Hitzebelastung, Millionen

Hitzebelastung: 431 Millionen Euro Wirtschaftsschaden pro Tag

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
DGB-Chefin Fahimi verlangt staatliche UnterstĂŒtzung bei extremer Hitze. Jeder Hitzetag kostet die Wirtschaft laut Gewerkschaft 431 Millionen Euro.
Ein Thermometer zeigt eine hohe Temperatur an, mit unscharfen Arbeitern im Hintergrund, die unter der Hitze leiden. Illustration mit AI erstellt.

DGB-Chefin Yasmin Fahimi fordert ein gesetzliches Hitze-Ausfallgeld.

Das Geld soll BeschĂ€ftigte und Arbeitgeber unterstĂŒtzen, wenn extreme Hitze die Arbeit unmöglich macht. Vorbild ist das bestehende Ausfallgeld im Dachdeckerhandwerk. Fahimi stellte die Forderung am 17. Juli vor.

Hintergrund: Eine aktuelle DGB-Umfrage unter rund 4.000 BeschĂ€ftigten zeigt: Jeder dritte Arbeitnehmer fĂŒhlt sich durch Hitze am Arbeitsplatz belastet. In Außenberufen liegt der Anteil sogar bei knapp 60 Prozent.

Hohe Kosten fĂŒr die Wirtschaft

Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Laut DGB kostet jeder einzelne Hitzetag die deutsche Wirtschaft rund 431 Millionen Euro. Hauptgrund: ProduktivitÀtsverluste durch gesundheitliche Belastungen.

Besonders betroffen sind Arbeitnehmer unter Zeitdruck. In der Umfrage gaben 48 Prozent von ihnen an, unter der Hitzeeinwirkung zu leiden.

Die IG BAU Saar-Trier forderte Arbeitgeber am 18. Juli zu mehr PrĂ€vention auf. Konkret empfohlen: eine „GetrĂ€nke-Flatrate“ mit drei bis fĂŒnf Litern Wasser pro Tag, Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und flexible Arbeitszeiten in die kĂŒhleren Morgen- oder Abendstunden.

Was sagt das Gesetz?

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Eine allgemeine gesetzliche Höchsttemperatur fĂŒr InnenrĂ€ume gibt es nicht. Aber: Ab 30 Grad mĂŒssen Arbeitgeber laut ArbeitsstĂ€ttenregeln (ASR A3.5) wirksame Schutzmaßnahmen ergreifen. Dazu gehören Fensterverschattung, GetrĂ€nkebereitstellung oder lockere Kleidungsvorschriften.

Ab 35 Grad gilt der Raum ohne Schutzvorkehrungen als nicht mehr fĂŒr die Arbeit geeignet.

Ein aktuelles BGH-Urteil vom 18. Juli stĂ€rkt zudem die Rechte von WohnungseigentĂŒmern bei Klimaanlagen. AußengerĂ€te auf Balkonen sind grundsĂ€tzlich erlaubt – solange andere Bewohner nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig beeintrĂ€chtigt werden. Das ist auch fĂŒr Homeoffice-Nutzer in Dachgeschosswohnungen relevant.

Pflege und Bau: Besonders betroffen

In Pflegeeinrichtungen setzen immer mehr HĂ€user auf HitzeschutzplĂ€ne nach dem TOP-Prinzip – technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen. Ziel: Die Raumtemperatur bei maximal 29 Grad stabilisieren.

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In Pflege und Bau sind bis zu 60 Prozent der BeschĂ€ftigten von Hitzebelastung betroffen – das belegt eine aktuelle DGB-Umfrage. Ohne wirksamen Hitzeschutz drohen nicht nur Gesundheitsrisiken, sondern auch rechtliche Konsequenzen. Erhalten Sie den praxiserprobten Hitzeschutzplan fĂŒr Pflege und Bau – inklusive GetrĂ€nke-Flatrate und UV-Schutz-Empfehlungen. Hitzeschutzplan jetzt sichern

Die Dringlichkeit unterstreichen RKI-Daten: Die Hitzewelle forderte in Deutschland rund 5.100 Todesopfer. Allein in Rheinland-Pfalz starben im ersten Halbjahr 2026 schĂ€tzungsweise 560 Menschen an den Folgen – fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Besonders gefĂ€hrdet: alleinlebende Ältere und BeschĂ€ftigte in Außenberufen.

Laut einer YouGov-Umfrage von Mitte Juli sehen 66 Prozent der Wahlberechtigten einen direkten Zusammenhang zwischen den Rekordtemperaturen und dem Klimawandel. Knapp die HĂ€lfte glaubt, dass nationale Klimaschutzmaßnahmen etwas bewirken können.

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