Grundsteuer, FĂ€lle

Hamburger Grundsteuer: 26.000 FĂ€lle werden ab 2027 neu eingestuft

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 00:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rund 26.000 SteuerfÀlle werden neu bewertet; die Stadt rechnet weiterhin mit 515 Millionen Euro Grundsteueraufkommen.
Eine ruhige Wohnstraße in Hamburg mit typischer Backsteinarchitektur und gepflegten VorgĂ€rten bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Hamburger Senat hat die Fortschreibung der Wohnlageverzeichnis-Verordnung zur Grundsteuer beschlossen. Wie aus Mitteilungen der Finanzbehörde Hamburg hervorgeht, wird die Anpassung zum 1. Januar 2027 steuerwirksam. Von der Neubewertung sind rund 26.000 der insgesamt etwa 430.000 SteuerfÀlle der Grundsteuer B in der Hansestadt betroffen, was einem Anteil von knapp 6 Prozent entspricht.

Verschiebungen zwischen normaler und guter Wohnlage

Die ÜberprĂŒfung der Wohnlagen fĂŒhrt fĂŒr einen Teil der Hamburger GrundeigentĂŒmer zu verĂ€nderten Einstufungen. Nach Angaben der Finanzbehörde Hamburg entfallen von den betroffenen Einheiten circa 13.000 FĂ€lle auf eine Herabstufung von einer vormals guten in eine normale Wohnlage. FĂŒr den stĂ€dtischen Haushalt bedeutet diese Korrektur nach unten Steuermindereinnahmen von circa 1,5 Millionen Euro.

Gleichzeitig verzeichnet die Behörde bei rund 12.000 FĂ€llen eine Hochstufung von einer normalen in eine gute Wohnlage, was zu Steuermehreinnahmen von etwa 2 Millionen Euro fĂŒhrt. DarĂŒber hinaus werden circa 6.000 Einheiten erstmals erfasst und eingestuft. Davon erhalten rund 5.000 FĂ€lle eine bestĂ€tigte normale Wohnlage, wĂ€hrend circa 1.000 Einheiten kĂŒnftig als gute Wohnlage bewertet werden.

Trotz der individuellen Anpassungen bleibt die SteuerschĂ€tzung fĂŒr das Jahr 2027 unverĂ€ndert bei 515 Millionen Euro. Die Behörde fĂŒr Finanzen und Bezirke Hamburg ordnet die Fortschreibung des Verzeichnisses als insgesamt aufkommensneutral fĂŒr das Grundsteueraufkommen ein. Finanzsenator Dr. Andreas Dressel (SPD) betonte dazu, dass das den BĂŒrgern gegebene Versprechen der AufkommensneutralitĂ€t der Steuer weiterhin Bestand habe.

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Zeitplan fĂŒr Bescheide und Hinweise fĂŒr EigentĂŒmer

FĂŒr die betroffenen EigentĂŒmerinnen und EigentĂŒmer skizzierte die Hamburger Finanzbehörde den weiteren organisatorischen Ablauf. GeĂ€nderte Grundsteuermessbetragsbescheide sollen voraussichtlich noch im Laufe des Jahres 2026 verschickt werden. Die daraus resultierenden neuen Grundsteuerbescheide fĂŒr das Jahr 2027 und die darauffolgenden ZeitrĂ€ume ergehen anschließend Anfang 2027.

Finanzsenator Dressel verwies darauf, dass sĂ€mtliche Änderungen von Amts wegen umgesetzt werden und ein eigenstĂ€ndiges TĂ€tigwerden im Vorfeld nicht erforderlich sei. EigentĂŒmer, die fĂŒr die Begleichung der Grundsteuer ein SEPA-Lastschriftmandat nutzen, mĂŒssen nach Behördenangaben nichts unternehmen, da die BetrĂ€ge automatisch abgebucht werden.

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Wer die Steuer hingegen per Dauerauftrag ĂŒberweist, muss diesen eigenstĂ€ndig an die neu festgesetzte Summe anpassen. Zudem bleibt Betroffenen die Möglichkeit offen, nach Erhalt der Neuberechnung Einspruch gegen die Bescheide einzulegen.

Verhandlung vor dem Bundesfinanzhof

Flankiert wird die Neufassung des Wohnlagenverzeichnisses von einer juristischen PrĂŒfung auf Bundesebene. FĂŒr den 11. November ist beim Bundesfinanzhof eine mĂŒndliche Verhandlung ĂŒber das Hamburger Grundsteuermodell angesetzt, bei der die rechtlichen Grundlagen der hanseatischen Regelung Gegenstand der richterlichen Erörterung sind.

Mehr zum Thema bei t-online: „VerĂ€nderte Wohnlage: 26.000 Hamburger bekommen neue Steuerbescheide“

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