Telekom verbessert ihr Handynetz an der Autobahn
06.11.2023 - 06:14:00Beim Ausbau ihres Handynetzes an Autobahnen kommt die Deutsche Telekom voran und setzt damit die Konkurrenten Vodafone und O2 unter Druck. Der Bonner Konzern teilte mit, im Rahmen einer Kooperation mit der Autobahn GmbH an der A1-Rastanlage Schellenbach im Saarland den ersten neuen Funkmasten in Betrieb zu nehmen. Dieser funkt in den Standards 2G, 4G und 5G in verschiedenen Frequenzen zwischen 800 und 2100 Megahertz.
Bis Ende 2024 soll feststehen, wo insgesamt 400 neue Telekom-Standorte entlang der Autobahnen sein werden. Sie werden sich kĂŒnftig deutlich nĂ€her an der Fahrbahn befinden als andere Masten und auch deshalb gute Verbindungen ermöglichen. Diese NĂ€he zur Fahrbahn ist ein groĂer Vorteil der Kooperation. Im Download sollen mindestens 200 Megabit pro Sekunde möglich sein. Damit ist die Ăbertragung doppelt so schnell wie an anderen Standorten, die nur eine staatliche 100-Megabit-Vorgabe erfĂŒllen. Die Anzahl der VerbindungsabbrĂŒche soll minimiert werden.
Die Kooperation mit der Autobahn GmbH wurde im Mai bekanntgegeben, sie sieht eine vereinfachte und schnelle Standortsuche samt Bauplanung vor. Dass nicht mal ein halbes Jahr spÀter die ersten Antennen aktiviert werden, ist tatsÀchlich schnell. Derzeit hat die Telekom nach eigenen Angaben rund 6300 Mobilfunkmasten entlang der Autobahnen. Sie sind aber nicht so gut gelegen wie es die neuen Anlagen sein werden.
Luksic: «Verkehrsadern haben besondere PrioritÀt»
«Die Auswahl und Abstimmung von neuen Mobilfunkstandorten war in der Vergangenheit ein langwieriger Prozess», sagte der Technikchef der Telekom Deutschland, Abdu Mudesir. «Durch die Kooperation mit der Autobahn GmbH hat sich das entscheidend verkĂŒrzt.» Der StaatssekretĂ€r im Bundesverkehrsministerium Oliver Luksic (FDP) wertete die Inbetriebnahme des ersten Funkmasts als Erfolg. «Das Ziel der Bundesregierung ist es, den modernsten Mobilfunkstandard flĂ€chendeckend verfĂŒgbar zu machen â unsere Verkehrsadern haben dabei besondere PrioritĂ€t.»
Vodafone und Telefónica Deutschland (O2) setzen ebenfalls auf den Schulterschluss mit der Bundesgesellschaft, sind aber lÀngst noch nicht so weit wie der Magenta-Konzern. Ein Vodafone-Sprecher sagt, man habe sich mit der Autobahn GmbH «auf eine Àhnliche Vereinbarung verstÀndigt, die kurz vor der Vertragsunterzeichnung steht». Bis die ersten Vodafone-Antennen aktiviert werden, die im Rahmen dieser Zusammenarbeit nah an der Fahrbahn funken können, wird es noch dauern.
O2 in «konstruktiven GesprÀchen»
Ein O2-Sprecher sagt, man befinde ich «derzeit in konstruktiven GesprĂ€chen» mit der Autobahn GmbH. «Am Ende dieser GesprĂ€che könnte eine Kooperationsvereinbarung stehen, die beispielsweise den Aufbau zusĂ€tzlicher Standorte an Autobahnen und RaststĂ€tten ermöglicht.» Der O2-Sprecher betont, dass man schon heute das Netz an den Autobahnen kontinuierlich und gezielt ausbaue, also bisher auch ohne Kooperation mit der Autobahn GmbH. Dies gilt auch fĂŒr Vodafone.
Laut einem Bericht der Bundesnetzagentur deckte die Deutsche Telekom in diesem Sommer 98,0 Prozent der BundesfernstraĂen mit 4G-Verbindungen ab, bei Vodafone waren es 97,7 Prozent und bei TelefĂłnica 97,6 Prozent. Beim Funkstandard 5G sind die Prozentwerte niedriger. Die Differenz zu 100 Prozent erscheint bei 4G zwar gering. Die fehlenden Prozentpunkte machen aber deutlich, dass auf vielen Strecken quer durch Deutschland noch keine lĂŒckenlose Abdeckung gegeben ist. Zudem kann es beim Funkzellen-Wechsel der Reisenden zu Schwierigkeiten kommen.


