Greenwashing-Verbot ab 27. September: Strengere Regeln für Werbung
09.06.2026 - 19:46:07 | boerse-global.de
Prüferdruck, Datenlücken und die komplexe CSRD-Berichtspflicht bereiten der Branche massive Kopfschmerzen. Während einige Institute bereits grünes Neugeschäft erschließen, fürchten andere drohende Bußgelder.
ESG-Ziele bestimmen die Managergehälter
78 Prozent der börsennotierten Unternehmen haben Nachhaltigkeitsziele in ihre Vergütungssysteme eingebaut. Das zeigt eine aktuelle KPMG-Studie. Der Anteil der an ESG-Faktoren gebundenen Boni liegt zwischen 10 und 30 Prozent.
Die neuen Nachhaltigkeitsvorgaben der EU fordern von Unternehmen eine lückenlose Dokumentation ihrer Lieferketten. Dieser kostenlose Leitfaden mit praktischer Checkliste hilft Ihnen dabei, die strengen Sorgfaltspflichten rechtssicher und ohne übermäßigen Aufwand zu erfüllen. EU-Entwaldungsverordnung: So erfüllen Sie Ihre Sorgfaltspflichten ohne Aufwand
Doch die Qualität der Kennzahlen bleibt umstritten. Die Science Based Targets initiative (SBTi) lehnte 2024 über 200 eingereichte Ziele ab – wegen mangelnder Belege. Experten fordern mehr Primärdaten, unabhängige Prüfungen und einen Fokus auf Wesentliches.
Die größte Hürde? Die Erfassung indirekter Emissionen (Scope 3). Sie machen bis zu 90 Prozent einer CO2-Bilanz aus.
EU-Taxonomie: Neue Regeln ab 2026
Anfang des Jahres trat die Verordnung (EU) 2026/73 in Kraft. Sie bringt vereinfachte Berichtspflichten für die EU-Taxonomie. Kernelemente sind gestraffte Meldebögen und angepasste DNSH-Kriterien zur Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen.
Für das Geschäftsjahr 2025 gilt noch ein Wahlrecht. Ab 2026 werden die Regeln Pflicht.
Bis Oktober 2026 sollen EBA, ESMA und EIOPA technische Leitlinien vorlegen. Ziel: eine einheitliche Umsetzung in der Finanzbranche.
Strengere Regeln gegen Greenwashing
Ab 27. September 2026 greift die neue EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher. Hersteller müssen Werbeaussagen wie „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“ künftig strenger belegen.
Neben Werbeaussagen rücken auch die Berichtsstandards für Importe und Rohstoffe immer stärker in den Fokus der EU-Regulierungsbehörden. Experten warnen in diesem Gratis-Report vor den Risiken neuer Verordnungen und zeigen auf, wie Sie Bußgelder durch rechtzeitige Anpassung Ihrer Prozesse zuverlässig vermeiden. Experten-Checkliste zur EU-Entwaldungsverordnung jetzt kostenlos sichern
Der Markenverband warnt vor logistischen Problemen. Bereits produzierte Verpackungen für Shampoo, Kaffee oder Babynahrung könnten vernichtet werden. Erste Handelsketten verlangen Berichten zufolge schon ab Juni 2026 neue Verpackungsdesigns.
Industrie drängt auf nationale Gesetze
Der ZVEI fordert einen schnellen Beschluss von Energieeffizienzgesetz (EnEfG) und Gebäudeenergiegesetz (GEG) direkt nach der Sommerpause im September. Kritik gibt es an geplanten Drittprüfungen und Veröffentlichungspflichten für Unternehmen ab 7,5 Gigawattstunden Energieverbrauch.
Die Politik gerät auch von anderer Seite unter Druck. In der Schweiz kritisierten 100 Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft einen offenen Brief zur Herabstufung der UNO-Nachhaltigkeitsziele durch den Bundesrat. Und Deutschland verpasste Anfang Juni die Frist zur Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie – ein mögliches Vertragsverletzungsverfahren droht.
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