Hugo Boss, Frasers Group

Hugo Boss: Frasers baut Beteiligung auf 48 Prozent aus

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 12:39 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die britische Frasers Group hĂ€lt 48 Prozent an Hugo Boss und strebt nach Angaben des Konzerns eine Mehrheit an. Vorstandschef Daniel Grieder will dennoch an der Strategie festhalten, RabattverkĂ€ufe zurĂŒckzufahren und 2027 wieder zu wachsen.

Hugo-Boss-Chef sieht Frasers-Einstieg gelassen
Hugo Boss (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Hugo-Boss-Chef Daniel Grieder sieht den Einstieg der britischen Handelskette Frasers gelassen und erwartet keinen grundlegenden Kurswechsel beim Modekonzern. „Es spielt keine Rolle, wie viel Prozente Frasers am Ende hat“, sagte Grieder der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Frasers strebt nach Mehrheit

Frasers hat seine Beteiligung an Hugo Boss mit einem Übernahmeangebot auf 48 Prozent ausgebaut. Der britische Konzern signalisierte demnach, seinen Anteil auf mehr als 50 Prozent erhöhen zu wollen.

Über die Strategie fĂŒr Hugo Boss sei man sich mit Frasers „grundsĂ€tzlich einig“, sagte Grieder. Zugleich rĂ€umte er ein: „Ein neuer Investor bringt natĂŒrlich auch seine Sicht ein.“ Frasers habe bereits 1,5 Milliarden Euro in Hugo Boss investiert.

Weniger Rabatte, zunÀchst weniger Umsatz

Hugo Boss nimmt nach den Worten des Vorstandschefs derzeit „bewusst UmsatzrĂŒckgĂ€nge in Kauf“, um anschließend wieder zu wachsen. Das Unternehmen wolle weniger ĂŒber Rabatte verkaufen und stattdessen stĂ€rker zum vollen Preis absetzen.

Im ersten Halbjahr sank der Umsatz um acht Prozent. Das fĂŒr 2025 genannte Umsatzziel von fĂŒnf Milliarden Euro will Hugo Boss weiterhin erreichen, legt sich aber nicht mehr auf einen Zeitpunkt fest. FĂŒr 2027 erwartet Grieder die RĂŒckkehr zum Wachstum, allerdings noch keine starke Dynamik.

Der Einstieg von Frasers verschiebt die MachtverhĂ€ltnisse bei Hugo Boss deutlich. Mit einer Beteiligung von 48 Prozent liegt der britische Konzern unmittelbar an der Schwelle zur Mehrheit und kann damit erheblichen Einfluss auf strategische Entscheidungen ausĂŒben. Der von Daniel Grieder betonte grundsĂ€tzliche Gleichlauf bei der Strategie soll zugleich verhindern, dass die Beteiligung als unmittelbare Konfrontation interpretiert wird.

FĂŒr Hugo Boss fĂ€llt die Transaktion in eine Phase der operativen SchwĂ€che. Der UmsatzrĂŒckgang im ersten Halbjahr und der bewusste Verzicht auf stĂ€rkere Rabattaktionen zeigen den Zielkonflikt zwischen kurzfristigem Absatz und langfristiger Markenpositionierung. Der Verkauf zum vollen Preis kann die ProfitabilitĂ€t und die Wahrnehmung der Marke schĂŒtzen, belastet aber zunĂ€chst die Erlöse.

Strategischer Einfluss und Wachstumsperspektive

Frasers verbindet Beteiligungen im Modehandel mit einem starken Interesse an Marken, Vertrieb und internationaler Expansion. Dass der Konzern bereits 1,5 Milliarden Euro in Hugo Boss investiert hat und einen Anteil von mehr als 50 Prozent anstrebt, erhöht den Druck auf das Management, die geplante RĂŒckkehr zum Wachstum umzusetzen. Gleichzeitig bleibt offen, wie sich die Einflussnahme eines MehrheitsaktionĂ€rs auf Sortiment, Preisstrategie und Expansion auswirken wĂŒrde.

Das Umsatzziel von fĂŒnf Milliarden Euro bleibt bestehen, ist aber zeitlich nicht mehr festgelegt. Die angekĂŒndigte RĂŒckkehr zum Wachstum im Jahr 2027 bildet damit den zentralen PrĂŒfpunkt fĂŒr die aktuelle Strategie und fĂŒr das VerhĂ€ltnis zwischen Management und Frasers.

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