Nachhaltigkeit, JubilÀum

20 Jahre Nachhaltigkeit bei Tchibo: Vom Krisenfall zum KerngeschÀft

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 11:00 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Hamburg - Der Anlass war kein freudiger. 2005 geriet Tchibo wegen der Arbeitsbedingungen in Textilfabriken in die Schlagzeilen: Die Kampagne fĂŒr Saubere Kleidung prangerte Menschenrechtsverletzungen in Fabriken an, in denen auch Tchibo produzieren ließ. Damit fiel 2006 der Startschuss: das Hamburger Familienunternehmen beschloss, Nachhaltigkeit grundlegend neu aufzustellen und in seine GeschĂ€ftstĂ€tigkeit zu integrieren.
20 Jahre Nachhaltigkeit bei Tchibo: Vom Krisenfall zum KerngeschÀft - Bild: presseportal.de

In der neuen Folge des Tchibo Podcasts "5 Tassen tĂ€glich" blicken zwei Menschen zurĂŒck und nach vorn, die diese Entwicklung maßgeblich geprĂ€gt haben: Achim Lohrie, der 2006 zu Tchibo kam und den Bereich Unternehmensverantwortung aufbaute und bis 2019 fĂŒhrte, sowie Pablo von Waldenfels, seit 2022 Direktor Unternehmensverantwortung. Im GesprĂ€ch mit Moderatorin Katja Weber ziehen sie Zwischenbilanz.

Ihr habt ein Problem, kann ich helfen?

Lohrie erinnert sich, wie er 2006 als selbststĂ€ndiger Berater und ehemaliger Otto Manager die Berichterstattung ĂŒber Tchibo verfolgte: "Ich habe fassungslos vor dem Fernseher gesessen und gesehen, wie Tchibo niedergemacht wurde. Als jung dynamischer Unternehmer habe ich dann einfach bei Tchibo angerufen und gesagt: Ich glaube, ihr habt ein Problem. Kann ich euch helfen?"

Somit stand 2006 zunĂ€chst die Krisenkommunikation im Fokus. Und: "Netzwerken, Netzwerken, Netzwerken". SpĂ€ter folgte der Aufbau einer Strategie, im Austausch mit den Aktivistinnen der Kampagne fĂŒr Saubere Kleidung und mit Greenpeace, beide NGOs hatten Tchibo ins öffentliche Rampenlicht gezerrt. Von Waldenfels setzt bis heute auf den Austausch: "Eine der StĂ€rken des Tchibo Ansatzes ist es, nicht immer alles allein machen zu wollen, sondern in den Dialog zu gehen, die TĂŒr zu öffnen, und im GesprĂ€ch zu bleiben."

Von der Kampagne zum Standard

WE Menschenrechtsprogramm in Non-Food-Fabriken, Klimamanagement, Detox-Zusage 2014, Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2016: Die Podcastfolge zeichnet zentrale Stationen nach. FĂŒr von Waldenfels hat sich dabei vor allem die Rolle des Themas verĂ€ndert: "Nachhaltigkeit ist von der Kampagne zum Standard geworden." Was einst von außen an das Unternehmen herangetragen wurde, sei heute Teil der Kernprozesse. Im Kaffee setzt Tchibo mit Coffee2Stay auf ein datenbasiertes Programm, das gemeinsam mit Kaffeefarmerinnen und -farmern vor Ort Verbesserungen erarbeitet. Bei der Frage, was Menschen in den Lieferketten am meisten hilft, ist von Waldenfels deutlich: "Auskömmliche Einkommen sind der wichtigste Faktor."

Was Kundinnen und Kunden zahlen - und was nicht

Lohrie und von Waldenfels rĂ€umen mit Erwartungen auf, die Nachhaltigkeit einst begleiteten. Achim Lohrie: "Verlasst euch nicht darauf, dass wir auch nur einen mĂŒden Cent mit nachhaltigen Produkten mehr verdienen."

Von Waldenfels: "Da wurden, glaube ich, auch zum Teil Luftschlösser gebaut; mit der Vorstellung, dass kĂŒnftig alle nur noch nachhaltig einkaufen und auch bereit sind, dafĂŒr mehr zu bezahlen. Das war, glaube ich, nie richtig." Warum das Thema trotzdem zĂ€hlt, erklĂ€rt er so: "Lebensmittel sind VertrauensgĂŒter. Die Menschen wollen wissen: Ich kaufe bei einem vernĂŒnftigen Unternehmen ein." Und Lohrie, der sich als "Kaufmann und keine NGO" beschreibt, dreht die Frage um: Nicht, ob sich ein Unternehmen Nachhaltigkeit leisten könne, sei entscheidend, sondern ob Unternehmen es sich noch leisten könnten, nicht zu investieren. "Sie sind dann halt irgendwann weg vom Markt."

Offen ĂŒber RĂŒckschlĂ€ge

In 20 Jahren nachhaltiger GeschĂ€ftstĂ€tigkeit gab (und gibt) es auch RĂŒckschlĂ€ge. Eine Herausforderung ist laut Pablo von Waldenfels, verlĂ€ssliche Projektpartner in den UrsprungslĂ€ndern zu finden, die beim Kaffeeprogramm das gewĂŒnschte Tempo mitgehen können.

Auch bei existenzsichernden Löhnen und Einkommen kommt die Branche nach EinschÀtzung von Achim Lohrie nicht schnell genug voran, sowohl in den Fabriken als auch im Kaffeeanbau. "So viele Programme haben wir hier schon im Stakeholder-Netzwerk ausprobiert. Und immer noch diskutieren wir."

Blick auf 2036

FĂŒr die nĂ€chsten zehn Jahre nennt von Waldenfels zwei Schwerpunkte: die Zukunftssicherung des Kaffeeanbaus, damit "man wirklich VerĂ€nderungen sieht in den Regionen, in denen wir und andere arbeiten". Genauso wichtig sei, dass zirkulĂ€re Produkte und Dienstleistungen im Kernportfolio endlich sichtbar wĂŒrden. "Ich denke, zirkulĂ€re GeschĂ€ftsmodelle wie recycelbare 'textile to textile'- Lösungen sind am Ende des Tages die Zukunft." Lohrie wĂŒnscht sich zum Abschluss einen prominenten Preis: "In zehn Jahren fĂ€nde ich es toll, wenn Tchibo den Deutschen Umweltpreis gewonnen hĂ€tte."

Take-aways

"Die vielleicht wichtigste Erkenntnis aus 20 Jahren Nachhaltigkeit ist:

Ausprobieren. Machen. Nicht auf die perfekte Lösung warten. Zur Not das Thema wieder einkassieren. Niemals stehen bleiben." Pablo von Waldenfels

"Wenn man glaubt, dass etwas nicht geht, wird man in der Regel eines Besseren belehrt. Wenn die notwendige Kraft und Energie dahinterliegen. Und zwar zusammen mit anderen, nicht allein." Achim Lohrie

Pressekontakt:

Sandra Coy, Tchibo GmbH, Corporate Communications
Tel: +49 40 63 87 - 2818
E-Mail: sandra.coy@tchibo.de

Original-Content von: Tchibo GmbH ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/61513e

de | wirtschaft | 70414024 |