Großkontrolle, Lastwagen

Großkontrolle A3: 52% der Lastwagen mit Mängeln beanstandet

30.05.2026 - 20:30:35 | boerse-global.de

Über 50 Prozent der kontrollierten Fahrzeuge auf der A3 wiesen Mängel auf. Die Branche reagiert mit digitalen Lösungen und neuen Prüfzentren.

Großkontrolle A3: 52% der Lastwagen mit Mängeln beanstandet - Foto: über boerse-global.de
Großkontrolle A3: 52% der Lastwagen mit Mängeln beanstandet - Foto: über boerse-global.de

Die Quote der beanstandeten Fahrzeuge liegt bei über 50 Prozent – und treibt die Digitalisierung der Logistik voran.

Am Donnerstag führte die Polizei eine achtstündige Schwerpunktkontrolle am Rastplatz Weiskirchen Nord durch. Die Beamten überprüften 78 Lastwagen, fünf Busse und acht Pkw. Das Ergebnis ist ernüchternd: 52 Prozent der Fahrzeuge wiesen Mängel auf. Insgesamt stellten die Kontrolleure 59 Verstöße gegen Sozialvorschriften fest, neun Fälle unzureichender Ladungssicherung und 19 technische Defekte. In drei Fällen handelte es sich um Straftaten. Die Sicherheitsleistungen summierten sich auf über 41.000 Euro.

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Digitale Lösungen gegen Dokumentationslücken

Die hohe Beanstandungsquote setzt die Branche unter Druck. Immer mehr Logistikunternehmen setzen daher auf digitale Werkzeuge, um Transparenz und Qualität zu verbessern. Die COSYS Ident GmbH bietet beispielsweise eine mobile Foto-Dokumentation an, die Bildnachweise direkt mit Auftragsdaten verknüpft.

Künstliche Intelligenz übernimmt dabei Aufgaben wie die Prüfung der Ladungssicherung, die Schadensdokumentation und die Palettenverfolgung. Das ist kein Luxus: Gerade in der internen Logistik – vom Wareneingang bis zur Auslieferung – fehlt oft die lückenlose Überwachung. Barcode-Scans und automatisierte Lagersysteme schaffen hier Abhilfe und liefern Daten zu Paketvolumen, Durchlaufzeiten und Lieferquoten.

Neue EU-Verordnung treibt Digitalisierung

Die Dringlichkeit solcher Systeme hat einen konkreten Grund: Die europäische Verpackungsverordnung (PPWR) ist zwar bereits am 11. Februar 2025 in Kraft getreten, wird aber erst am 12. August 2026 vollständig gültig. Dann steigen die Anforderungen an Nachweise und Dokumentation drastisch. Wer dann nicht digital aufgestellt ist, hat ein Problem.

KI-Copilot und neue Prüfzentren

Auch in der Qualitätssicherung selbst tut sich etwas. Das Startup Qualiwise und die Technische Hochschule Augsburg (THA) arbeiten gemeinsam an einem KI-gestützten „Copilot" für die Produktqualität. Das Projekt entstand auf einem B2B-Demo-Tag im Februar 2025 und soll nun im Open Industrial Training Center der Hochschule umgesetzt werden.

Parallel dazu investiert TÜV Rheinland in die Infrastruktur. Am Donnerstag eröffnete das Unternehmen das Power Test Center Cologne in Troisdorf-Spich. Rund drei Millionen Euro flossen in die 800 Quadratmeter große Anlage. Sie testet Batteriespeicher, Leistungselektronik und Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität. Mit einer Prüfkapazität von bis zu einem Megawatt und der Möglichkeit, globale Stromnetze zu simulieren, soll das Zentrum die Qualitätssicherung für Hochleistungs-Energietechnologien voranbringen.

Weiterbildung als Pflichtprogramm

Die neuen Anforderungen spiegeln sich auch im Weiterbildungsangebot wider. Die TÜV Rheinland Akademie setzt auf Methoden wie FMEA, die 8D-Methode und Lieferantenmanagement. Ein Webinar am 24. Juni 2026 widmet sich dem Wechsel von ISO 9001 zu AQAP-Standards.

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Neben der technischen Dokumentation ist die rechtssichere Organisation der Verantwortlichkeiten für Logistiker und Verlader entscheidend, um Haftungsfallen zu vermeiden. Dieser kostenlose E-Book-Report erläutert die Anforderungen des HGB an die Ladungssicherung und bietet praktische Checklisten für den Arbeitsalltag. Gratis E-Book: Haftungsrisiken bei der Ladungssicherung vermeiden

Die Graduate School der Hochschule Hof bietet berufsbegleitende Zertifikatsprogramme in Datenschutz, IT und Compliance an. Und das Institut Bauen und Umwelt (IBU) veranstaltet im Juni 2026 ein Fachforum in Berlin – Thema: Datenqualität und Greenwashing-Prävention im Kontext der neuen EU-Bauproduktenverordnung.

Selbst die Unternehmensberatung Roland Berger reagiert: Pflicht-Bootcamps und KI-Trainings für alle Mitarbeiter sollen sicherstellen, dass die Belegschaft mit der wachsenden Komplexität internationaler Projekte und der digitalen Transformation Schritt halten kann.

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