Gründungscoaching: AVGS übernimmt 100% der Kosten für angehende Unternehmer
31.05.2026 - 04:04:26 | boerse-global.de
Die Wirtschaftslage bleibt angespannt: Steigende Insolvenzzahlen und Personalabbau prägen das Umfeld für Existenzgründer. Die IHK Dresden beobachtet eine Zunahme von Betriebsschließungen und warnt vor den Folgen für den regionalen Arbeitsmarkt. Umso wichtiger werden durchdachte Geschäftsmodelle und öffentliche Förderprogramme.
Coaching vom Staat: AVGS als Türöffner
Ein zentrales Instrument für angehende Unternehmer ist der „Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein" (AVGS). Er übernimmt die Kosten für ein persönliches Gründungscoaching zu 100 Prozent. Die Programme laufen über sechs bis zwölf Wochen und umfassen 20 bis 60 Unterrichtseinheiten. Im Fokus stehen die Erstellung von Businessplänen, Finanzprognosen und Liquiditätsplanung.
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Spezialisierte Anbieter wie FoundingFits von Maximilian Rothenberger arbeiten mit zertifizierten Trägern zusammen. Seit 2026 gehört digitales Coaching zum Standardangebot. Wer mindestens sechs Wochen Arbeitslosengeld I bezogen hat, hat einen Rechtsanspruch auf die Förderung. Bei kürzeren Bezugszeiten oder Bürgergeldbezug entscheiden die Jobcenter im Ermessen.
Regionale Initiativen: Von der Ruhr bis nach Niederösterreich
Mehrere Institutionen starten im Juni 2026 neue Angebote für Gründer. Die Reihe „Starterinnen-im-Revier" läuft vom 1. Juni bis 8. Juli in acht Ruhrgebietsstädten – darunter Bochum, Dortmund und Essen. Die Seminare richten sich speziell an Gründerinnen und bieten praktisches Wissen sowie Netzwerkmöglichkeiten.
Wer nebenberuflich starten will, kann sich am 30. Juni bei einem Webinar der IHK Heilbronn-Franken informieren. Themen sind rechtliche Vorgaben für Nebentätigkeiten, Buchhaltung, Steuern und Versicherungen. In Niederösterreich startet am 11. Juni eine Webinar-Reihe zu digitalen Verwaltungstools wie ID Austria und FinanzOnline.
Das Handwerk rückt den Menschen in den Fokus: Die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald veranstaltet am 17. Juni ein Seminar von Dr. Fabian Krapf zum Thema Stressmanagement für Führungskräfte. Die Botschaft: Psychische Gesundheit ist ein entscheidender Faktor für langfristigen Unternehmenserfolg.
Zukunftsperspektiven: Millionen für Landwirte und Bürokratieabbau
Der Bundesverband gemeinnütziger Landgesellschaften (BLG) schlägt ein neues Förderpaket für junge Landwirte vor. Es soll ab 2028 in die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) integriert werden. BLG-Geschäftsführer Udo Hemmerling beziffert das Volumen auf rund 280 bis 300 Millionen Euro jährlich für Deutschland. Ein Großteil wäre für Investitionen und Starterpakete vorgesehen – inklusive geförderter Businessplan-Beratung und Darlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank.
Gleichzeitig fordern Branchenvertreter strukturelle Reformen. Die Handwerkskammer Freiburg mit rund 16.000 Mitgliedsbetrieben unterstützt Leitlinien zur Stabilisierung der Sozialversicherungsbeiträge und zum Bürokratieabbau. Präsident Christof Burger betont: „Die Sozialsysteme müssen planbar und finanziell nachhaltig sein – das ist die Basis für neue Betriebsgründungen."
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Versicherungsschutz: Die unterschätzte Falle
Bei der Businessplanung bleibt ein Thema oft auf der Strecke: der richtige Versicherungsschutz. Experten warnen, dass private Haftpflichtversicherungen gewerbliche Tätigkeiten in der Regel nicht abdecken. Ein Gewerbe liegt vor, wenn regelmäßige Aktivitäten, Gewinnerzielungsabsicht oder der Verkauf selbst hergestellter Produkte gegeben sind.
Besonders tückisch: Produkthaftung – etwa wenn ein handgefertigtes Möbelstück einen Schaden verursacht – oder Urheberrechtsverletzungen erfordern spezielle Betriebshaftpflichtversicherungen. Während manche Privatpolicen kleine Nebentätigkeiten noch abdecken, brauchen reguläre Gewerbebetriebe meist separate Versicherungslösungen. Wer hier spart, riskiert im Schadensfall die Existenz.
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