HR-Automatisierung, Firmen

HR-Automatisierung: 14% der Firmen nutzen KI für Arbeitszeugnisse

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Asure Software erweitert AsureCentral um Luna AI. Die Plattform soll Personalprozesse automatisieren, während Studien Chancen und Folgen der Technologie zeigen.

Asure Software integriert Luna AI mit über 50 HR-Funktionen
Moderner, aufgeräumter Büroarbeitsplatz mit Laptop und natürlichem Lichteinfall als Symbol für die KI-gestützte HR-Arbeit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung des Personalwesens hat das US-Unternehmen Asure Software am 26. August 2026 die Integration von Luna AI in seine Plattform AsureCentral bekannt gegeben. Die Erweiterung umfasst mehr als 50 Funktionen für den nordamerikanischen Markt, insbesondere in den USA und Kanada.

Ziel der Implementierung ist der Einsatz spezialisierter KI-Agenten für Kernbereiche wie den Mitarbeiterservice, die Entgeltabrechnung, das Steuerwesen sowie Compliance-Anforderungen. Durch die Automatisierung dieser Prozesse sollen administrative Aufwände sowie finanzielle Risiken für Unternehmen gesenkt werden.

Effizienzsteigerungen in zentralen HR-Prozessen

Die Entwicklung bei Asure Software spiegelt einen breiteren Branchentrend wider, bei dem KI-Lösungen komplexe Verwaltungsaufgaben übernehmen. Vergleichbare Ansätze zeigen sich bei der Zusammenarbeit zwischen Simplifier und SAP, bei der vier spezifische Anwendungsfälle im Personalwesen evaluiert wurden.

Hierbei konnte im Bewerbungs-Screening die Sichtung von 220 Bewerbungen innerhalb von 30 Minuten realisiert werden, was einer Zeitersparnis von 85 Prozent entspricht. Auch im Onboarding-Prozess führte der Einsatz von KI zu einer Reduktion der Koordinationsaufwände um 60 Prozent. Bei der Pflege von Mitarbeiterdaten konnte die manuelle Dateneingabe laut Projektberichten um 90 Prozent gesenkt werden.

Trotz dieser technologischen Möglichkeiten zeigt eine aktuelle Studie des Branchenverbands Bitkom unter 600 Unternehmen, dass die praktische Umsetzung in Deutschland noch Raum für Wachstum lässt.

Demnach nutzen derzeit 14 Prozent der befragten Firmen KI für die Erstellung von Arbeitszeugnissen und ebenfalls 14 Prozent für Onboarding-Prozesse. Das Interesse an KI-Weiterbildungen ist im Vergleich zum Jahr 2024 von 12 Prozent auf 16 Prozent gestiegen.

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Agentische KI verändert die Systemarchitektur

Der Trend hin zu sogenannten agentischen Systemen wird auch durch Entwicklungen bei Salesforce deutlich. Das Unternehmen positioniert Slack als zentralen Client für KI-Agenten und nutzt hierfür das Model Context Protocol (MCP) sowie die Integration von Anthropic Claude.

Marktprognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2027 weltweit etwa 30 Milliarden KI-Agenten im Einsatz sein könnten. Experten beobachten dabei eine Verschiebung des Mehrwerts von reinen Datenspeichersystemen hin zu einer übergeordneten Orchestrierungsschicht.

Ein Beispiel für diesen Wandel ist das Unternehmen Waystar, das auf seiner Plattform AltitudeAI vier spezialisierte Agenten für das Gesundheitswesen eingeführt hat. Diese übernehmen unter anderem die autonome Nachreichung von Forderungen und klinische Dokumentationsprüfungen.

Waystar verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 319,7 Millionen US-Dollar, was einer Steigerung von 18 Prozent entspricht. Für das Gesamtjahr prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz zwischen 1,276 Milliarden und 1,294 Milliarden US-Dollar.

Dokumentenverarbeitung und bürokratische Entlastung

Neben personalspezifischen Aufgaben rückt die automatisierte Dokumentenverarbeitung in den Fokus. Die DFKP GmbH berichtet durch den Einsatz von KI-Systemen von einer Senkung des Bearbeitungsaufwands um 70 Prozent. Dabei sank die Fehlerquote von 25 auf durchschnittlich zwei bis drei Fälle pro Woche.

Auch die ING Deutschland setzt verstärkt auf Automatisierung: Die KI-Plattform OmnIA verarbeitet jährlich etwa 6 bis 7 Millionen Dokumente in 400 verschiedenen Klassen, wobei der Automatisierungsgrad bei der Klassifikation bei rund 80 Prozent liegt.

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Die Notwendigkeit solcher Entlastungen wird durch das New-Work-Barometer unterstrichen, in dem 67,2 Prozent der Teilnehmer das Personalwesen als besonders bürokratisch einstuften.

Im Bereich der Sanitätshäuser verbringen Betriebe laut Angaben des Anbieters joviva teils mehr als 30 Prozent ihrer Arbeitszeit mit bürokratischen Aufgaben. Eine neue Vertrags-KI soll hier Abhilfe schaffen, indem sie das Vertragswissen von über 90 Krankenkassen per Chatfunktion zugänglich macht.

Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und Tarifpolitik

Die zunehmende Automatisierung hat messbare Folgen für die Beschäftigungsstruktur. Eine Studie der Stanford University zeigt, dass die Beschäftigung von 22- bis 25-Jährigen in Berufen mit hohem KI-Anteil seit 2022 deutlich stärker gesunken ist als in anderen Bereichen. Während in den oberen 40 Prozent der KI-intensiven Berufe ein Rückgang von 11 Prozent verzeichnet wurde, stieg die Beschäftigung in anderen Sektoren um 10 Prozent.

In Deutschland führt die KI-Nutzung zudem zu neuen Forderungen in der Tarifpolitik. Der Deutsche Bankangestellten-Verband (DBV) fordert für die Tarifrunde 2026 spezielle KI-Entlastungstage für Beschäftigte im privaten Bankgewerbe.

Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes lehnt dies jedoch ab und verweist auf Umfragen, nach denen 52 Prozent der Beschäftigten keine zusätzliche Belastung durch KI wahrnehmen. Die Verhandlungen dazu sollen am 8. Oktober 2026 in Berlin beginnen.

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