Arbeitsmarkt

Studie: Höhere Löhne machen Handwerk produktiver

06.06.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Handwerksbetriebe, die höhere Löhne zahlen, sind hĂ€ufig produktiver, attraktiver fĂŒr FachkrĂ€fte und wirtschaftlich erfolgreicher.

Studie: Höhere Löhne machen Handwerk produktiver
Wirtschaft - Handwerk-Schriftzug (Archiv) 06.06.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Das geht aus dem bisher unveröffentlichten "Handwerkskompass 2026" hervor, den die IW Consult im Auftrag des Sanierungsspezialisten Isotec erstellt hat und ĂŒber den die "Welt am Sonntag" berichtet.

FĂŒr die Studie wurden mehr als 600 Handwerker befragt. Die Autoren sprechen von einer "ProduktivitĂ€tsspirale": Höhere GehĂ€lter erleichterten die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter, steigerten die AttraktivitĂ€t des Arbeitgebers und gingen mit höherer ProduktivitĂ€t einher. Besonders erfolgreiche Betriebe setzen zudem hĂ€ufiger auf Bonuszahlungen, digitale Hilfsmittel und standardisierte Prozesse.

Ökonomen warnen allerdings vor zu schnellen SchlĂŒssen aus den Ergebnissen. Der Arbeitsmarktforscher Christian Dustmann vom University College London sagte der Zeitung, er wĂŒrde nicht sagen, dass, wenn man höhere Löhne bezahle, die ProduktivitĂ€t automatisch nach oben gehe. Die KausalitĂ€t gehe "sicherlich nicht in diese Richtung". Produktivere Unternehmen zahlten meist höhere Löhne, weil sie es sich leisten könnten. TatsĂ€chlich zeigen die Ergebnisse des "Handwerkskompass 2026", dass erfolgreiche Betriebe hohe Löhne hĂ€ufig mit guter Organisation, qualifizierten Mitarbeitern und effizienten Prozessen verbinden.

Ganz von der Hand weisen Experten positive Effekte guter Bezahlung dennoch nicht. Der ProduktivitĂ€tsforscher Steffen MĂŒller vom Leibniz-Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sagte der Zeitung, höhere Löhne könnten BeschĂ€ftigte motivieren. Wer besser bezahlt werde als anderswo, habe mehr zu verlieren und identifiziere sich hĂ€ufig stĂ€rker mit seinem Arbeitgeber. Noch wichtiger sei, dass gut zahlende Betriebe aus einem grĂ¶ĂŸeren Bewerberpool auswĂ€hlen und dadurch leichter qualifizierte FachkrĂ€fte gewinnen könnten.

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