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Gründungen: 188.900 Neugründungen im Q1 2026 – Plus 10,1 Prozent

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 09:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Deutscher Gründungsboom: 188.900 Neuanmeldungen im ersten Quartal. Photovoltaik-Montage wird handwerkspflichtig, Rentenversicherung für Selbstständige geplant.

Gründungsboom in Deutschland: 188.900 neue Gewerbe im Q1 2026
Gründungen: 188.900 Neugründungen im Q1 2026 – Plus 10,1 Prozent Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im ersten Quartal 2026 meldeten Unternehmer 188.900 Gewerbe an – ein Plus von 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Trend setzt die positive Entwicklung von 2025 fort, als insgesamt 762.400 Neugründungen registriert wurden.

Photovoltaik-Montage: Handwerkspflicht bestätigt

Wer Photovoltaikanlagen installieren will, braucht künftig eine Eintragung in die Handwerksrolle. Das entschied das Oberlandesgericht Koblenz am 8. Juli 2026 (Az.: 9 U 1015/25). Die Montage fällt demnach in den Kernbereich des Dachdecker- und Elektrotechnikerhandwerks. Gründer müssen entsprechende Qualifikationen nachweisen.

Der Bundestag hatte bereits am 11. Juni ein Gesetz zum Bürokratieabbau verabschiedet. Kernstück: Die Genehmigungsfiktion nach § 6a der Gewerbeordnung gilt jetzt für alle erlaubnispflichtigen Gewerbe. Ziel ist eine Kostensenkung um rund 25 Prozent – das entspricht einer Entlastung von etwa 16 Milliarden Euro. Die Weiterbildungspflicht für Immobilienmakler entfällt, für Wohnungsverwalter bleibt sie bestehen.

Rentenversicherungspflicht für Selbstständige geplant

Für Einzelunternehmer bahnt sich eine grundlegende Änderung an. Die Bundesregierung plant eine Rentenversicherungspflicht für neue Selbstständige ab 2027. Hintergrund: Rund 71 Prozent der 3,5 Millionen Selbstständigen in Deutschland haben keine obligatorische Alterssicherung – Stand 2024.

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Das Gesetzgebungsverfahren soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Der monatliche Regelbeitrag liegt aktuell bei 735,63 Euro. Existenzgründer zahlen in den ersten drei Jahren nur den halben Satz: 367,82 Euro pro Monat.

Digitale Helfer und Betriebsnachfolge im Fokus

Anfang Juli kamen neue digitale Werkzeuge auf den Markt. Der IHK-Preisträger Markus Tonn launchte am 9. Juli eine digitale Werkbank, die Gründungsabläufe verschlanken soll. Ab November bietet die Plattform selbststaendigmachen24 zudem eine App zur Unternehmenssteuerung an.

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Die Handwerkskammern setzen einen Schwerpunkt auf die Betriebsnachfolge. In Baden-Württemberg stehen in den nächsten fÜnf Jahren rund 28.000 Betriebe vor der Übergabe oder Schließung. Die Handwerkskammern starteten deshalb am 1. Juli eine „Unternehmensbörse Handwerk“. Das kostenfreie Portal bringt Gründer und abgebende Inhaber nach Gewerk und Qualifikation zusammen.

Förderungen und personelle Wechsel

Nordrhein-Westfalen bietet weiter spezifische Förderungen. Das Startercenter NRW berät zum Gründungsstipendium: Einzelpersonen erhalten monatlich 1.200 Euro für bis zu zwölf Monate. Bei der Handwerkskammer Dortmund übernahm Olesja Mouelhi-Ort am 1. Juli das Amt der Hauptgeschäftsführerin.

Für nachhaltige Gründungen veranstaltet das Projekt „Grünes Gründen Münsterland“ am 23. Juli einen Aktionstag. Die Handwerkskammer Münster ist beteiligt. Geboten werden Praxisimpulse zur Kreislaufwirtschaft und Vernetzungsmöglichkeiten für junge Handwerksbetriebe.

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