Handwerkskammer Freiburg: Lernortkooperation ersetzt Akademie Schopfheim
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 12:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Handwerkskammer (HWK) Freiburg beabsichtigt eine strategische Neuausrichtung ihrer Ausbildungsstruktur im Landkreis Lörrach. Wie aus Berichten vom 4. September 2026 hervorgeht, bereitet die Kammer eine Lernortkooperation mit drei gewerblichen Schulen in der Region vor. Ziel dieses Vorhabens ist es, die überbetriebliche Ausbildung für Handwerkslehrlinge auch in Zukunft wohnortnah und qualitativ hochwertig zu gewährleisten.
Kooperation mit drei beruflichen Schulen im Fokus
Das Kernstück der neuen Strategie bildet die Zusammenarbeit mit drei gewerblichen Schulen im Landkreis Lörrach. Diese Lernortkooperation soll sicherstellen, dass Auszubildende für die obligatorischen überbetrieblichen Unterweisungen keine unzumutbar langen Wege auf sich nehmen müssen.
Die überbetriebliche Ausbildung (ÜBA) ist ein essenzieller Bestandteil der dualen Ausbildung im deutschen Handwerk. Sie ergänzt die praktische Unterweisung in den Betrieben sowie den theoretischen Unterricht an den Berufsschulen durch die Vermittlung spezieller Techniken und Fertigkeiten, die ein einzelner Betrieb oft nicht in der gesamten Breite abdecken kann.
Durch die engere Verzahnung mit den staatlichen Schulen im Landkreis möchte die Handwerkskammer Freiburg eine moderne Ausbildungsumgebung schaffen. Die Kooperation ermöglicht es, vorhandene Kapazitäten an den Schulen effektiver zu nutzen und gleichzeitig die fachliche Kompetenz der Kammer in den Ausbildungsprozess zu integrieren.
Strukturelle Ursachen und Schließung der Akademie Schopfheim
Hintergrund dieser geplanten Neuausrichtung sind mehrere strukturelle Herausforderungen, mit denen die Handwerkskammer Freiburg konfrontiert ist. Ein wesentlicher Faktor sind die sinkenden Ausbildungszahlen in verschiedenen Handwerksberufen. Dieser demografische und gesellschaftliche Trend führt dazu, dass spezialisierte Bildungszentren teilweise nicht mehr wirtschaftlich ausgelastet werden können.
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Zudem belasten ein erheblicher Sanierungsstau sowie notwendige Modernisierungsmaßnahmen an bestehenden Standorten die finanziellen Spielräume. In der Folge dieser Entwicklungen steht die Schließung der Gewerbe Akademie Schopfheim bevor.
Die Aufgabe dieses Standortes markiert einen Wendepunkt in der regionalen Bildungslandschaft und macht das neue Modell der Lernortkooperation erforderlich, um die entstandene Lücke in der Ausbildungsinfrastruktur zu schließen.
Kritik an der Kommunikation des Planungsprozesses
Trotz der Zielsetzung, die Ausbildung vor Ort zu stabilisieren, stößt die Vorgehensweise der Handwerkskammer auf Widerstand. Laut Medienberichten vom 4. September 2026 wird insbesondere die Kommunikation der HWK Freiburg im Rahmen des Umstrukturierungsprozesses kritisiert.
Beobachter und Beteiligte bemängeln eine unzureichende Informationspolitik während der Planungsphase. Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Art und Weise, wie Entscheidungen über Standortschließungen und die Einleitung der Kooperationsgespräche an die betroffenen Betriebe und Akteure vermittelt wurden.
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Eine mangelhafte Kommunikation, so die Vorwürfe, habe für Verunsicherung unter den Handwerksbetrieben im Landkreis Lörrach gesorgt, die auf eine verlässliche Planungssicherheit für ihren Nachwuchs angewiesen sind.
Die Handwerkskammer steht nun vor der Aufgabe, die geplante Lernortkooperation nicht nur organisatorisch umzusetzen, sondern auch das Vertrauen der Mitgliedsbetriebe durch eine transparente Gestaltung der weiteren Schritte zurückzugewinnen. Die Sicherung der überbetrieblichen Ausbildung bleibt für die Fachkräftegewinnung im regionalen Handwerk eine entscheidende Grundvoraussetzung.
