Hauptversammlungen, Großkonzerne

Hauptversammlungen 2026: Großkonzerne unter Druck von Aktivisten

Veröffentlicht am: 05.06.2026 um 08:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Proteste und kritische AktionÀrsantrÀge prÀgen die Saison. Volkswagen droht Entlastungsverweigerung wegen Dieselskandal.

Hauptversammlungen 2026: OMV, TSMC und VW unter Druck
Nahaufnahme eines Protestschildes, das von einem Demonstranten gehalten wird, mit einem unscharfen Hintergrund eines UnternehmensgebÀudes. Illustration mit AI erstellt.

Internationale Großkonzerne wie OMV, TSMC und Volkswagen sehen sich mit Protestaktionen und kritischen AktionĂ€rsantrĂ€gen konfrontiert. Die Forderungen reichen von besseren Arbeitsbedingungen ĂŒber schĂ€rfere Umweltauflagen bis zur Aufarbeitung vergangener Skandale.

OMV: Proteste und Milliardendeal

Rund 30 Aktivisten versammelten sich Anfang Juni am Rande der Hauptversammlung des österreichischen Energiekonzerns OMV. Ihre Forderung: die Vergesellschaftung des Unternehmens. Der Interessenverband fĂŒr Anleger (IVA) hatte zuvor zur ZurĂŒckhaltung aufgerufen. Versammlungsleiter Lutz Feldmann bemĂŒhte sich um einen Ausgleich zwischen den Fronten.

Anzeige: Wer die Protestwelle auf Hauptversammlungen 2026 richtig einschĂ€tzen will, findet in diesem Report die wichtigsten Strategien – von der Vorbereitung auf Aktivisten-AntrĂ€ge bis zur Abwehr von Entlastungsverweigerungen. Jetzt kostenlosen Governance-Report anfordern

Parallel zur Versammlung begab die OMV eine unbefristete Hybridschuldverschreibung. Volumen: 750 Millionen Euro. Zinssatz: 4,375 Prozent.

TSMC: Arbeitsbedingungen in der Kritik

Auch der taiwanesische Halbleiterriese TSMC blieb nicht verschont. Arbeits- und Umweltgruppen protestierten gegen mangelnde Arbeitssicherheit und forderten EntschĂ€digungen fĂŒr ArbeitsunfĂ€lle. Kritik gab es zudem an fehlender Tarifbindung und den bestehenden Arbeitszeitmodellen.

Umweltaktivisten Ă€ußerten Bedenken zur Standortentwicklung in Shanlin. Sie fordern besseren Schutz des dortigen Lebensraums der Gras-Eule.

Volkswagen: Gegenwind von AktionÀren

FĂŒr die Volkswagen-Hauptversammlung Mitte Juni zeichnet sich harter Widerstand ab. Corporate-Governance-Experte Prof. Christian Strenger beantragte, Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Seine BegrĂŒndung: unzureichende AufklĂ€rung des Dieselskandals. Die Gesamtkosten belaufen sich mittlerweile auf 34 Milliarden Euro.

Zudem fordern AktionĂ€re die Ablehnung der Wiederwahl von Aufsichtsratschef Pötsch. Weitere Kritikpunkte: zu starke China-AbhĂ€ngigkeit und RĂŒckstĂ€nde bei der ElektromobilitĂ€t.

SUSS MicroTec: Zustimmung trotz Protestwelle

Der Halbleiterzulieferer SUSS MicroTec erlebte eine ruhigere Versammlung. Die AktionĂ€re genehmigten die Ausgabe von Wandel- und Optionsschuldverschreibungen ĂŒber bis zu 300 Millionen Euro. Das Unternehmen steigt am 22. Juni in den MDAX auf und strebt eine EBIT-Marge von 20 bis 22 Prozent an.

Anzeige: Die unzureichende AufklĂ€rung des Dieselskandals kostete Volkswagen 34 Milliarden Euro – und fĂŒhrte zu Entlastungsverweigerungs-AntrĂ€gen. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie solche Risiken durch frĂŒhzeitige ESG-Compliance vermeiden. ESG-Compliance-Leitfaden jetzt sichern

Verdi legt Handel lahm

Neben den Hauptversammlungen verschĂ€rfen ArbeitskĂ€mpfe die Lage. Die Gewerkschaft Verdi weitete ihre Warnstreiks im Handel aus. Betroffen ist unter anderem die Modekette H&M, die ohnehin unter Druck durch Konkurrenten wie Inditex und Uniqlo steht. Analysten senkten bereits die Kursziele fĂŒr die H&M-Aktie.

Verdi fordert 7 Prozent mehr Entgelt, mindestens aber 225 Euro pro Monat. Die Arbeitgeberseite bietet deutlich niedrigere Steigerungen bei lÀngeren Laufzeiten.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 69486152 |