Hotel Residenz in Karlsruhe: Seit zwei Jahren leer, Wohnnutzung ungeklärt
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 18:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn Karlsruhe hat das Karlsruher Aktionsbündnis Wohnen mit einem Demonstrationszug gegen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum protestiert. Die Teilnehmer zogen ab 12 Uhr vom Werderplatz durch die Südstadt zum Bahnhofsplatz. Ziel der Kundgebung war das dortige Hotel Residenz. Der Protest stand im Zeichen der Forderung nach gutem und bezahlbarem Wohnraum für alle sowie der Umwandlung von ungenutztem Leerstand in Wohnungen.
Im Mittelpunkt der Kritik stand das seit zwei Jahren leerstehende Hotelgebäude am Bahnhofsplatz, das sich im Besitz des Gröner Family Office um Christoph Gröner befindet.
Das Bündnis sprach sich dafür aus, das Areal in eine Wohnanlage für bezahlbaren Wohnraum umzubauen, und kündigte in diesem Zusammenhang einen symbolischen Spatenstich vor Ort an. Hintergrund der Aktion ist die angespannte Lage auf dem örtlichen Wohnungsmarkt in der Karlsruher Südstadt.
Eigentümer verweist auf Verzögerungen bei der Projektentwicklung
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Die Gröner Group äußerte sich am 14. Oktober 2026 zu den Vorwürfen bezüglich des anhaltenden Leerstands. Eine Sprecherin des Unternehmens erklärte, das Objekt sei im Jahr 2022 zunächst als Interimsunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine bereitgestellt worden, was den ursprünglichen Projektstart verzögert habe.
In der Folgezeit hätten gestiegene Baukosten, eine veränderte Zinslandschaft sowie zeitintensive Planungs- und Prüfprozesse zu weiteren Verzögerungen des Vorhabens geführt.
Nach Angaben der Gröner Group genehmigte die Stadt Karlsruhe im August 2026 einen neuen Bauantrag für das Gebäude. Die aktuellen Pläne sehen eine umfassende Sanierung mit einer anschließenden Nutzung im Beherbergungs- und Hotelbereich vor. Eine mögliche Wohnnutzung werde nach Unternehmensangaben parallel geprüft, wobei die baurechtliche Zulässigkeit hierfür derzeit noch nicht abschließend geklärt sei.
Kritik an stockenden Projekten und strukturellen Problemen
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Die Kritik an der Karlsruher Wohnraumsituation beschränkt sich nicht auf einzelne Liegenschaften. In einem regionalen Medienkommentar wies der Journalist Ekart Kinkel darauf hin, dass die Wohnungsnot in Karlsruhe seit Jahren bekannt sei.
Den Verantwortlichen fehlten zentrale Instrumente zur wirksamen Steuerung, während Neubauprojekte stockten und Familien die Stadt zunehmend mieden. Als weiteres sichtbares Beispiel für ungelöste Probleme auf dem städtischen Immobilienmarkt nannte der Kommentar das verwahrloste Gebäude in der Werderstraße 76.
