Gesundheitspolitik, Veranstaltung

Gesundheit 2030 entscheidet sich heute

04.06.2026 - 14:47:42 | presseportal.de

Hamburg - Medizinische Innovationen verbessern Versorgung und Forschung rasant, doch regulatorische und geopolitische Entwicklungen setzen den Gesundheitsstandort Deutschland unter Druck. Beim AstraZeneca-Medien-Event "VORschung voraus - Gesundheit2030" diskutierten gestern Vertreter:innen aus Wissenschaft, GKV und Industrie, wie sich Innovationskraft, Versorgungssicherheit und GesundheitssouverÀnitÀt stÀrken lassen.

Gesundheit 2030 entscheidet sich heute - Bild: presseportal.de
Gesundheit 2030 entscheidet sich heute - Bild: presseportal.de

Die Debatte fĂ€llt in eine Phase gesundheitspolitischer Weichenstellungen. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll die GKV-Finanzierung sichern, zugleich wachsen Sorgen um Folgen fĂŒr Forschung, Investitionen und den Zugang zu medizinischer Innovation. Bereits ĂŒber 30 Prozent [1] der in den USA verfĂŒgbaren neuen Medikamente werden nicht mehr in Europa zur Zulassung gebracht. Weitere Regulatorien könnten Deutschland fĂŒr die EinfĂŒhrung neuer Therapien unattraktiver machen. Zugleich verschĂ€rft sich der globale Wettbewerb um Forschung und Investitionen, auch durch Modelle wie "Most Favored Nation" in den USA. Im Wettbewerb um klinische Forschung hat Deutschland an Tempo gewonnen, hat aber weiter Verbesserungsbedarf.

Medizinischer Aufbruch

"Gleichzeitig erlebt die Medizin derzeit eine Innovationswelle, die sowohl die Patient:innenversorgung als auch die Forschung grundlegend verĂ€ndert", sagt Alexandra Bishop, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin von AstraZeneca Deutschland. AstraZeneca treibt derzeit eine breit aufgestellte Pipeline neuer therapeutischer AnsĂ€tze voran und verfolgt das ambitionierte Ziel, bis 2030 20 neue Medikamente auf den Markt zu bringen. FĂŒr Bishop ist damit zugleich eine strategische Frage verbunden: Wird Deutschland als Wissenschaftsstandort eine fĂŒhrende Rolle einnehmen oder zunehmend von Innovationen abhĂ€ngig werden, die andernorts entwickelt werden? "Neben exzellenten UniversitĂ€ten, international anerkannter Forschung und industrieller Expertise brauchen wir international wettbewerbsfĂ€hige und verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen, die eine begrĂŒndete Erwartung schaffen, dass medizinische Innovationen die Patient:innen in Deutschland schnell erreichen. Nur dann werden innovative Forschung einschließlich klinischer Studien weiterhin in Deutschland stattfinden und neue innovative Arzneimittel verfĂŒgbar gemacht."

Wo geforscht wird, wird frĂŒher behandelt

In der Onkologie zeigt sich aktuell besonders, wie stark Patient:innen von medizinischen Innovationen profitieren können: "In den vergangenen zwanzig Jahren ist es gelungen, die Krebssterblichkeit kontinuierlich zu senken. Bei Brustkrebs erreichen wir heute teilweise FĂŒnf-Jahres-Überlebensraten von ĂŒber neunzig Prozent [2]", sagt Dr. Niko Andre, Head of Oncology & Hematology bei AstraZeneca Deutschland. "Noch vor wenigen Jahrzehnten hĂ€tten viele dieser Patient:innen nicht ĂŒberlebt." Personalisierte Therapien wie die hochinnovative CAR-T-Zell-Therapie eröffnen heute ganz neue Behandlungsmöglichkeiten von Krebs. "Wenn wir wollen, dass Deutschland bei Zelltherapien wie der CAR-T-Zell-Therapie und anderen Zukunftstechnologien eine fĂŒhrende Rolle spielt, mĂŒssen wir Forschung als Teil der Versorgung begreifen und Versorgung als Voraussetzung fĂŒr Forschung verstehen", erklĂ€rt Andre.

Geopolitischer Wettlauf um die GesundheitssouverÀnitÀt

Mit dem medizinischen Fortschritt wĂ€chst auch der Wettbewerb. Die USA investieren massiv in KI, Biotechnologie und Datenmedizin, China baut strategisch Produktions-, Forschungs- und DatenkapazitĂ€ten auf. Europa droht im internationalen Vergleich dagegen an Tempo zu verlieren. Dr. Jasmina Kirchhoff vom Institut der deutschen Wirtschaft sieht darin lĂ€ngst mehr als eine reine Kostendebatte. "Deutschland unterschĂ€tzt, wie stark nationale Preisentscheidungen inzwischen globale Innovationsströme beeinflussen." Wenn die USA kĂŒnftig europĂ€ische Preise stĂ€rker referenzieren, steige weltweit der Druck auf Forschung, Investitionen und frĂŒhe ProdukteinfĂŒhrungen. "Gesundheitspolitik ist lĂ€ngst auch Technologie-, Industrie- und Geopolitik." Entscheidend seien nun wettbewerbsfĂ€hige Rahmenbedingungen, weniger regulatorische KomplexitĂ€t und eine bessere Datennutzung.

Tessa Wolf, Head Corporate Affairs bei AstraZeneca Deutschland, betont, dass die Branche ArbeitsplĂ€tze schafft, erheblich zum Bruttosozialprodukt beitrĂ€gt und Gesundheitssysteme langfristig effizienter machen kann. Studien prognostizieren zudem indirekte volkswirtschaftliche Effekte medizinischer Innovationen von rund 17,5 Milliarden Euro pro Jahr [3].DafĂŒr brauche es Planungssicherheit und ein Erstattungssystem, das sich stĂ€rker am medizinischen Nutzen orientiere.

Finanzierbarkeit und SystemstabilitÀt

Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, verweist dagegen auf die Bedeutung finanzieller StabilitĂ€t und gesellschaftliche Akzeptanz. Der Spagat zwischen KostendĂ€mpfung, Versorgungssicherheit und InnovationsfĂ€higkeit lasse sich nicht ausschließlich mit kurzfristiger Sparpolitik, wie jetzt im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vorgesehen, lösen. "Wenn der Staat seinen eigenen Finanzierungsbeitrag reduziert, entsteht eine gravierende GlaubwĂŒrdigkeits- und AkzeptanzlĂŒcke", so Storm. "Die Finanzlast muss fair auf alle Leistungsbereiche verteilt werden. SelbstverstĂ€ndlich muss auch der Pharmabereich einen angemessenen Sparbeitrag leisten." Allerdings reichten KĂŒrzungen allein zur Konsolidierung nicht aus: Gefragt seien auch nachhaltige Strukturreformen - etwa mehr Ambulantisierung, eine sektorenĂŒbergreifende qualitĂ€tsgesicherte Versorgung sowie Investitionen in PrĂ€vention und Digitalisierung.

Weichenstellungen fĂŒr die Zukunft

In einem Punkt sind sich die Referent:innen einig: Die gesundheitspolitischen Entscheidungen der kommenden Jahre reichen weit ĂŒber die Versorgung hinaus und prĂ€gen Deutschlands Rolle 2030 im Wettbewerb um Forschung, Technologie und medizinische Innovation. Gesundheitspolitik wird damit zum strategischen Faktor fĂŒr wirtschaftliche StĂ€rke, technologische SouverĂ€nitĂ€t und gesellschaftliche Resilienz. DafĂŒr braucht es schnellere Prozesse, verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen und den politischen Willen, Innovation, Versorgungssicherheit und Finanzierbarkeit gemeinsam voranzubringen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Pressemappe:

https://az.box.com/s/nmpjc8xrdz9el1jy6hb0tjl1we45xq86

Referenzen

Pressekontakt:

Sabine ReinstÀdler
Leitung PR & Kommunikation, AstraZeneca GmbH
Friesenweg 26
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Tel.: +49 40 8080 57934
E-Mail: sabine.reinstadler@astrazeneca.com

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