GrĂŒngasquote, GModG

GrĂŒngasquote im GModG: Ministerium plant 100 Prozent fĂŒr private WĂ€rme bis 2045

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 09:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Entwurf sieht steigende Beimischungsanteile vor; Kostenfolgen bleiben offen, wĂ€hrend die dena fĂŒr Verbraucher deutliche Mehrkosten erwartet.
Wohnviertel mit WohnhÀusern und Schornsteinen bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) plant Medienberichten zufolge eine verbindliche GrĂŒngasquote im GebĂ€udeenergiegesetz (GModG). Ein entsprechendes Eckpunktepapier legte das Ministerium in der vergangenen Woche vor.

Die geplante Neuregelung zielt auf die private WÀrmeversorgung ab, wÀhrend Industrie, Gewerbe, der Verkehrssektor sowie Strom und FernwÀrme von den Vorgaben ausgenommen bleiben sollen. Als Rechtsgrundlage dient Paragraph 42a des GModG, das seit dem 29. Juli 2026 in Kraft ist. Das Gesetz soll bis zum 1. Dezember 2026 final ausgearbeitet sein.

Stufenweiser Anstieg bis zum vollstÀndigen Ausstieg

Der Entwurf des Ministeriums sieht einen schrittweisen Anstieg der Beimischungsquote vor. Die Verpflichtung soll im Jahr 2028 mit einem Anteil von 1 Prozent starten, im Jahr 2029 auf 2 Prozent und 2030 auf 5 Prozent steigen.

FĂŒr die darauffolgenden Jahrzehnte sind 20 Prozent im Jahr 2035 sowie 50 Prozent im Jahr 2040 avisiert, bevor die Quote im Jahr 2045 schließlich 100 Prozent erreichen soll.

Die Verpflichtung richtet sich nicht an die EigentĂŒmer oder Heizungsbesitzer selbst, sondern greift bei den Inverkehrbringern und Brennstofflieferanten von Gas, Heizöl und FlĂŒssiggas. Laut Katherina Reiche sollen fĂŒr die Lieferanten zudem Instrumente wie ein Quotenhandel und die Übertragung von Mengen in das jeweils folgende Jahr ermöglicht werden.

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Welche Kosten durch die Neuregelung auf die Verbraucher zukommen, lĂ€sst das Bundeswirtschaftsministerium in dem Entwurf offen. WĂ€hrend die bisherige Bio-Treppe des Gesetzes lediglich fĂŒr Gas- und Ölheizungen gilt, die nach dem 29. Juli 2026 eingebaut wurden, wĂŒrde die neue GrĂŒngasquote die gesamte private Versorgung erfassen.

Breite Debatte ĂŒber Marktvolumen und Ressourcen

Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) werden 73,3 Prozent der knapp 44 Millionen Wohnungen mit Gas oder Heizöl beheizt. Im Jahr 2025 verzeichnete der Verband 43,8 Millionen beheizte Wohnungen, von denen 56,1 Prozent – rund 24,6 Millionen – auf Gas inklusive Biomethan und FlĂŒssiggas entfielen.

Den Gesamtgasverbrauch fĂŒr das Jahr 2025 bezifferte die Bundesnetzagentur auf 864 Terawattstunden, was einem Zuwachs von 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Davon entfielen 40 Prozent auf Haushalte und Gewerbe sowie 60 Prozent auf die Industrie.

Die Deutsche Umwelthilfe bewertete das Vorhaben als zahnloses System. Gleichzeitig warnte der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vor einem knappen Angebot an Biomethan angesichts der Nachfragekonkurrenz aus Industrie und Verkehr und forderte eine Biomethanstrategie.

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Auch das Umweltbundesamt stellte in einer Studie fest, dass Biomethan knapp sei und vor allem dort benötigt werde, wo Alternativen fehlten, was im Heizungskeller selten der Fall sei. Laut Umweltbundesamt machte Biomasse im Jahr 2025 etwa 49 Prozent der erneuerbaren Energiebereitstellung aus.

Dennoch verzichtet die Bundesregierung nach Angaben des Bundesumweltministeriums aus einer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion vom 15. September vorerst auf eine nationale Biomassestrategie.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) sprach sich fĂŒr stĂ€rkere Anreize fĂŒr Biomethan und grĂŒnen Wasserstoff sowie fĂŒr Zertifikatskontrollen aus und schlug nach 2045 eine jĂ€hrlich Steigerung um zehn Prozentpunkte vor.

Berechnungen der Deutschen Energie-Agentur (dena) zeigen, dass Biomethan die Nachfrage fĂŒr die erste Stufe der Bio-Treppe im Jahr 2029 zwar decke, der Bedarf bei WohngebĂ€uden bis 2045 bei niedrigen Sanierungs- und WĂ€rmepumpenraten jedoch bei rund 200 Terawattstunden liege. FĂŒr betroffene Verbraucher rechnet die dena mit signifikant steigenden Kosten.

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