Hotel-Schließung Frankfurt: 25 Mio. Euro Sanierungskosten, NGG klagt
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Crowne Plaza Hotel im Frankfurter Stadtteil Niederrad hat seinen Betrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt. Grund für die kurzfristige Schließung an der Lyoner Straße sind massive Sicherheitsbedenken und erhebliche Mängel beim Brandschutz, die einen weiteren Betrieb des Gebäudes unmöglich machen. Von der Schließung sind rund 50 Beschäftigte sowie zahlreiche Gäste betroffen.
Sicherheitsmängel erzwingen sofortiges Betriebsende
Die Einstellung des Geschäftsbetriebs erfolgte an einem Montagvormittag gegen 11 Uhr. Vorausgegangen war am Morgen ein Anruf aus dem Hotel beim 10. Polizeirevier in Niederrad, in dem auf eine nicht näher spezifizierte Sicherheitsproblematik hingewiesen wurde. Kurze Zeit später wurde der Betrieb vollständig eingestellt. Laut Berichten vom 21. September 2026 ist das Hotel auf Buchungsplattformen bereits nicht mehr verfügbar.
Die vor Ort anwesenden Gäste wurden kurzfristig informiert und mit Bussen in andere Unterkünfte transportiert. In einem dokumentierten Fall wurde ein Gast in ein Hotel derselben Kette im nahegelegenen Eschborn umquartiert. Für die betroffenen Reisenden bedeutete der plötzliche Auszug erhebliche Unannehmlichkeiten.
Erheblicher Sanierungsstau und bauliche Mängel
Das im Jahr 1972 errichtete Gebäude, das über 14 Geschosse und 395 Zimmer verfügt, weist laut aktuellen Erkenntnissen schwerwiegende bauliche Defizite auf.
Bereits seit dem Jahr 2023 ist die 14. Etage des Hauses aufgrund von Brandschutzmängeln für die Nutzung gesperrt. Zudem sei das 13. Stockwerk mit insgesamt 31 Zimmern wegen Wasserschäden unbenutzbar.
Besonders kritisch wird der Zustand der Brandschutzeinrichtungen bewertet. Gutachten aus dem März und Juli 2026 belegen, dass die Sprinkleranlage aufgrund von Korrosionsschäden defekt ist. Hinzu kommt die Belastung durch verbauten Asbest.
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Experten gehen davon aus, dass eine Sanierung bei laufendem Betrieb ausgeschlossen ist. Erste Schätzungen beziffern die notwendigen Reparaturkosten auf bis zu 25 Mio. Euro, wobei allein die Instandsetzung der Sprinkleranlage mit 2,5 Mio. Euro veranschlagt wird.
Das Hotel, das früher als Arabella Sheraton firmierte, wurde zwar im Jahr 2019 umfassend saniert, wobei der Betreiber Novum Hospitality nach eigenen Angaben rund 4 Mio. Euro in die Neupositionierung investierte. Diese Maßnahmen reichten jedoch offenbar nicht aus, um die langfristige Betriebssicherheit zu gewährleisten.
Arbeitsrechtliche Konflikte und wirtschaftlicher Hintergrund
Die Schließung hat weitreichende Konsequenzen für die Belegschaft. Die rund 50 Mitarbeiter wurden am Montag mündlich über das Aus informiert und widerruflich freigestellt.
Besonders brisant ist das Vorgehen gegenüber der Arbeitnehmervertretung: Der Betriebsratsvorsitzende sowie dessen Stellvertreterin erhielten fristlose Kündigungen und wurden mit einem Hausverbot belegt. Der Betriebsrat sei vorab nicht über die geplante Schließung in Kenntnis gesetzt worden.
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Eine Sekretärin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bezeichnete die Vorgänge als einen beispiellosen Vorgang, der erhebliche arbeits- und betriebsverfassungsrechtliche Fragen aufwerfe. Die Gewerkschaft prüfe derzeit rechtliche Schritte gegen das Vorgehen des Arbeitgebers. Bereits im Mai 2026 hatten sich Mitarbeiter des Hauses an Warnstreiks im Zuge von Tarifverhandlungen beteiligt.
Betrieben wird das Hotel von Novum Hospitality als Franchise-Partner der Marke Crowne Plaza (IHG Hotels & Resorts). Eigentümer und Vermieter der Immobilie ist das französische Unternehmen Praemia.
Der Mietvertrag zwischen den Parteien lief ursprünglich noch bis mindestens 2037. Berichten zufolge ist nun eine außerordentliche Kündigung geplant, während sich die ausstehenden Mietzahlungen bereits auf einen zweistelligen Millionenbetrag belaufen sollen. Die genauen Hintergründe für die fristlosen Kündigungen durch Novum Hospitality blieben zunächst unklar.
