Gründer-Hürden, Bürokratie

Gründer-Hürden: 35,6% sehen Bürokratie als größtes Problem

02.06.2026 - 09:31:09 | boerse-global.de

Bremer Landesbetriebe erhalten 266 Mio. Euro Zuschuss bei geringen Rückflüssen. Neue Netzwerke und Förderprogramme sollen die Gründerszene stärken.

Lennar Faces Critical Deadline as Regulatory Hurdles Threaten Major Share Exchange - Bild: über boerse-global.de
Lennar Faces Critical Deadline as Regulatory Hurdles Threaten Major Share Exchange - Bild: über boerse-global.de

Während die landeseigenen Unternehmen ein gemischtes Bild abgeben, entstehen neue Netzwerke für Gründer und kleine Betriebe.

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Landeseigene Betriebe: Hohe Zuschüsse, magere Renditen

Eine aktuelle Bilanz der zehn wichtigsten Bremer Beteiligungen zeigt eine Schieflage: 266 Millionen Euro schoss das Land seinen Unternehmen 2024 zu – dem standen gerade einmal 38,9 Millionen Euro an Rückflüsssen gegenüber.

Der Logistiksektor bleibt zwar das wirtschaftliche Rückgrat, kämpft aber mit schwankenden Zahlen. Die BLG Logistics Group verzeichnete 2025 einen Umsatzrückgang auf 1,2 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern lag bei 77,4 Millionen Euro. Immerhin: Pünktlich eröffnete das Unternehmen seinen neuen Standort „Südhafen Roter Sand" in Bremerhaven. Die 60.000 Quadratmeter große Anlage ist speziell auf Projekt- und Schwergutlogistik ausgelegt – ein klares Bekenntnis zur Windenergiebranche.

Die Infrastruktur-Betriebe liefern ein gemischtes Bild. Die Bremenports erwartet für 2025 einen bescheidenen Überschuss von 609.000 Euro. Der Flughafen Bremen hingegen schrieb 2024 rote Zahlen: 2,8 Millionen Euro Defizit, obwohl die Passagierzahlen 2025 auf 1,99 Millionen stiegen. Besonders drastisch ist die Lage bei der M3B GmbH, die Messen und Events betreibt. Sie steht 2026 vor einer strategischen Neuausrichtung – Grund ist ein strukturelles Minus von rund 2 Millionen Euro pro Jahr.

Neue Netzwerke für den Nordwesten

Abseits der großen Staatsbeteiligungen tut sich etwas in der Region. In Hanstedt startet am 18. Juni 2026 ein neues Berufsnetzwerk namens „Hanstedt Afterwork". Organisiert von der behrmedia, unterstützt von Kommunen und Verbänden, soll es Ideen für moderne Arbeitswelten fördern. Es ist der Auftakt zu größeren Karriere-Events im November 2026 und Frühjahr 2027.

Auch die Hochschulen treiben die Gründerszene voran. Der „TrENDi"-Gründungsservice der Universität Vechta – seit 2020 mit fast einer Million Euro gefördert – bietet Workshops und Seminare für studentische Unternehmer. Das Programm arbeitet mit dem Oldenburger Münsterland und der Stadt Vechta zusammen, um die Lücke zwischen Forschung und Markt zu schließen.

Ein Highlight für Gründer aus dem Norden: Die JUNI Future Week vom 6. bis 14. Juni in Berlin. Mit dabei ist unter anderem der Seed-Fonds Cherry Ventures – eine Chance auf echte Venture-Capital-Gespräche für etablierte und neue Startups.

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Bürokratie als größtes Hindernis

So vielversprechend die Netzwerke sind – die Hürden für Existenzgründer bleiben hoch. Eine Civey-Studie vom März/April 2026 zeigt: 35,6 Prozent der Gründungswilligen sehen die Bürokratie als größtes Hindernis, dicht gefolgt vom finanziellen Risiko mit 33,3 Prozent. Die Forderung ist eindeutig: 65,5 Prozent wünschen sich einen vollständig digitalen Gründungsprozess. Mehr als zwei Drittel würden ihr Unternehmen sogar in einem anderen EU-Land gründen, ohne ihren Wohnsitz zu verlegen.

Die EU-Kommission reagierte am 18. März 2026 mit einem Vorschlag für einen „EU Inc."-Rechtsrahmen – gedacht, um grenzüberschreitende Geschäfte zu vereinfachen.

Privates Kapital für die Wissenschaft

Parallel dazu verändern private Stiftungen ihre Strategie. Die Joachim Herz Stiftung kündigte einen bemerkenswerten Schwenk an: Sie steigt vom reinen Forschungsförderer zum Venture-Capital-Geber um. Ziel ist es, wissenschaftliche Startups durch das berüchtigte „Tal des Todes" zu bringen – jene Phase, in der vielversprechende Forschung an der fehlenden Finanzierung für den Markteintritt scheitert. Die Stiftung will künftig Seed- und Wachstumsfinanzierung für Forscher bereitstellen, die Hightech-Ergebnisse kommerzialisieren wollen.

Ein Blick nach Österreich zeigt, wohin die Reise gehen könnte: Dort erreichte das Fördervolumen im ersten Quartal 2026 bereits das Niveau des gesamten Vorjahres. Die Zeichen stehen also auf Beschleunigung – in Bremen, in Deutschland und in ganz Europa.

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