Hitze-Regelung: Arbeitgeber verkürzt Arbeitszeit ab 30 Grad bei vollem Lohn
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 09:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein Gebäudeunterhaltsunternehmen aus der Region Basel reagiert auf die Rekordtemperaturen mit einer ungewöhnlichen Maßnahme: Die Arbeitszeit wird bei Hitze drastisch verkürzt – der Lohn bleibt gleich.
Ab 30 Grad ist Feierabend
Das in Allschwil ansässige Unternehmen Zweipack hat eine klare Regel eingeführt: Steigt das Thermometer auf 30 Grad Celsius, müssen die 17 Angestellten statt 8,4 nur noch 6 Stunden arbeiten. Der Feierabend fällt dann auf die Mittagszeit zwischen 12:00 und 13:00 Uhr.
Die Geschäftsführung wendet die Regel bereits seit Beginn der Hitzewelle vor rund drei Wochen nahezu durchgehend an. Und das bei voller Lohnfortzahlung. Geschäftsleiter Mischa Blattner sieht darin bislang keine wirtschaftlichen Nachteile.
Der Hintergrund: Die erste Julihälfte 2026 war in der Schweiz rekordwarm – mit 4,4 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020. Allein in Basel wurden bereits elf Hitzetage registriert. Üblich sind in diesem Zeitraum etwa fünf.
Warum Hitze am Arbeitsplatz gefährlich wird
Die Maßnahme hat einen ernsten Hintergrund. Die Schweizer Unfallversicherung Suva belegt: Ab 30 Grad steigt das Risiko für Arbeitsunfälle um rund 7 Prozent. Hitze killt die Konzentration und führt schneller zur Erschöpfung – besonders gefährlich im Handwerk oder bei körperlicher Arbeit im Freien.
Verkürzte Arbeitszeiten bei Hitze erfordern eine präzise Dokumentation, um rechtlich abgesichert zu sein. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie die Arbeitszeiterfassung gesetzeskonform und ohne teure Software umsetzen. Kostenlose Mustervorlage zur Arbeitszeiterfassung jetzt sichern
Trotz dieser Risiken: Einen gesetzlichen Anspruch auf Hitzefrei gibt es in der Schweiz nicht. Die Entscheidung liegt allein bei den Arbeitgebern.
Proteste im Spital, Debatte um Shorts
Die Hitze sorgt auch anderswo für Zündstoff. Am Universitätsspital Genf protestierte das Pflegepersonal am 14. Juli. In den Kliniken herrschten bis zu 34 Grad. Die Gewerkschaften VPOD und SIT forderten mehr als die bisher gewährten viertelstündigen Zusatzpausen und die Verteilung von Speiseeis. Die Spitalleitung setzte immerhin einen Krisenstab ein.
Und dann wäre da noch die Kleiderfrage. Bei der Swiss Re sprach sich Schweiz-Chef Gianfranco Lot gegen kurze Hosen für männliche Kollegen aus – die seien dem Wochenende vorbehalten. Eine Umfrage unter 3.600 Teilnehmern zeigt jedoch: Zwei Drittel finden Shorts im Büro akzeptabel, besonders ohne Kundenkontakt. Andere Versicherer sind hier bereits flexibler.
Ob Hitzepausen oder geänderte Schichtpläne – Arbeitgeber müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Arbeits- und Ruhezeiten genau kennen. Ein kostenloser Leitfaden klärt auf, welche Fakten bei der Arbeitszeitgestaltung wirklich ausschlaggebend sind. Gratis-Leitfaden zu Arbeitszeiten und Pausen herunterladen
Die Trockenheit trifft auch die Stadt. Die Basler Stadtgärtnerei meldet Mehrkosten im sechsstelligen Bereich, um Jungbäume, Buchen und Ahorne am Leben zu halten. Das eigene Personal reicht nicht – externe Hilfe musste angefordert werden.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
