Monopolanalyse 2023: Regionale Anbieter sichern sich erneut hohe Marktanteile
20.11.2023 - 10:09:58"GroĂe Anbieter können sich immer noch sehr hohe Anteile im LadesĂ€ulenmarkt sichern. Diese Monopolstellung bremst den Ausbau und treibt die Endverbraucherpreise in die Höhe, da die Anbieter faktisch konkurrenzlos sind", erklĂ€rt Markus Adam, Chefjurist von LichtBlick. "Was bleibt, ist eine absolut unbefriedigende Situation - zu Lasten von Verbraucher*innen, des Wettbewerbs und damit letztlich der Verkehrswende in GĂ€nze."
Marktanteile von ĂŒber 80 Prozent NormalitĂ€t
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Acht der dreizehn Anbieter können sich einen Marktanteil von mindestens 80 Prozent aller kostenpflichtigen Normalladepunkte sichern. In drei StÀdten (Hannover, enercity / Wiesbaden, ESW / Dortmund, DEW21 und EON) liegen die Marktanteile der Anbieter sogar bei 90 Prozent und mehr. Bei allen untersuchten Anbietern handelt es sich um regionale Stromversorger, die konzernrechtlich mit dem örtlichen Stromnetzbetreibern verbunden oder selbst Stromnetzbetreiber sind.
Monopolkommission bestÀtigt Marktdominanz regionaler Anbieter
Die Dominanz regionaler Anbieter bei NormalladesÀulen bestÀtigt auch das 9. Sektorgutachten der Monopolkommission. Sie stellt erstmals ein öffentlich frei zugÀngliches Tool zur Marktkonzentration der CPO bereit.
FĂŒr die zehn marktmĂ€chtigsten Anbieter wurde ermittelt, an wie vielen ihrer Standorte sie mehr als 40 Prozent der im relevanten Markt vorhandenen Ladepunkte kontrollieren. Das Ergebnis: Kommunale Energieversorger verfĂŒgen ĂŒber die mit Abstand gröĂten Marktanteile bei Normalladepunkten (Quelle: 9. Sektorgutachten "Energie 2023: Mit Wettbewerb aus der Energiekrise" der Monopolkommission, S. 121). Die LadesĂ€ulenbetreiber unterliegen damit faktisch keinerlei Wettbewerbsdruck mehr.
Die Folgen: Mit ihrer Marktmacht diskriminieren regionale Monopolisten Drittanbieter (wie LichtBlick) im Markt - deren Kund*innen mĂŒssen an der LadesĂ€ule fĂŒr denselben Strom zum Teil deutlich höhere Preise zahlen, wie der aktuelle LadensĂ€ulencheck von LichtBlick zeigt.
Marktanteile bleiben seit Jahren auf hohem Niveau
Die Konzentration regionaler Lademonopole ist ein Trend, wie die Ergebnisse der letzten Monopolanalysen zeigen. So konnten Monopolisten in Dortmund, Hannover, NĂŒrnberg und Hamburg ihre Vormachtstellung ĂŒber die letzten drei Jahre beibehalten, in Dortmund sogar kontinuierlich ausbauen. Lediglich in MĂŒnchen ist der Marktanteil leicht zurĂŒckgegangen, liegt aber weiterhin auf hohem Niveau.
Durchleitung ermöglicht Finanzierung unabhÀngig vom Klima- und Transformationsfonds
Um einen fairen Wettbewerb im LadesĂ€ulenmarkt zu schaffen, ist eine Reform des derzeitigen Marktdesigns notwendig. DafĂŒr schlĂ€gt LichtBlick seit Jahren das Durchleitungsmodell vor: Jeder Versorger kann seinen Strom an jede öffentliche LadesĂ€ule liefern - und damit auch die Strompreisbremse sowie die Erlöse aus den THG-Quoten an ihre Kund*innen weitergeben. Verbraucher*innen können aus einer Vielzahl an Angeboten ihren Wunschtarif frei wĂ€hlen. Das sorgt fĂŒr mehr Wettbewerb und Transparenz an der LadesĂ€ule. FĂŒr die Durchleitung erhalten Betreiber von LadesĂ€ulen ein Nutzungsentgelt, das den Ausbau und Betrieb der Infrastruktur weiter fördert und unabhĂ€ngig von staatlicher Förderung macht. Damit löst das Durchleitungsmodell auch das Problem der wegfallenden Mittel aus dem Klima- und Transformationsfonds nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vergangene Woche.
Mehr zur Monopolanalyse unter www.lichtblick.de/monopolanalyse2023.
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