Hackergruppe Storm-2945: 7 Millionen Phishing-Angriffe in vier Wochen
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 00:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Hackergruppe Storm-2945 attackiert seit Mai Reisende über manipulierte WLAN-Netze in Hotels und Flughäfen. Die als „CaptiveCrunch“ bekannte Kampagne zielt auf Zugangsdaten und die Installation von Schadsoftware ab. Microsoft stuft die Angriffe als Wirtschaftsspionage ein.
So funktionieren die Angriffe
Die Angreifer übernehmen die Kontrolle über WLAN-Infrastrukturen in Gastronomie- und Beherbergungsbetrieben. Dazu nutzen sie DNS-Poisoning und manipulieren HTTP-Verkehr. Wer sich einwählt, landet statt auf der legitimen Anmeldeseite auf gefälschten Portalen.
Dort erscheinen oft Update-Aufforderungen für Browser oder Betriebssystem. Bestätigen Nutzer diese, installiert sich Malware wie „CornFlake“ oder „ChocoShell“. CornFlake zeichnet Tastatureingaben auf, ChocoShell stiehlt Passwörter und Browser-Cookies. Besonders betroffen: Windows-Systeme, aber auch Android-Geräte sind gefährdet.
Milliarden-Profi mit KI-Unterstützung
Das Ausmaß ist enorm: Innerhalb von vier Wochen registrierten Sicherheitsforscher rund 7 Millionen Phishing-Angriffe. Etwa 86 Prozent davon wurden Schätzungen zufolge durch künstliche Intelligenz unterstützt. Die Gruppe konzentriert sich auf Finanzsektor, Gesundheitswesen, Energie- und Einzelhandelsbranche.
Eine zentrale Methode ist das Device-Code-Phishing. Nutzer werden auf gefälschte Microsoft-365-Loginseiten gelockt. Die Täter umgehen dabei die Zwei-Faktor-Authentifizierung und erhalten direkten Zugriff auf Firmenkonten. Sicherheitsforscher vergleichen das Vorgehen mit der russischen Gruppe Fancy Bear, die dem Militärgeheimdienst zugeschrieben wird.
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Betrug auch über WhatsApp und QR-Codes
Neben WLAN-Angriffen nehmen Betrugsmaschen über Messenger zu. Die Polizei Rostock meldete eine Welle von WhatsApp-Betrug: Kompromittierte Kontakte schicken Nachrichten mit Links zu angeblichen Online-Abstimmungen. Wer dem Link folgt, autorisiert unwissentlich ein neues Gerät für den eigenen Account.
Die Angreifer übernehmen so die Kontrolle und fordern von den Kontakten des Opfers Geld. In einem dokumentierten Fall bat ein 65-Jähriger – ohne es zu wissen – um Überweisungen für eine „dringende Zahnbehandlung“. Auch betrügerische Briefe mit QR-Codes sind im Umlauf. Ein Betroffener gab dadurch den Zugriff auf sein Bankkonto frei.
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Schutz für Geschäftsreisende
IT-Experten empfehlen Reisenden, in öffentlichen Netzen konsequent VPN zu nutzen. Besser noch: mobile Daten oder eSIM statt Hotel-WLAN. Microsoft rät, Software-Updates über Browser-Fenster in öffentlichen Netzen niemals zu akzeptieren.
Unternehmen sollten den „Device Code Flow“ deaktivieren, um die Phishing-Methode zu unterbinden. Bei Messenger-Diensten hilft die Zwei-Faktor-Authentifizierung und ein regelmäßiger Check der verknüpften Geräte.
