Hitzeschutz am Arbeitsplatz: WSS-Regel schützt vor Hitzschlag
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 14:20 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Arbeitgeber müssen für Beschäftigte im Außenbereich Wasser, Sonnencreme und Schatten bereitstellen. Die sogenannte WSS-Regel steht im Zentrum der Forderungen.
Betroffen sind Regionen wie Oberfranken, Südbrandenburg, Sachsen-Anhalt und das Saarland. Ohne ausreichenden Schutz drohen Hitzschlag oder langfristige Hautschäden.
Was die WSS-Regel konkret vorsieht
Bei Arbeiten unter direkter Sonneneinstrahlung empfiehlt die Gewerkschaft Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50. Nachcremen ist alle zwei Stunden nötig. Bei schwerer körperlicher Arbeit sollen Beschäftigte drei bis fünf Liter pro Tag trinken.
Ideal: alle 15 bis 20 Minuten ein Glas Wasser oder kalten Tee.
Doch nicht nur die Flüssigkeitsversorgung zählt. In Delmenhorst und dem Landkreis Harburg fordern Gewerkschaftsvertreter spezielle Bauarbeiterhelme mit Nackenschutz und leichtere Schutzkleidung. Auch die Verlagerung der Arbeitszeiten in die kühleren Morgen- und Abendstunden steht auf der Agenda. Ein jährlicher Hautkrebs-Check wird als ergänzende Vorsorge empfohlen.
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Milliardenverluste durch Hitzestress
Die wirtschaftliche Dimension des Problems ist enorm. Der Bundes Deutscher Baumeister (BDB) warnt: Bis 2050 drohen weltweit Verluste von rund 7,1 Billionen US-Dollar durch Hitzestress. Bereits heute seien jährlich 500.000 Todesfälle auf extreme Hitze zurückzuführen.
Der BDB hat einen zehn Punkte umfassenden Resilienz-Bauplan vorgelegt. Hitzeschutz wird darin als Gemeinschaftsaufgabe definiert.
EU verbietet Vernichtung unverkaufter Kleidung
Parallel zum Arbeitsschutz verschärft die EU die Regeln für die Textilbranche. Ab dem 19. Juli 2026 verbietet die Ökodesign-Verordnung (ESPR) großen Unternehmen die Vernichtung unverkaufter Kleidung. Bisher werden vier bis neun Prozent der unverkauften Textilien verbrannt – das verursacht jährlich 5,6 Millionen Tonnen CO2.
Ab Februar 2027 greifen erweiterte Berichtspflichten.
Viele Unternehmen machen unbewusst Fehler bei der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung, was im Ernstfall teuer werden kann. Ein aktueller Report deckt die sieben häufigsten Irrtümer auf und bietet praxiserprobte Hilfsmittel für Sicherheitsverantwortliche. Gratis-Report: Die 7 häufigsten GBU-Irrtümer vermeiden
Start-up entwickelt Werkstoff aus Alttextilien
Das Kölner Start-up CRCL reagiert mit einer industriellen Lösung. „Apatura“ heißt ein Werkstoff aus nicht recycelbaren Alttextilien. Das Material soll in der Möbel-, Garten- und Automobilindustrie zum Einsatz kommen.
Eine Antwort auf die drohenden Entsorgungsverbote.
Neue Ausrüstung für sommerliche Bedingungen
Auch bei der technischen Ausrüstung gibt es Neuerungen. Stihl präsentierte Mitte Juli die Akku-Motorsäge MSA 260 C-O. Mit 2 kW Leistung ist sie für Durchforstung und Schwachholzpflege ausgelegt. Das Gerät wiegt knapp sechs Kilogramm und verfügt über ein digitales Bedienelement.
Für mobile Sicherheit im Sommer hat KLIM neue Handschuhmodelle vorgestellt. „Induction“ und „Marrakesh“ kombinieren Kohlefaser-Knöchelschutz, Kevlar und Poron-XRD-Protektoren mit Belüftung.
Im landwirtschaftlichen Sektor erweitern SAMSON AGRO und Vogelsang ihr Portfolio. Die neuen Leichtbau-Schleppschuhgestänge TSB2-C und TSB2-S bieten Arbeitsbreiten von bis zu 18 Metern. Die Förderleistung: bis zu 5.800 Liter pro Minute.
Für den stationären Maschinenschutz kündigte HEMA neue Klemmsysteme und Rollbandabdeckungen an. Die Präsentation erfolgt auf der Fachmesse AMB im September in Stuttgart. Die Systeme sollen Verfahrgeschwindigkeiten um bis zu 30 Prozent erhöhen.
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