Handwerk in Krise: 73.000 ArbeitsplÀtze verloren, Dittrich fordert Kommission
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 07:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
HandwerksprÀsident Jörg Dittrich fordert eine Kommission zur Entlastung von Betrieben und BeschÀftigten bei den Sozialabgaben. Die wirtschaftliche Lage im Handwerk verschÀrft sich.
Steigende Insolvenzzahlen und rĂŒcklĂ€ufige BeschĂ€ftigtenentwicklung setzen die Branche unter Druck. âDie aktuellen ReformbemĂŒhungen der Bundesregierung zeigen in den Betrieben nicht die erhoffte Wirkung", sagte Dittrich am Dienstag. Eine Kommission zur Reduzierung der Lohnzusatzkosten sei dringend nötig.
Handwerk verliert ArbeitsplÀtze
Die Bilanz fĂŒr 2025 fĂ€llt durchwachsen aus. Das Handwerk verlor im Vergleich zum Vorjahr 73.000 ArbeitsplĂ€tze. Preisbereinigt entwickelte sich der Umsatz negativ, wĂ€hrend die Insolvenzzahlen zuletzt anstiegen.
Der Trend deckt sich mit branchenĂŒbergreifenden Beobachtungen. Einer Deloitte-Studie aus dem FrĂŒhjahr 2026 zufolge priorisieren 72 Prozent der Unternehmen derzeit die Kostenreduktion. FĂŒr die Studie wurden 120 FinanzvorstĂ€nde befragt. Als gröĂte Herausforderungen nannten sie die schwache Inlandsnachfrage und geopolitische Unsicherheiten. Rund 45 Prozent der CFOs schĂ€tzten ihre GeschĂ€ftsaussichten schlechter ein als im Vorquartal.
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Ausbildung: Lichtblick mit Schattenseiten
Positiv entwickelt sich der Lehrstellenmarkt. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete das Handwerk den verzeichnete das Handwerk den vierten Anstieg der Ausbildungszahlen in Folge. Von Januar bis Juni unterzeichneten Betriebe knapp 67.800 neue VertrĂ€ge â ein Plus von 4,9 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum.
Besonders in Regionen wie Hamburg gewinnt das Handwerk wieder mehr Nachwuchs. Dittrich fĂŒhrt den Anstieg auf verbesserte Verdienstmöglichkeiten und eine erfolgreiche Imagekampagne zurĂŒck. Dennoch bleiben bundesweit ĂŒber 20.460 Stellen unbesetzt. Der PrĂ€sident warnte vor dem Auslaufen des Programms zur passgenauen Besetzung von AusbildungsplĂ€tzen Ende 2027 und forderte mehr finanzielle UnterstĂŒtzung fĂŒr Bildungszentren.
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Parallelforderungen aus Politik und Finanzsektor
Auch politisch tut sich etwas. Vier grĂŒne Landesfinanzminister legten am Montag Eckpunkte fĂŒr eine Reform der Schuldenbremse vor. Sie schlagen vor, das strukturelle Defizit ab 2036 von 0,7 auf 1,0 Prozent des BIP anzuheben.
Das Bundeskabinett beschloss zudem MaĂnahmen zum BĂŒrokratieabbau. Elektrofahrzeuge sollen kĂŒnftig von der Schadstoffplakettenpflicht befreit werden. Weitere Entlastungen sind fĂŒr die Schifffahrt geplant.
Kritik kommt auch aus dem Finanzsektor. Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) bemÀngelte fehlende konkrete VorschlÀge der EU-Kommission zur StÀrkung der WettbewerbsfÀhigkeit europÀischer Banken. Bis 2032 droht deutschen Instituten ein Anstieg der Eigenkapitalbelastungen um bis zu 20 Prozent. Der Verband fordert eine dauerhafte Fixierung technischer Kapitalgrenzen.
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