Flaute, DIW

Ende der Flaute? DIW erwartet deutlichen Aufschwung ab 2026

05.09.2025 - 13:00:56

Hoffnung fĂŒr die kriselnde Wirtschaft: Nach EinschĂ€tzung des Berliner Instituts brechen bald bessere Zeiten an. DIW-PrĂ€sident Fratzscher fordert: Reiche sollen mehr zahlen und Subventionen fallen.

  • Das DIW sieht Licht in der Krise der deutschen Wirtschaft. (Archivbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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  • DIW-PrĂ€sident Fratzscher will große Vermögen stĂ€rker besteuern. (Archivbild) - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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Das DIW sieht Licht in der Krise der deutschen Wirtschaft. (Archivbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpaDIW-PrĂ€sident Fratzscher will große Vermögen stĂ€rker besteuern. (Archivbild) - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Das Deutsche Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW) sieht in der Konjunkturflaute Licht am Ende des Tunnels. Dieses Jahr dĂŒrfte die deutsche Wirtschaft zwar nur minimal um 0,2 Prozent wachsen, danach werde es aber deutlich aufwĂ€rtsgehen. So prognostiziert das DIW fĂŒr 2026 ein Wachstum von 1,7 Prozent und fĂŒr 2027 von 1,8 Prozent, wie das Institut in Berlin mitteilt. «Nach dem Zickzackkurs im ersten Halbjahr findet die deutsche Wirtschaft fortan in die Spur und nimmt mehr und mehr Fahrt auf», so die Ökonomen.

Mit seiner Prognose reiht sich das DIW ein unter fĂŒhrende Wirtschaftsforschungsinstitute wie das Ifo und das Essener RWI, die ebenfalls kaum Wachstum fĂŒr 2025 erwarten. Beim Ausblick auf die kommenden Jahre ist das DIW aber deutlich zuversichtlicher.

Milliarden-Ausgaben stĂŒtzen, aber kaschieren Probleme

Als Treiber erwiesen sich die Milliarden-Pakete fĂŒr Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung sowie Anreize fĂŒr private Investitionen. «Die Bundesregierung hat die Weichen fĂŒr den Aufschwung gestellt», sagte DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik. Die expansive Finanzpolitik kaschiere aber nur strukturelle Probleme, etwa in der Industrie.

Auch der Konsum der Verbraucher stĂŒtze die Wirtschaft, wenngleich Sorgen vor einem Jobverlust die Kauflaune trĂŒbten. Wachsende Reallöhne und die gefallene Inflation wirken positiv. Der Export werde dagegen durch den Zollstreit mit den USA ausgebremst. 

Fratzscher fĂŒr Steuererhöhungen fĂŒr Reiche

DIW-PrĂ€sident Marcel Fratzscher plĂ€diert dafĂŒr, private Investitionen und die InnovationsfĂ€higkeit der Unternehmen zu stĂ€rken, etwa durch Investitionen in Digitalisierung und KI. Zudem mĂŒsse die Politik das Steuer- und Sozialsystem reformieren und Ausgaben senken - auch wenn es beim BĂŒrgergeld oder GeflĂŒchteten «kaum Einsparpotenzial» gebe. DafĂŒr solle die Bundesregierung milliardenschwere klimaschĂ€dliche Subventionen abbauen. Fratzscher plĂ€diert ferner dafĂŒr, steuerliche Privilegien abzuschaffen, etwa bei großen Erbschaften oder Immobiliengewinnen, und große Vermögen stĂ€rker zu besteuern.

@ dpa.de