesspiegel in einem Bericht vom 24. Oktober 2026 darlegte, unterstreicht dieses Ereignis den gravierenden baulichen Zustand der Liegenschaften, die sich seit langer Zeit in einem fortgeschrittenen Verfallsprozess befinden.

Akute Gefahren durch bauliche Mängel

Die drei betroffenen Mietshäuser verfallen bereits seit über 20 Jahren kontinuierlich. Die Schäden an der Bausubstanz gelten inzwischen als schwerwiegend: Neben akuter Einsturzgefahr bei den Balkonen dringt seit Jahren unkontrolliert Wasser in das gesamte Mauerwerk ein.

Um Passanten auf dem Fußweg vor herabfallenden Trümmern und Material zu schützen, wurde bereits im Jahr 2009 ein Schutzgerüst über dem Bürgersteig errichtet. Trotz dieser langjährigen Schutzvorrichtung konnte der Vorfall im Sommer nicht verhindert werden, bei dem die herabfallenden Fassadenteile das Fahrzeug trafen und den Polizeieinsatz auslösten.

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Zuständigkeit der Pankower Wohnungsaufsicht

Die Situation der verwahrlosten Gebäude beschäftigt auch die Berliner Kommunalpolitik und die zuständigen Behörden. Für die Belange der Wohnungsaufsicht im Bezirk Pankow, in dessen Zuständigkeitsbereich die Häuser an der Gormannstraße und Torstraße liegen, zeichnet Bezirksstadtrat Cornelius Bechtler von den Grünen verantwortlich. Das behördliche Vorgehen bei der Wohnungsaufsicht steht regelmäßig vor der Herausforderung, ordnungsrechtliche Maßnahmen gegen Eigentümer durchzusetzen, wenn diese Instandhaltungen und Sanierungsarbeiten über Jahrzehnte hinweg versäumen.

Ungewöhnlich niedrige Mieten bei maroder Substanz

Trotz des dramatischen Sanierungsbedarfs und der bestehenden Schäden sind Teile des Ensembles weiterhin bewohnt. In der Gormannstraße 17a zahlen die Bewohner im Vergleich zum aktuellen Marktgefüge extrem niedrige Beträge. Für eine Wohnung mit 120 Quadratmetern liegt die Miete bei 627,25 Euro kalt.

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Eine weitere Einheit mit 140 Quadratmetern Fläche schlägt mit einer Kaltmiete von 744,80 Euro zu Buche. Die außergewöhnlich niedrigen Quadratmeterpreise stehen in direktem Zusammenhang mit der jahrelang ausgebliebenen Modernisierung und den damit verbundenen Belastungen für die Bewohner.

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