Zahl, Insolvenzen

Zahl der Insolvenzen schwÀcht sich im Herbst leicht ab

12.12.2023 - 09:25:03 | dpa.de

Hohe Zinsen und allgemein stark steigende Kosten bereiten immer mehr Unternehmen Probleme, die in die Pleite fĂŒhren können. Eine Branche ist besonders anfĂ€llig, sagen die Insolvenzverwalter.

Mit staatlichen Hilfen sind viele Betriebe in den vergangenen Jahren vor der ZahlungsunfÀhigkeit bewahrt worden. - Foto: MArtin Gerten/ dpa

Die Pleitewelle bei deutschen Unternehmen hat sich im November etwas abgeschwÀcht. Bei den Amtsgerichten ist die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahresmonat zwar noch um 18,8 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt berichtete.

Das waren aber fast vier Prozentpunkte weniger als im Oktober mit einer Steigerung von 22,4 Prozent. Die Zuwachsraten sind bereits seit Juni zweistellig.

In den vergangenen Jahren sind viele Betriebe wegen Corona und der Energiekrise mit staatlichen Hilfen vor der ZahlungsunfĂ€higkeit bewahrt worden. Der aktuelle Anstieg wird daher von Experten eher als Normalisierung bewertet. Die aktuellen Zahlen liegen auch noch deutlich unter dem Indexwert der Statistik aus dem Jahr 2015. Die Verfahren fließen erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik ein. Der tatsĂ€chliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liege in vielen FĂ€llen annĂ€hernd drei Monate davor.

Der verlangsamte Anstieg sei kein Anlass zur Entwarnung, mahnte die Deutsche Industrie- und Handelskammer. «Hohe Kosten fĂŒr Energie, Zinsen, aber auch fĂŒr ArbeitskrĂ€fte bei gleichzeitig schwacher Nachfrage und FachkrĂ€ftemangel bringen mehr und mehr Unternehmen in eine finanzielle Schieflage», sagte Mittelstandsexperte Marc Evers.

Immobilienbranche besonders betroffen

Der Berufsverband der Insolvenzverwalter (VID) sieht insbesondere die Immobilienbranche in einem grundlegenden Transformationsprozess. «Der Fall Signa beleuchtet sehr deutlich, dass es viele Unternehmen gab, die in der Niedrigzinsphase im Immobiliensegment investiert haben. Solange der Zinssatz niedrig war, war das GeschÀftsmodell erfolgreich. Seit Mitte 2022 sehen wir aber Zinsanhebungen und konsequent eine Korrektur von Preisen und Bewertungen», sagte der VID-Vorsitzende Christoph Niering. Man erwarte aber keine disruptive Insolvenzwelle.

EndgĂŒltige Zahlen legte das Bundesamt fĂŒr die ersten drei Quartale dieses Jahres vor. Demnach meldeten die Amtsgerichte in den neun Monaten 13 270 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 24,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die GlĂ€ubiger fordern in den Verfahren 21,1 Milliarden Euro nach 10,8 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

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