Hitzeschutz, Arbeitsplatz

Hitzeschutz am Arbeitsplatz: Neue Verordnung ab 30 Grad

27.05.2026 - 04:28:28 | boerse-global.de

Logitech bringt neue ergonomische Mäuse, Hitzeschutzregeln verschärfen sich und KI offenbart organisatorische Schwächen in Unternehmen.

Hitzeschutz am Arbeitsplatz: Neue Verordnung ab 30 Grad - Foto: über boerse-global.de
Hitzeschutz am Arbeitsplatz: Neue Verordnung ab 30 Grad - Foto: über boerse-global.de

Neue Hardware, strengere Hitzeschutzregeln und KI-gestützte Bürokonzepte stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Ein Überblick über die wichtigsten Trends im Mai 2026.

Logitech bringt neue ergonomische Mäuse

Der Peripheriehersteller Logitech stellte am 26. Mai die Serie Signature Comfort Plus vor. Die erste Maus des Herstellers mit integrierter, gepolsterter Handballenauflage kommt im Juni auf den Markt. Das Modell M850 L kostet 54,99 Euro, die Variante ohne Polsterung (M840 L) 49,99 Euro. Das Tastatur-Maus-Set MK880 schlägt mit rund 110 Euro zu Buche.

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Besonders für Unternehmen interessant: Die Business-Versionen unterstützen Logi Bolt und Logitech Sync – der Aufpreis liegt bei etwa fünf bis zehn Euro. Die Batterielaufzeit beeindruckt: Mäuse halten bis zu zwei Jahre, Tastaturen bis zu drei Jahre durch. Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine Rolle: Die Kunststoffteile bestehen zu 49 bis 77 Prozent aus recyceltem Material.

Premium-Bürostühle: Qualität hat ihren Preis

Neben Eingabegeräten bleibt die Nachfrage nach ergonomischen Sitzmöbeln hoch. Der Hersteller Ergotopia bietet den in Deutschland gefertigten Bürostuhl MasterBack Premium an. Die UVP liegt bei 899 Euro, teilweise ist er bereits ab 599 Euro erhältlich.

Im Premiumsegment positioniert sich ofinto mit dem Modell Cloud. Die Fachzeitschrift CHIP bewertete den Stuhl im Dezember 2024 mit der Note 1,4. Zehn Jahre Garantie und eine Greenguard-Gold-Zertifizierung inklusive. Mit einer Belastbarkeit von bis zu 130 Kilogramm und einer Sitzhöhe zwischen 46 und 56 Zentimetern erfüllt er die BIFMA-Sicherheitsstandards.

Hitzeschutz: Kein generelles Hitzefrei für Büroangestellte

Am 26. Mai informierte Verena Weilharter, Arbeitsrechtsexpertin des ÖGB, über die aktuellen Regelungen. Ein generelles Recht auf Hitzefrei existiert für die meisten Beschäftigten nicht. Arbeitgeber müssen jedoch Schutzmaßnahmen ergreifen: Ventilatoren, alkoholfreie Getränke und Sonnenschutzvorrichtungen.

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Seit 2026 gilt eine Hitzeschutz verordnung für Arbeiten im Freien. Sie greift ab einer Hitzewarnung der Stufe 2 – das entspricht mindestens 30 Grad Celsius. Der ÖGB fordert einen Rechtsanspruch auf bezahltes Hitzefrei für alle Beschäftigten ab dieser Temperatur.

Praktische Tipps fürs Büro bei Hitze

Experten der WirtschaftsWoche empfehlen in einem Bericht vom 26. Mai eine Anpassung der Arbeitsabläufe. Dazu gehören:
- Arbeitszeit in die kühleren Morgenstunden verlagern
- Homeoffice-Optionen nutzen
- Trinkmenge um etwa einen Liter erhöhen
- Leichte Kost bevorzugen
- Zehnminütige Pausen nach jeweils 45 Minuten Arbeitszeit

Zur Kühlung der Räume: Jalousien konsequent nutzen, nur in den frühen Morgenstunden lüften.

KI im Büro: Technik allein reicht nicht

Franzisca Engels, CEO von LIZ Smart Office, erklärte am 26. Mai in einem Interview: KI mache organisatorische Schwächen oft erst sichtbar, statt sie zu lösen. Viele Unternehmen investierten hohe Summen in neue Technologien, vernachlässigten aber die Optimierung ihrer physischen Ressourcen.

Schätzungen zufolge werden derzeit 30 bis 40 Prozent der Büroflächen ineffizient genutzt. Erfolgreiche Unternehmen betrachten technologische Innovationen und organisatorische Strukturen als Einheit. Software allein reicht nicht, wenn die räumliche Organisation veraltet ist.

Ergonomie richtig anwenden

Ein höhenverstellbarer Schreibtisch entfaltet seinen Nutzen nur bei korrekter Anwendung. Wesentlich sind der konsequente Wechsel zwischen Sitzen und Stehen, die Bildschirmhöhe auf Augenhöhe und die Anpassung der Sitzhöhe an die individuelle Körpergeometrie. Hersteller wie Ergolutions oder buerostuhl355 bieten Modelle mit dynamischen Lendenstützen und 3D-Armlehnen.

Flexibilität als Trumpf im Recruiting

Die Randstad-ifo-HR-Befragung für das erste Quartal 2026 zeigt: Flexible Arbeitszeiten sind für 76 Prozent der Unternehmen das wichtigste Kriterium im Wettbewerb um Fachkräfte. Deutlich vor betrieblicher Weiterbildung (66 Prozent) oder Zusatzangeboten (57 Prozent).

Die Flexibilität des Arbeitsortes nennen nur 31 Prozent als zentrales Instrument. Auch überdurchschnittliche Bezahlung (30 Prozent) hat eine geringere Priorität. Die 4-Tage-Woche (10 Prozent), Sabbaticals (9 Prozent) und Workation (4 Prozent) spielen bislang eine untergeordnete Rolle.

Digitalisierung in der Produktion

Für spezialisierte Arbeitsbereiche gewinnen hochpräzise Messinstrumente an Bedeutung. RADWAG brachte mit der Serie CY10 eine neue Waage für die Kontrolle verpackter Waren auf den Markt. Sie verfügt über einen 10-Zoll-Touchscreen und Schnittstellen wie Wi-Fi und Ethernet. Ein weiterer Beleg für die zunehmende Vernetzung aller Arbeitsbereiche.

Was bleibt?

Die Entwicklungen im Mai 2026 zeigen: Ergonomie am Arbeitsplatz geht weit über die bloße Bereitstellung eines Bürostuhls hinaus. Gefragt ist eine ganzheitliche Strategie, die Hardware, Klimaschutz und organisatorische Intelligenz verbindet. Der Klimawandel zwingt Unternehmen zu einer Neubewertung des Arbeitsschutzes. Die Gebatte über ein gesetzlich verankertes Hitzefrei und die bestehenden Regelungen für Außenarbeiten markieren erst den Anfang.

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