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WDH: Anteil von LNG an Gasimporten weiter gering

15.12.2023 - 07:26:37

(Grammatik im Leadsatz geglĂ€ttet)BONN - Deutschland wickelt seine Gasimporte bisher nur zu einem kleinen Teil ĂŒber die milliardenschwere Infrastruktur fĂŒr verflĂŒssigtes Erdgas (LNG) ab.

(Grammatik im Leadsatz geglÀttet)

BONN (dpa-AFX) - Deutschland wickelt seine Gasimporte bisher nur zu einem kleinen Teil ĂŒber die milliardenschwere Infrastruktur fĂŒr verflĂŒssigtes Erdgas (LNG) ab. Nach Daten der Bundesnetzagentur wurden seit der Eröffnung des ersten deutschen LNG-Terminals in Wilhelmshaven vor einem Jahr bis Anfang Dezember 2023 etwa 65,7 Terawattstunden LNG importiert. Insgesamt summierten sich Deutschlands Gasimporte in dieser Zeit auf 933,4 Terawattstunden. Der LNG-Anteil liegt also bei 7 Prozent.

Die Bundesregierung hatte fĂŒr dieses Jahr LNG-ImportkapazitĂ€ten von 13,5 Milliarden Kubikmetern Gas in Aussicht gestellt. Das entspricht mehr als 130 Terawattstunden und damit dem Doppelten dessen, was bisher tatsĂ€chlich an LNG importiert wurde. Die Ampelkoalition hatte die Einfuhr vorangetrieben, weil das verflĂŒssigte Erdgas maßgeblich dazu beitragen sollte, Deutschlands Energieversorgung zu sichern.

"Auch wenn wir die KapazitĂ€ten der LNG-Terminals heute noch nicht vollstĂ€ndig ausschöpfen mĂŒssen, sind die Terminals ein wichtiger Baustein fĂŒr eine unabhĂ€ngige und sichere Energieversorgung in Deutschland", sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). "Aktuell können wir gĂŒnstiger Pipeline-Gas beziehen. Jedoch ist die Lage an den EnergiemĂ€rkten noch immer angespannt. Daher ist es wichtig, dass wir die LNG-Terminals haben."

Die drohende Gasmangellage im vergangenen Winter habe man noch vor Augen, sagte Andreae weiter. Die Regierung habe daher gut gehandelt, solche Situationen vorsorglicher zu vermeiden.

Das LNG-Terminal im niedersĂ€chsischen Wilhelmshaven war am 21. Dezember 2022 das erste in Deutschland, das Gas ins Netz eingespeist hat. Mit einer Einspeisung von 42,6 Terawattstunden ist es bisher auch das bedeutendste deutsche LNG-Terminal, wie aus Daten von Europas Gasinfrastruktur-Betreibern (GIE) hervorgeht, auf die auch das Bundeswirtschaftsministerium verweist. BrunsbĂŒttel in Schleswig-Holstein trug demnach seit Ende MĂ€rz 12,8 Terawattstunden bei. Hinzu kommt seit Ende April ein privates Terminal in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) mit 6,7 Terawattstunden.

Ein viertes LNG-Terminal wird am Samstag in Stade an das Land Niedersachsen und den Betreiber ĂŒbergeben. Zwei weitere schwimmende Terminals sollen 2024 in Wilhelmshaven und auf RĂŒgen folgen.

SpÀter auch Wasserstoff

Perspektivisch sind auch stationĂ€re Anleger geplant - auch, um in Zukunft möglichst klimaschonend erzeugten Wasserstoff importieren zu können. Kritiker befĂŒrchten jedoch, dass mit der LNG-Infrastruktur grĂ¶ĂŸere KapazitĂ€ten fĂŒr fossile Energie geschaffen werden als nötig wĂ€re, um die frĂŒheren Gasimporte aus Russland zu ersetzen.

Das meiste Gas importierte Deutschland in diesem Jahr mit rund 390 Terawattstunden (TWh) aus Norwegen, gefolgt von den Niederlanden (knapp 232 TWh) und Belgien (knapp 197 TWh). Aus Russland floss wegen des Ukraine-Kriegs kein Gas mehr direkt nach Deutschland.

Den weitaus grĂ¶ĂŸten Teil des LNG (84 Prozent) bezog Deutschland nach Angaben des Branchenverbands BDEW aus den USA. Dort wird das Gas hĂ€ufig mit der umstrittenen Fracking-Methode gewonnen. Die Herkunft der einzelnen Tanker und die Zusammensetzung des transportierten LNG sind laut BDEW aber nicht immer eindeutig bestimmbar.

@ dpa.de