Greix-Index: Wohnungspreise sinken erstmals seit mehr als zwei Jahren
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 16:34 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Preise für Eigentumswohnungen in Deutschland sind im dritten Quartal 2026 erstmals seit dem zweiten Quartal 2024 im Vorjahresvergleich gesunken. Wie aus dem aktuellen Greix-Index des Instituts für Weltwirtschaft Kiel (IfW Kiel) hervorgeht, gaben die Wohnungspreise gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,2 Prozent nach.
Im Vergleich zum Vorquartal verzeichnete der bundesweite Index hingegen ein leichtes Plus von 0,5 Prozent. Der Preisanstieg sei damit faktisch nahezu gestoppt, stellte IfW-Projektleiter Jonas Zdrzalek fest.
Uneinheitliche Trends in den deutschen Metropolen
Die Dynamik unterscheidet sich regional deutlich. In Berlin sanken die Wohnungspreise im dritten Quartal 2026 um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 2,9 Prozent im Jahresvergleich. Für die Bundeshauptstadt ist dies bereits das dritte Quartal in Folge mit rückläufigen Werten auf Jahressicht.
Dagegen zogen die Preise in anderen Großstädten an. In Köln kletterten die Werte um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Frankfurt am Main verzeichnete laut dem Greix-Kaufpreisindex sowohl gegenüber dem zweiten Quartal 2026 als auch im Vergleich zum dritten Quartal 2025 jeweils ein Plus von 2,4 Prozent.
Düsseldorf meldete einen Anstieg um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. In Stuttgart und Leipzig blieben die Werte nahezu unverändert; in Leipzig ging die Jahreswachstumsrate allerdings von 3,9 Prozent auf 0,6 Prozent zurück.
Inflationsbereinigt spürbare Einbußen bei Häusern und Wohnungen
Über alle Immobilientypen hinweg zeigt der Greix-Index für das dritte Quartal 2026 ein verhaltenes Bild. Bei Einfamilienhäusern sanken die Preise um 0,5 Prozent zum Vorquartal, lagen jedoch um 0,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Mehrfamilienhäuser verbuchten einen Rückgang um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal sowie um 2,4 Prozent im Jahresvergleich.
Unter Berücksichtigung der Teuerung fallen die Verluste noch deutlicher aus. Inflationsbereinigt sanken die Preise im Vorjahresvergleich in sämtlichen Segmenten: Wohnungen verbilligten sich real um 3 Prozent, Einfamilienhäuser um 2 Prozent und Mehrfamilienhäuser um 5,2 Prozent.
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Transaktionsrückgänge und Rahmenbedingungen
Am Beispiel Frankfurt am Main zeigen Daten des dortigen Gutachterausschusses zudem eine Zurückhaltung bei den Transaktionen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 1.354 Wohnungsverkäufe registriert, verglichen mit 1.589 im Vorjahreszeitraum, was einem Rückgang um rund 15 Prozent entspricht.
Neubauwohnungen kosteten in Frankfurt im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich rund 8.200 Euro pro Quadratmeter, ein Zuwachs von knapp 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Für Bestandswohnungen ab dem Baujahr 1991 (ohne Neubauten) lag der Median bei 6.670 Euro pro Quadratmeter und damit um rund 6 Prozent unter dem Vorjahreswert, was unter anderem auf einen geringeren Anteil sehr neuer Einheiten zurückgeführt wird. Diese Angaben verstehen sich nominal und nicht inflationsbereinigt.
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Bereits im zweiten Quartal 2026 hatte sich die Preisdynamik in Deutschland merklich abgeschwächt. Bundesweit stiegen die Wohnungspreise damals nur noch um 0,6 Prozent im Jahresvergleich, nach einem Plus von 1,2 Prozent im ersten Quartal 2026, sowie um 0,3 Prozent zum Vorquartal.
In den sieben größten Metropolen – Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf – gaben die Preise im zweiten Quartal 2026 im Schnitt um 0,4 Prozent im Vorjahresvergleich und um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal nach.
Zweitstädte legten im selben Zeitraum um 2,0 Prozent im Jahresvergleich und 0,5 Prozent zum Vorquartal zu, während das dünn besiedelte Umland Einbußen von 1,8 Prozent zum Vorjahr und 1,3 Prozent zum Vorquartal verzeichnete.
Geprägt wurde das Marktumfeld im zweiten Quartal von Konditionen für zehnjährige Baufinanzierungen um rund 4,2 Prozent sowie einem bundesweiten Wohnungsmangel von rund einer Million Einheiten.
