Heizspiegel 2026: Ölheizungen verteuern sich für Haushalte um bis zu 28 Prozent
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 14:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deVerbraucher müssen sich in der laufenden Heizsaison auf spürbare Kostensteigerungen einstellen. Wie aus dem Heizspiegel 2026 hervorgeht, der von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online zusammen mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund vorgelegt wurde, verteuert sich das Heizen insbesondere für Haushalte mit Öl- und Holzpelletheizungen deutlich. Zugleich treibt eine ineffiziente Bedienung von Thermostaten die Heizkosten in vielen Wohnungen unnötig nach oben.
Belastungen für Haushalte nehmen weiter zu
Die Auswertung des Heizspiegels auf Grundlage von über 90.000 Gebäudedaten für das Abrechnungsjahr 2025 zeigt deutliche Kostenunterschiede zwischen den Energieträgern. Für eine durchschnittliche Wohnung mit 70 Quadratmetern lagen die Heizkosten mit einer Wärmepumpe bei 715 Euro, während für Gas 1.170 Euro und für Fernwärme 1.295 Euro fällig wurden.
Bei Holzpellets betrugen die Kosten 735 Euro, was einem Anstieg von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. In einem Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern beliefen sich die Kosten für Erdgas auf 2.040 Euro (plus 15 Prozent), für Heizöl auf 2.145 Euro (plus 1 Prozent) und für Wärmepumpen auf 1.260 Euro (plus 5 Prozent).
Eine parallele Auswertung von rund 67.000 Haushalten für dieselbe Periode bestätigte bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung Kosten von 1.170 Euro bei Gas (plus 14 Prozent), 1.030 Euro bei Heizöl sowie 1.295 Euro bei Fernwärme (plus 6 Prozent).
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Für das Jahr 2026 prognostiziert der Heizspiegel eine erhebliche Verteuerung für Ölheizungen: Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung wird ein Anstieg um 24 Prozent auf 1.275 Euro erwartet, bei einem Einfamilienhaus um 28 Prozent auf 2.745 Euro. Pellets legen der Prognose zufolge um 17 Prozent zu, während die Kosten für Wärmepumpen um 3 Prozent steigen und Erdgas rechnerisch um 4 Prozent nachgeben soll.
Nach Angaben des Portals Heizoel24 kosteten 100 Liter Heizöl am 29.10.2026 bundesweit im Schnitt 173,15 Euro bei einer Abnahmemenge von 3.000 Litern. Am 30. Oktober 2025 hatte der Preis noch bei 93,08 Euro gelegen – eine Verdopplung, die auf Marktturbulenzen und geopolitische Konflikte seit dem Frühjahr zurückgeführt wird.
Ineffiziente Regelung verursacht Mehrkosten
Zusätzlich zu den Beschaffungspreisen belasten Bedienungsfehler das Haushaltsbudget. Nach Angaben des Spitzenverbands der Gebäudetechnik VdZ existiert ein weit verbreiteter Irrglaube über Thermostate: Deren Stufen steuern lediglich die angestrebte Zieltemperatur und beschleunigen keineswegs die Aufheizung der Räume.
Stufe 3 entspricht in der Regel einer Raumtemperatur von rund 20 Grad Celsius, was für Wohnräume empfohlen wird. Höhere Stufen führen lediglich zu Überhitzung; Stufe 5 regelt auf 26 bis 28 Grad Celsius ab. Moderne Thermostate können nach Branchenangaben bis zu 7 Prozent der Heizkosten einsparen, wobei einfache mechanische Ausführungen bereits ab etwa 10 Euro erhältlich sind.
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Auch Verbraucherzentralen und das Umweltbundesamt weisen auf rasch umsetzbare Effizienzmaßnahmen hin. Eine Reduzierung der Raumtemperatur um nur ein Grad senkt den Energieverbrauch um rund 6 Prozent, was bei Jahresheizkosten von 1.000 Euro eine Entlastung von 60 Euro bedeutet.
Für Schlafräume genügen 16 bis 18 Grad, in Küchen sind 18 Grad ausreichend. Das Umweltbundesamt betont zudem, dass nachts geschlossene Rollläden Wärmeverluste durch Fenster um etwa 20 Prozent verringern.
Neben dem regelmäßigen Entlüften der Heizkörper, das bis zu 15 Prozent der Heizkosten sparen kann, raten Fachleute zum Abdichten von Fenstern und Türen sowie zur Überprüfung der Heizkurve und Heizungspumpen, um das Gesamtsystem ohne teure Komplettsanierungen zu optimieren.
